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„Veilchen“ mit breiter Brust

Gegnercheck

21.09.19

„Veilchen“ mit breiter Brust

Der FC Erzgebirge Aue spielt bislang eine starke Saison und will auch in Hamburg punkten. HSV-U21-Trainer Hannes Drews kennt die Gründe für den Erfolg aus eigener Erfahrung.

„Im Schacht brennt Licht“ - mit diesem Motto wirbt der FC Erzgebirge Aue auf seiner Internetseite. Der Satz, der bewusst aus dem Wortschatz des Bergbaus genommen wurde, wird in dieser Saison bislang sportlich eindrucksvoll unterstrichen. Mit elf Punkten aus den ersten sechs Saisonspielen rangieren die „Veilchen“, wie die Mannschaft liebevoll genannt wird, auf Platz fünf des Gesamtklassements und damit im Rampenlicht der 2. Liga. „Diese Punkte haben sie nicht geschenkt bekommen. Wir haben am Montagabend gesehen, dass es gegen jeden Gegner mit weniger als 100 Prozent schwer wird. Aue ist die nächste unangenehme Mannschaft“, betonte Jonas Boldt unlängst die Schwere der Aufgabe.

Hannes Drews steht mit einem Ball in der Hand an der Seitenlinie.
Gute Erinnerungen: Hannes Drews war neun Monate lang Cheftrainer bei Erzgebirge Aue.

"Die Region lebt den Verein"

Einer, der den Verein aus dem Inneren kennt und über die besondere Atmosphäre in Aue bestens Bescheid weiß, ist Hannes Drews. Der U21-Coach der Rothosen stand vom 17. September 2017 bis zum 30 Juni 2018 an der Seitenlinie der Sachsen. „Der FC Erzgebirge Aue hat in der Region eine große Tradition und noch heute eine sehr bedeutende Aufgabe. Die Region lebt den Verein. Besonders ist vor allem die Verbindung zum Bergbau. Nicht nur am Spieltag, sondern auch bei Terminen im und am Stadion sowie in der gesamten Region wird sich stets mit dem Bergarbeiter-Gruß „Glück auf“ begrüßt“, erklärt Drews, für den es seinerzeit die erste Trainerstation im Profibereich war. „Ich bin den handelnden Personen und insbesondere Präsident Helge Leonhardt total dankbar für diese Chance. Ich habe Aue als sehr familiären Club wahrgenommen, bei dem ich mich sehr wohl gefühlt habe.“

Die Wohlfühl-Atmosphäre wurde in dieser Saison aber bereits auf die Probe gestellt. Nach nur drei Ligaspielen trennte man sich überraschend von Cheftrainer Daniel Meyer und dessen Assistenten und Bruder Andre Meyer. Das war insofern unerwartet, weil Aue mit zwei Siegen aus drei Spielen bereits zu diesem Zeitpunkt gut in die Saison gestartet war. Dies sei nach "einem vertraulichen und persönlichen Gespräch" zwischen Vorstand und beiden Trainern beschlossen worden, teilte der sächsische Klub mit. Dazu solle es "keine weiteren Stellungnahmen" geben, hieß es weiter.

Dirk Schuster in Nahaufnahme.
Erfahrener Coach: Dirk Schuster, der bislang 75 Zweitliga-Spiele und 48 Bundesliga-Spiele für Darmstadt und Aue bzw. Darmstadt und Augsburg auf seiner Vita hat, folgte in Aue auf Daniel Meyer und holte vier Punkte aus den ersten beiden Spielen.

Keine Auswirkungen des Trainerwechsels

Für Meyer wurde am 26. August mit Dirk Schuster ein neuer, sehr erfahrener Coach vorgestellt. Der 51-jährige Übungsleiter fand eine intakte Mannschaft vor, die unter seiner Ägide ein Remis gegen Holstein Kiel (1:1) und einen 1:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück einfahren konnte. „Die letzten beiden Spiele haben gezeigt, dass der Trainerwechsel offenbar keine negativen Auswirkungen auf das Team hatte,“ sagt Drews und liefert die Gründe gleich hinterher. „Die Mannschaft hat eine super Mentalität und spielt mit großer Leidenschaft. Dazu aus einer guten taktischen Ordnung mit einer klaren Struktur in ihrem Spiel“, so der U21-Coach.

Es scheint sich auszuzahlen, dass Aue im Sommer das Gros des Kaders aus der vergangenen Saison halten konnte und nur punktuell verstärkt hat, beispielsweise mit Sören Gonther aus Dresden oder Nicolas Sessa aus Aalen. „Sie haben einige richtig gute Kicker in ihren Reihen. Das Umschaltspiel in die Offensive ist eine große Stärke der Mannschaft“, findet Drews. Der HSV trifft also auf ein eingespieltes Team, das mit viel Selbstbewusstsein nach Hamburg reist.

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