Zum Inhalt springen

Auf nach Lüneburg: HSV-Zwote fordert das nächste Spitzenteam

HSV II

04.11.16

Auf nach Lüneburg: HSV-Zwote fordert das nächste Spitzenteam

Am Sonntag spielen die Rothosen bei der Überraschungsmannschaft der Liga.

Am letzten Spieltag der vergangenen Saison brauchte der Lüneburger SK Hansa gegen die damalige U23 des HSV, die sich erst eine Woche zuvor endgültig gerettet hatte, unbedingt einen Sieg, um in der Regionalliga zu bleiben. Lüneburg gewann mit 3:0 und hielt die Klasse, am Ende waren beide Mannschaften froh, dass die Saison vorbei war. Am 15. Spieltag der laufenden Saison treffen nun beide Teams am Sonntag um 14 Uhr auf der Anlage des TSV Bardowick in Lüneburg wieder aufeinander, diesmal allerdings mit gänzlich anderen Vorzeichen. Der LSK ist Tabellenvierter, die Rothosen, mittlerweile eine U21, stehen auf Platz zehn.

Törles Knöll nimmt den Ball mit der Brust an.
Törles Knöll erzielte das Nachwuchs-Tor des Monats September - nun soll er auch in Lüneburg treffen.

Lüneburgs Stärke liegt in der Defensive

Die Lüneburger sind vermutlich die Überraschungsmannschaft der Saison. Der LSK steht auf Rang vier der Regionalliga Nord, nur vier Zähler hinter dem Tabellenzweiten ETSV Weiche Flensburg. Mit so einem Leistungssprung hatten nicht viele Experten gerechnet, zumal die Lüneburger ihren Top-Torjäger Kwasi Wriedt, der in der Vorsaison noch 25 Tore erzielt und acht vorbereitet hat, an den VfL Osnabrück verloren haben. Die Verantwortung verteilt sich nun auf mehrere Schultern im Lüneburger Kader, wenn sie auch mit Gökay Isitan einen neuen Torjäger gefunden zu haben scheinen. Der offensive Mittelfeldspieler erzielte immerhin sieben der bisher 17 Lüneburger Treffer, die Angreifer Pascal Eggert (vier Tore) und George Kelbel (drei Treffer) kommen zusammen auf sieben Tore. Ex-HSV-Spieler Mustafa Kucukovic blieb in acht Einsätzen noch ohne Tor. Vielmehr liegt die Stärke der vom ehemaligen Hamburger Elard Ostermann trainierten Truppe in der Defensive. Erst zwölf Mal musste Keeper Ole Springer hinter sich greifen, nur der SV Drochstersen/Assel kassierte weniger Gegentore. Umso wichtiger, so HSV-Trainer Dirk Kunert, sei deswegen die Konsequenz seiner Jungs im letzten Drittel. Zwar stellt Kunerts Elf wiederum mit 25 erzielten Toren den drittbesten Angriff der Liga, dennoch wünscht sich Kunert vor dem Tor des Gegners noch mehr Zielstrebigkeit. „Daran müssen wir noch arbeiten. Auch gegen Meppen hätten wir mehr den Abschluss suchen, anstatt noch einmal quer zu spielen. Zudem müssen wir unsere individuellen Fehler minimieren.“ Aufgrund dieser Fehler verlor man die Partie gegen den Spitzenreiter zwar verdient, aber doch unnötig. „Da war mehr drin, das wollen wir nun in Lüneburg nachholen“, sagt Kunert bissig.

(Kopie 1)

Tom Mickel hält gegen Meppen einen Strafstoß.
Tom Mickel hielt gegen den SV Meppen einen Strafstoß und zeigte ein starkes Spiel.

Die Liste der Ausfälle ist lang – Kunert will trotzdem punkten

Zwar mögen die Gastgeber am Sonntag favorisiert sein, allerdings weiß Hamburgs Chef-Trainer, dass sich seine Elf gegen stärkere Mannschaften leichter tut – vor allem auswärts. Zuletzt gewannen die Rothosen beim amtierenden Meister VfL Wolfsburg II mit 3:1. Allerdings plagen die Hamburger arge Personalsorgen. Young-Jae Seo (Außenmeniskusriss) und Niklas Holz (Haarriss), fallen bis zum Jahresende aus. Kapitän Dennis Strompen fehlt mit einer Innenbandverletzung ebenfalls noch einige Wochen. Finn Porath wird in Lüneburg wegen leichter Bänderbeschwerden ebenfalls fehlen und in der kommenden Woche wieder mit der Mannschaft trainieren, auch Bibie Njie soll dann wieder einsteigen. Zudem ist Kerim Carolus gelbgesperrt und die Einsätze von Leon Mundhenk, Vesel Limaj und Oliver Oschkenat sind aufgrund verschiedener kleinerer Blessuren fraglich. „Wir haben einen großen Kader, das ist unser Vorteil“, sagt Kunert trotzig, zumal Vize-Kapitän Sebastian Haut nach der Genesung vom Pfeifferschen Drüsenfieber wieder im Kader steht. Auch von den Profis könnte es Verstärkung geben. „Egal, wer am Sonntag im Bus sitzen wird, auf der Rückfahrt wollen wir etwas Zählbares im Gepäck haben“, meint Kunert, der bei dieser Aussage auch die Tabelle im Hinterkopf hat. „Die ist nach wie vor eng und das wird sie auch bleiben, deswegen brauchen wir bis zur Winterpause noch ein paar Zähler.“