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„Nur so können wir erfolgreich sein!“

Nachbericht

17.08.19

„Nur so können wir erfolgreich sein!“

HSV-Coach Dieter Hecking sprach am Sonnabend über den Sieg gegen den VfL Bochum, den gelungenen Saisonstart und die großartige Unterstützung der Fans.

Am Freitagabend hatten die Rothosen den VfL Bochum mit 1:0 geschlagen und damit den guten Saisonstart weiter verbessert. Drei Spiele, sieben Punkte, dazu im DFB-Pokal in die 2. Runde eingezogen – „mit der Ausbeute können wir zufrieden sein“, sagt HSV-Trainer Dieter Hecking, der am Sonnabend (17. August) selbst die Laufschuhe eingepackt hatte und sein Team zum Auslaufen in den Volkspark begleitete. Anschließend nahm sich der Coach die Zeit, um den anwesenden Journalisten Rede und Antwort zu stehen. In der Medienrunde sprach Dieter Hecking über…

Dieter Hecking in Aktion: Der Trainer coacht auch während des Spiels aktiv seine Mannschaft. Hier gibt er Lukas Hinterseer Anweisungen.
Dieter Hecking in Aktion: Der Trainer coacht auch während des Spiels aktiv seine Mannschaft. Hier gibt er Lukas Hinterseer Anweisungen.

… den Heimsieg gegen den VfL Bochum: Mit der ersten Halbzeit war ich nicht einverstanden. Wir hatten zu wenig Bewegung in unserem Spiel, zu wenig Tempo und waren ganz allgemein zu langsam, auch im Kopf. Deshalb war dies unsere bisher schwächste Halbzeit. Die zweite Hälfte war dann viel besser, das belegen auch die Statistiken. Nach der Pause hatten wir jeweils 20 Prozent mehr Sprints und intensive Läufe als der Gegner und auch die bessere Zweikampfquote – so muss man das angehen! Vielleicht hatten wir zu Beginn des Spiels noch ein bisschen die 120 Minuten aus dem Pokal in den Knochen, aber die 2. Halbzeit war dann Mentalität pur.

Und dann wurde es automatisch auch fußballerisch besser. Insofern war der Sieg erstens verdient und zweitens wichtig, da die Mannschaft gesehen hat, wie man die Spiele angehen muss. Und für mich ist es gut zu sehen, dass die Mannschaft auch während des Spiels in der Lage ist, den Schalter umzulegen.

… die Erwartungshaltung: Pressing, Gegenpressing und Umschaltspiel – das ist der moderne Fußball. Verteidigen können deshalb sehr viele Mannschaften gut. Aber wie viele sind wirklich in der Lage, das Spiel zu machen und einen tiefstehenden Gegner zu bespielen? In ganz Europa nur sehr wenige. Aber dann kommen wir und ganz viele Leute denken: Das ist der HSV, der gefühlte Erstligist, der muss doch jetzt jeden Gegner an die Wand spielen und aus dem Stadion schießen. Aber dem ist nicht so! Wir müssen vielmehr die Gegebenheiten der 2. Liga annehmen, und dafür war das Bochum-Spiel ein gutes Beispiel. Nur mit spielerischen Elementen haben wir den Gegner nicht knacken können, weil der es defensiv auch sehr gut gespielt hat, aber über Zweikämpfe, Laufwege und Fleiß haben wir das Spiel nachher zu unseren Gunsten entschieden. Das Fußballerische kommt dann irgendwann automatisch. Aber das müssen wir verinnerlichen, nur so geht es, nur so können wir erfolgreich sein.

Die HSV-Fans feierten ihr Team nach Spielende. Dieter Hecking attestierte ihnen ein "gutes Gespür" und eine "fantastische Atmosphäre".
Die HSV-Fans feierten ihr Team nach Spielende. Dieter Hecking attestierte ihnen ein "gutes Gespür" und eine "fantastische Atmosphäre".

… die Unterstützung der Fans: Ich finde, dass 42.000 Zuschauer an einem frühen Freitagabend eine herausragende Zahl sind. Man darf ja nicht vergessen, dass viele HSV-Fans nicht direkt aus Hamburg kommen und eine vielleicht zu weite Anreise haben, schließlich liegt der Anpfiff in der 2. Liga fast mitten im Feierabend. Deshalb sind mehr als 40.000 Fans im Stadion eine tolle Sache, insbesondere dann, wenn sie solch eine fantastische Atmosphäre schaffen wie in der 2. Halbzeit. Da konnte man spüren, dass die Menschen merken, wie sehr ihre Mannschaft diesen Sieg will und dass sie alles dafür tut.

Da haben die Fans ein gutes Gespür gehabt und haben den Spielern eine großartige Unterstützung gegeben. Aber: Es bleibt trotz allem dabei, dass der HSV weiter in der Bringschuld ist und sich das Vertrauen der Fans zurückerarbeiten muss. Und da sind wir gerade dabei.

… die Personalplanungen: Noch ist das Transferfenster geöffnet und wir sind in einem steten Austausch. Fakt ist aber: Wir haben in diesem Sommer 27 Transfers getätigt, nämlich 16 Abgänge und elf Neuzugänge. Das ist ein richtig großer Umbruch, den Jonas Boldt und Michael Mutzel gestemmt haben. Ihre Arbeit muss man hierbei wirklich einmal hervorheben, sie geben wirklich alles, um das Beste für den HSV herauszuholen und haben einen tollen Job gemacht. Deshalb sind wir jetzt in der Position, nicht mehr etwas machen zu müssen, was uns nur in der Breite hilft. Wenn wir nochmal aktiv werden, dann muss es um einen Spieler gehen, der uns wirklich große Qualität hinzugibt, der uns besser macht. Es kann aber natürlich auch noch etwas in die Gegenrichtung passieren. Warten wir es mal ab.

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