
13.03.2024
U23-Frauen vor Stadtderby: „Sind gut vorbereitet“
Am Sonntag, 17. März (13 Uhr), steht für die U23-Fußballerinnen des HSV beim FC St. Pauli das erste Pflichtspiel des Jahres an. Rothosen-Trainer Dominik Jordan spricht über die bisherige Saison, die Weiterentwicklung seines Teams und die Ziele für den weiteren Saisonverlauf.
Dominik, mit dem U23-Team der HSV-Frauen seid ihr im Sommer in die Regionalliga Nord aufgestiegen und habt die Hinrunde auf Platz vier abgeschlossen. Wie bewertest du die bisherigen zwölf Ligaspiele deines Teams?
Meine Bewertung fällt durchweg positiv aus, auch wenn wir Schwankungen in unseren Leistungen haben - aber das ist nichts Ungewöhnliches. Wir haben in vielen Spielen gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner in der Liga bestehen können. Spielerisch haben wir sehr gute Lösungen gezeigt und auch Mentalitätsspiele, die man nur als Team gewinnt, für uns entschieden. Unser größtes Entwicklungsziel ist, dass wir unsere Mentalität und unsere fußballerische Qualität noch konstanter abrufen. Das geht noch besser, aber ist bei jungen Spielerinnen ein Stück weit normal.
Was war das Highlight der bisherigen Saison?
Derbysiege sind immer schön, insofern war das Hinspiel gegen St. Pauli mit einem 3:0-Heimsieg sehr gut. Aber das Highlight war unser Spiel gegen Hannover, als wir einen Titelfavoriten mit einem 3:3 an den Rand einer Niederlage gebracht haben. Wir sind mit 1:0 in Führung gegangen und haben den Gegner zu Beginn dominiert. Dann hatten wir einen Bruch im Spiel und lagen nach 60 Minuten mit 1:3 hinten. Dass das Team sich dann nicht aufgibt, zurückkommt, und sich am Ende mit einem Punkt belohnt, war sehr schön zu sehen.
Zuvor habt ihr in der Oberliga Hamburg gespielt, was sind die größten spielerischen Unterschiede in der Regionalliga Nord?
Wir müssen schneller Lösungen finden, weil wir auch mal gepresst werden und nicht nur gegen tiefstehende Gegner spielen. Auch werden Fehler schneller bestraft, wir müssen häufiger abwägen, wann wir ins Risiko gehen können. Auch körperlich sind wir stärker gefordert.
Was hat sich für dich als Trainer geändert?
Unsere Herangehensweise hat sich geändert, wir bereiten uns intensiver auf die gegnerischen Teams vor und die Trainings- uns Analysearbeit ist detaillierter geworden. Wir haben jetzt auch einen Tag integriert, an dem wir vor allem im Athletikbereich trainieren.
Neben den Ergebnissen ist vor allem die sportliche Entwicklung der vielen jungen Spielerinnen wichtig. Was bedeutet das für die Arbeit mit dem Team?
Wir müssen eine gesunde Mischung aus entwicklungsorientiertem Fußball und guten Ergebnissen finden. Bei den Spielerinnen ist schnell angekommen, dass wir natürlich Spiele gewinnen wollen, aber es vor allem darum geht, dass wir uns als Team und auch individuell weiterentwickeln. Wenn wir zum Beispiel in einem Testspiel mal ein Gegentor kassieren, weil wir einen spielerischen Ansatz wählen und den Ball nicht nach vorne schlagen wollen, ist das völlig in Ordnung. Die Waage dazwischen zu finden, ist nicht so einfach, aber die Spielerinnen machen das sehr gut und wir sind zufrieden.
Warum habt ihr euch bisher so gut in der neuen Liga zurechtgefunden?
Wir bringen unsere Stärken auf den Platz und sind uns den Qualitäten unserer Gegenspielerinnen bewusst. Wir haben uns in Teilen angepasst, aber vertrauen unserem Stil und sind uns weiter treu geblieben. In schwierigen Situationen und engen Spielen stehen wir eng zusammen und haben auch eine hohe individuelle Qualität auf dem Platz, die uns in solchen Situationen hilft.
Wie verlief die Wintervorbereitung auf die verbleibenden zehn Ligaspiele?
Wir haben im Futsal die Deutsche Meisterschaft gewonnen, das war das Highlight und alle haben sich sehr für die Spielerinnen, die mitgespielt haben, gefreut. Ansonsten war der Start mit zwei Niederlagen etwas holprig, aber wir haben uns gesteigert, gute Ergebnisse eingefahren und wieder zu unserem Spiel gefunden. Wir sind gut vorbereitet.
Am Sonntag geht es zum FC St. Pauli, das Hinspiel habt ihr mit 3:0 gewonnen. Was erwartest du für eine Partie?
Es wird ein anderes Match als im Hinspiel. Der Platz ist klein und eng und die Zuschauenden stehen nah am Platz. St. Pauli ist ein sehr eingeschworenes und eingespieltes Team. Es wird ein umkämpftes, enges Derby, in dem wir versuchen, als Siegerinnen vom Platz zu gehen.
Was sind eure Ziele für den weiteren Saisonverlauf?
Unsere Weiterentwicklung steht an erster Stelle, dann kommen die Ergebnisse von allein. Wir versuchen uns im Vergleich zur Hinrunde in der Rückserie zu verbessern. Wenn wir uns als Team und individuell weiterentwickeln, wird das der Fall sein.