
01.07.2022
Inklusion kennt keine Pause
In der vergangenen Saison machten die BG Baskets Hamburg den Klassenerhalt in der 1. Rollstuhlbasketball Bundesliga erst am letzten Spieltag perfekt. Die nächste Spielzeit steht für das Rollstuhlbasketball-Team des HSV erst im September an – doch auch in der Zwischenzeit tut sich einiges, wie BG Baskets-Koordinator David Schulze im Interview in der aktuellen HSVlive verrät.
David, im März haben die BG Baskets Hamburg den Klassenerhalt nach einer komplizierten Saison perfekt gemacht. Wie blickst du zurück auf die Spielzeit?
Es war die zweite Saison unter pandemischen Umständen, sodass wir regelmäßig unser Hygienekonzept ändern und unsere Heimspiele manchmal mit und manchmal ohne Publikum bestreiten durften. Neben den organisatorischen Herausforderungen und auch einer kurzfristigen coronabedingen Spielverlegung war die Saison für unser Team auch in sportlicher Sicht herausfordernd, denn mit Mareike Miller stand uns eine wichtige Säule des Teams über die komplette Spielzeit nicht zur Verfügung. Zudem mussten wir einen Großteil der Saison auf unseren Leistungsträger Kai Möller verzichten. Mit seiner Rückkehr in der Rückrunde konnten wir wichtige Siege einfahren und den Klassenerhalt noch knapp sichern.
Die nächste Saison beginnt erst im September. Wie hält sich das Team in der Zwischenzeit fit?
Unsere Spieler haben die Möglichkeit, an vier Tagen pro Woche zu trainieren. Unser Spielertrainer Alireza Ahmadi wurde unmittelbar nach Saisonende operiert und befindet sich in der Reha, dazu arbeitet Mareike Miller an ihrer Rückkehr. Außerdem haben unsere Nationalspieler einige Lehrgänge, da sowohl für die Herren und Damen als auch für die U23-Nationalmannschaft mit unserem Co-Trainer Peter Richarz und unserem Spieler Luc Weilandt in diesem Jahr noch eine Weltmeisterschaft bevorsteht. Die Weltmeisterschaften haben aufgrund der Zeiträume erneut Einfluss auf die neue Saison.
Was tut sich bei dem Rollstuhlbasketball-Team des HSV in der langen Pause?
Auf sportlicher Ebene hat die Kaderplanung für die neue Saison natürlich höchste Priorität, sodass zahlreiche Gespräche mit unseren Spielern wie auch mit potenziellen Neuzugängen geführt werden. Zudem führen wir permanent Projekttage an und mit Schulen und Unternehmen durch – digital wie auch in Form von Präsenz-Projekten. Und da wir uns auch abseits des Spielfeldes kontinuierlich entwickeln wollen, werden viele Gespräche mit aktuellen sowie möglichen neuen Partnern geführt, Maßnahmen für den Unterbau wie etwa die Sichtung und Förderung von Nachwuchsspielern geplant und umgesetzt oder beispielsweise auch unsere Homepage aktualisiert.
Der Sommer ist in der Regel die Zeit für Transfers. Wird es große Veränderungen im Kader geben?
Wir möchten unseren Kader zum Großteil zusammenhalten und hoffen neben der Rückkehr von Mareike Miller darauf, dass in der kommenden Saison alle Spieler verletzungsfrei und gesund durch die Saison kommen. Zudem möchten wir uns punktuell mit Neuzugängen verstärken.
Du bist schon seit einigen Jahren Koordinator der BG Baskets. Welche Transfers sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
Es gab schon den ein oder anderen Transfer, der trotz Zusage eines Spielers nicht zustande gekommen ist. Insgesamt überwiegen aber die positiven Erfahrungen. Das betrifft nicht unbedingt einzelne Transfers an sich, sondern eher die Begleitumstände - wenn nach einem umfangreichen Visumverfahren etwa Spieler aus Russland oder dem Iran endlich in Hamburg ankommen. Dass sich dieser Aufwand mit zahlreichen Mails und Telefonaten mit der Ausländerbehörde in Hamburg und der Botschaft in Teheran lohnt, beweist exemplarisch unser Spielertrainer Alireza Ahmadi. Er ist das Gesicht unserer Mannschaft, steht für unsere Werte und zeigt, wie Inklusion und Integration vorbildlich funktionieren.
Welche weiteren Themen sind bei den BG Baskets in Planung?
Wir möchten weiterhin strukturell wachsen und nicht nur unsere Spieler entwickeln, sondern vielmehr unser Netzwerk vergrößern und unsere Werte über verschiedene Wege in die Gesellschaft transportieren – mit unseren Bundesliga-Heimspielen sorgen wir nicht nur für Begegnungen auf und abseits des Feldes, sondern haben eine Strahlkraft und zeigen, wie der Sport als Mittel für Inklusion dienen kann.
Hier geht es zur aktuellen Ausgabe der HSVlive.
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Foto: MSSP