
14.08.2024
„Die beste Zeit meines Lebens“
HSV-Hürdensprinter Manuel Mordi war in Paris erstmals bei Olympischen Spielen dabei – und blickt voller Freude zurück. Mit Owen Ansah, Lucas Ansah-Peprah und Laura Ludwig war der Hamburger SV mit drei weiteren Athlet:innen in der französischen Hauptstadt vertreten.
Das sportliche Abschneiden verlief denkbar bitter, doch Manuel Mordi kann es gut einordnen: „Ich bin noch jung und kann viele Erfahrungen mitnehmen.“ Über die 110 Meter Hürden kam der 20-Jährige in 13,48 Sekunden als Vierter seines Vorlaufs ins Ziel und verpasste den direkten Halbfinal-Einzug, durch den neu eingeführten Modus gab es im Hoffnungslauf die zweite Chance. Für das Erreichen der nächsten Runde war ein Platz unter den besten zwei seines Laufs notwendig – am Ende stand jedoch erneut Platz vier (13,55 Sekunden), nur eine Hundertstel-Sekunde hinter dem Sieger dieses Laufs. Besonders ärgerlich: Die Zeit aus dem Vorlauf hätte für das Halbfinale gereicht. Hinzu kommt: Im alten Modus ohne die Hoffnungsläufe wären 24 Sprinter in das Halbfinale gekommen, durch die Hoffnungsläufe kamen nur die schnellsten 18 weiter – Mordi belegte Rang 23.
„Es ist natürlich schade, dass es nicht für das Halbfinale gereicht hat“, sagt Mordi, dem das Leben bei seinem Hoffnungslauf unnötig erschwert wurde: Nach einem Fehlstart eines Konkurrenten und technischen Problemen mit der Startpistole verzögerte sich sein Lauf quälend lange – schwierig, in dieser Situation die Anspannung hochzuhalten.
Für den HSV-Athleten überwiegen dennoch die positiven Erlebnisse aus der französischen Hauptstadt: „Ich hatte in Paris die beste Zeit meines Lebens und kann nur jedem Athleten und jeder Athletin empfehlen, an diesem Traum festzuhalten und hart dafür zu arbeiten. Ich bin dankbar, diese Erfahrung bereits in jungen Jahren gemacht zu haben – das wird mir für meine weitere Karriere enorm helfen.“

Owen Ansah (r.) beim Vorlauf in Paris neben US-Sprinter Noah Lyles, der am Ende Gold über die 100 Meter holte.
Bereits seine zweiten Olympischen Spiele erlebte Owen Ansah. Der 23-Jährige war bereits in Tokio vor drei Jahren Teil des deutschen Sprinter-Pools, blieb damals aber ohne Einsatz. In Paris wurde der HSV-Sprinter erneut für die Staffel nominiert – und hatte nach seinem historischen Lauf in 9,99 Sekunden über die 100 Meter sogar einen Einzelstart. Im Vorlauf gelang dem Hamburger jedoch nicht die Qualifikation für das Halbfinale: In 10,22 Sekunden landete er auf Rang fünf. In seinem Vorlauf kamen stattdessen Louie Hinchliffe (Großbritannien, 9,98s; Noah Lyles (USA, 10,04s und Shaun Maswanganyi (Südafrika, 10,06s) weiter.

Lucas Ansah-Peprah (l.) ging mit der deutschen Staffel an den Start.
(Kopie 1)
Kurz darauf ging es jedoch in der deutschen 4x100-Meter-Staffel weiter – und da stieg auch sein Trainingspartner Lucas Ansah-Peprah in die Wettkämpfe ein. Letzterer war ebenfalls bereits bei den Spielen in Tokio dabei gewesen und mit der Staffel zum Einsatz gekommen – das starke Ergebnis: Platz fünf. In der französischen Hauptstadt ging das HSV-Duo nun gemeinsam in der Staffel an den Start – doch letztlich lief es nicht wie gewünscht: Am Ende waren 38,53 Sekunden und damit Platz fünf nicht genug für den Einzug in den Endlauf.

Laura Ludwig (r.) schied mit ihrer Partnerin Louisa Lippmann (l.) nach der Gruppenphase in Paris aus.
(Kopie 2)
Ihre bereits fünften Olympischen Spiele erlebte derweil Beachvolleyballerin Laura Ludwig. Die 38-Jährige, die 2016 mit ihrer damaligen Partnerin Kira Walkenhorst Gold in Rio gewonnen hatte, ging mit Louisa Lippmann an den Start, erwischte jedoch einen unglücklichen Beginn: Nach dem 0:2 (14:21, 20:22) gegen das französische Duo Richard/Placette sowie der erneuten 0:2-Niederlage (9:21, 15:21) gegen Betschart/Hueberli (Schweiz) standen Ludwig und Lippmann vor der abschließenden Gruppenpartie enorm unter Druck – und unterlagen auch dort gegen Mendoza/Matveeva (Spanien) mit 0:2 (16:21, 19:21). Kurz darauf gab Ludwig bekannt, dass sie ihre großartige Karriere (Olympiasiegerin, Weltmeisterin, vierfache Europameisterin, siebenfache Deutsche Meisterin) nach dieser Saison beenden wird.