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"Heute war einfach der Wurm drin"

Stimmen zum Spiel

16.09.19

"Heute war einfach der Wurm drin"

Der HSV muss sich im 102. Stadtderby beim FC St. Pauli mit 0:2 geschlagen geben. Dementsprechend enttäuscht und selbstkritisch zeigten sich die Rothosen nach der Partie. Die Stimmen zum Spiel.

Im 102. Stadtderby beim FC St. Pauli im Rahmen des 6. Zweitliga-Spieltags erwischte der Hamburger SV einen denkbar schlechten Tag. Gegen bissige Gastgeber taten sich die Rothosen sehr schwer, ins Spiel zu finden und gerieten nicht unverdient in der 18. Minute durch einen Diamantakos-Treffer in Rückstand. Erst nach einer guten halben Stunden kamen die Hecking-Schützlinge auf Touren, bespielten die Kiezkicker dann sowohl vor als auch nach der Pause sehr dominant und erarbeiten sich eine Vielzahl an Chancen. Einzig den überfälligen Ausgleich verpasste der HSV, so dass St. Pauli mitten in die Sturm- und Drang-Phase des Stadtrivalen hinein durch einen Freistoß das 2:0 erzielte und die zweite Luft bekam. "Heute war einfach der Wurm drin", diktierte Kapitän Aaron Hunt im Anschluss an das Spiel in der Mixedzone des Millerntor-Stadions in die Notizblöcke der Medienvertreter und fand damit die passende Redensart für einen denkbar schlechten Spielverlauf aus HSV-Sicht. 

Aaron Hunt: In der ersten Halbzeit war St. Pauli über weite Strecken die bessere Mannschaft. Sie haben das Derby mehr angenommen als wir und gehen nicht unverdient in Führung. Der nicht gegebene Ausgleich kurz vor der Pause hätte das Spiel kippen können, hat aber nicht gezählt und dann müssen wir auch nicht darüber diskutieren. Wir kommen dann gut aus der Pause heraus, aber schlafen einmal bei dem Freistoß. Wir hatten trotzdem noch Chancen, das Spiel auch danach noch wieder auf unsere Seite zu drehen, aber haben die Konsequenz im Abschluss vermissen lassen. Wir haben ab der 70. Minute alles oder nichts gespielt, hätten heute gefühlt aber noch eine Stunde spielen können und kein Tor gemacht. Es war heute einfach der Wurm drin. 

Sonny Kittel in einem Zweikampf während des Stadtderbys.
Sonny Kittel sagte nach dem Spiel, was alle HSVer denken: "Das ist für uns und unsere Fans ein beschissener Tag!"

Sonny Kittel: Wir haben uns zu Beginn sehr schwergetan, hatten keinen Zugriff. Wir sind dann aber besser ins Spiel gekommen, hatten vor der Pause und insbesondere nach der Halbzeit eine gute Phase und einige dicke Chancen. Doch genau in dieser Phase kassieren wir dann das zweite Gegentor, das ist natürlich extrem bitter. Aber so ist manchmal der Fußball. Trotzdem muss man es sagen, wie es ist: Das ist für uns und unsere Fans ein beschissener Tag!

Daniel Heuer Fernandes: Die ersten 30 Minuten waren nicht gut von uns. Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, haben den Zwischenraum nicht gefunden und hatten zu große Abstände. Wir haben in der zweiten Halbzeit noch alles versucht, aber der zweite Gegentreffer war dann eine Art Genickschlag. Es tut sehr weh, ein Derby zu verlieren, aber wir müssen weitermachen.   

Rick van Drongelen: Wir hatten in der Anfangsphase zu wenig Bewegung, zu wenig Tempo, wir haben nicht von Anfang das Spiel dominiert, so wie wir es sonst tun. Trotzdem sind wir dann besser ins Spiel gekommen, hatten aber viel Pech im Abschluss. Genau in dieser guten Phase ist mir dann das Eigentor unterlaufen, das ich mir selbst ankreiden muss. Ich wollte den Ball in der Szene klären, das darf mir so nicht passieren. Dieses Spiel zu verarbeiten, das wird schon eine Weile dauern. Aber wir müssen weitermachen, denn es geht immer weiter.

Dieter Hecking: Am Ende des Tages war es ein verdienter Sieg für die Gastgeber. In der ersten halben Stunde haben wir überhaupt nicht gut gespielt, viele Fehler gemacht und sind zurecht in Rückstand geraten. Nach rund 35 Minuten sind wir dann endlich auf Touren gekommen und hatten die ein oder andere gute Möglichkeit. In der zweiten Halbzeit wollten wir geduldig bleiben. Das haben wir auch geschafft und St. Pauli richtig gut bespielt. In dieser Phase hätten wir das 1:1 machen müssen, stattdessen bekommen wir aufgrund einer Nachlässigkeit das 0:2. Letztendlich war ich mir nicht sicher, ob wir heute ein Tor hätten machen können. Ich verstehe den Ärger der Fans, wir müssen die Niederlage jetzt aber akzeptieren und am Sonntag gegen Erzgebirge Aue die richtige Antwort zeigen. 

Jos Luhukay: Das Spiel war 90 Minuten lang von Kampf, Leidenschaft und Spannung geprägt. Wir haben richtig gut angefangen, waren sehr druckvoll und machen verdient das 1:0. In der Phase vor der Pause hatten wir dann Glück. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Hamburg eine gewisse Dominanz am Ball, die wir in der Defensive aber gut bearbeitet haben. Nach dem 2:0 hatten wir hinten raus noch einige gute Umschaltmomente und hätten noch weitere Tore erzielen können, wenn der letzte Pass besser gekommen wäre. Insgesamt bin ich aber sehr glücklich und auch die ganze Mannschaft freut sich, dass sie das Stadtderby gewinnen konnte.