
29.08.2026
0:2 – HSV unterliegt beim BVB zum Bundesliga-Start
Die Hamburger geraten beim zunächst furios aufspielenden Vizemeister zur Pause mit zwei Toren ins Hintertreffen, zeigen nach dem Seitenwechsel aber ein deutlich verbessertes Gesicht und verpassen mehrfach den Anschlusstreffer.
Der Hamburger SV hat am Sonnabend (29. August) sein Auftaktspiel in die Bundesliga-Saison 2026/27 bei Borussia Dortmund mit 0:2 (0:2) verloren. Vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park dominierten die Hausherren den ersten Durchgang und gingen durch Guirassy (9.) und Konstantelias (45.+2) hochverdient mit 2:0 in Führung. Nach dem Seitenwechsel waren die Hamburger dann die bessere Mannschaft, verpassten ihrerseits aber den Anschlusstreffer, Daka scheiterte unter anderem am Aluminium. Auch ein Platzverweis gegen Inacio (77.) änderte nichts mehr am Ergebnis.

Zunächst ohne Chance …
Im Vergleich zum 3:0-Sieg im DFB-Pokal beim SC Verl veränderte Cheftrainer Polzin seine Startformation auf zwei Positionen: Keeper Heuer Fernandes rückte für Tangvik zwischen die Pfosten, Torunarigha ersetzte Nandja in der Innenverteidigung. Im 5-4-1 gegen den Ball gestaffelt bekam der Abwehrverbund der in Blau gekleideten Hamburger direkt maximal zu tun, da der Vizemeister das Heft des Handels spielfreudig und kombinationssicher in die Hand nahm. Nationalspieler Nmecha verzeichnete in der 8. Minute aus 18 Metern den ersten Abschluss, schoss aber knapp drüber. Keine Zeigerumdrehung später kamen die Borussen wieder gefährlich vor die Kiste, als Karetsas und Guirassy per doppeltem Doppelpass die HSV-Deckung aushebelten und der Mittelstürmer unhaltbar ins lange Eck vollstreckte – 1:0 für den BVB (9.). Die Borussen rannten weiter an, doch bei den nächsten Torschüssen durch Karetsas (10.) und Nmecha (13.) konnte Heuer Fernandes souverän parieren.
Nach einer furiosen Anfangsviertelstunde blieben die Schwarz-Gelben im Spiel mit und gegen den Ball die tonangebende Mannschaft, ohne zunächst weitere Torchancen zu kreieren. Der HSV schloss seines Zeichens mit zunehmender Spieldauer die Räume besser, tat sich aber im eigenen Ballbesitz schwer. Anders die Borussen, die allen voran durch die beiden griechischen Neuzugänge Karetsas und Konstantelias immer gefährlich blieben. Erstgenannter vergab nach Vorlage seines Landsmannes aussichtsreich im Strafraum mit zu viel Rücklage das 2:0 (33.). Bei seinem nächsten wuchtigen Abschluss fand der 19-Jährige seinen Meister in Heuer Fernandes, der den abgefälschten Schuss stark per Fußabwehr parierte (41.). Beim nächsten abgefälschten Torschuss der Borussen durch Konstantelias war der HSV-Schlussmann dann machtlos, sodass der HSV kurz vor dem Pausenpfiff ärgerlich, aber angesichts der gegnerischen Dominanz verdient das 0:2 hinnehmen musste.

… und dann stark verbessert
Die Hamburger kamen ohne personelle Wechsel, aber mit neuem Mut aus der Kabine und verzeichneten prompt ihre beste Torchance: Grönbaek zwang mit einem tückischen Schlenzer aufs lange Eck Kobel zur ersten Parade (48.). Fast im Gegenzug war auch Heuer Fernandes wieder gefragt, hielt zunächst gegen Karetsas (50.) die kurze Ecke dicht, ehe Konstantelias den Nachschuss vergab. Kurz darauf musste der Torschütze zum 2:0 aufgrund einer Knieverletzung den Platz verlassen. Die Hamburger blieben ihrerseits gefährlich: Capaldo eroberte tief in der gegnerischen Hälfte den Ball und spielte sofort steil auf Daka, der auf Höhe des Elfmeterpunktes nur um wenige Zentimeter verpasste (60.). Wenige Minuten später traf der Mittelstürmer nach Zuspiel von Lemke dann die Kugel aus vergleichbarer Position, küsste mit seinem Abschluss dieses Mal den rechten Außenpfosten (67.). Es war zugleich die letzte Aktion des Sambiers, der anschließend ebenso wie Adeline Platz für Moffi und Stange machte.
Mit neuen Offensivkräften setzten die Hamburger ihre Bemühungen um den Anschlusstreffer fort. Und die Spieldynamik sollte sich nach einem Dreifachwechsel auf der Gegenseite nochmals ändern: Inacio sah zweieinhalb Minuten nach seiner Einwechslung nach einem Foulspiel mit gestrecktem Bein gegen Grönbaek die Rote Karte – der HSV für die Schlussviertelstunde in Überzahl. Für den Dänen blieb das Foulspiel zum Glück folgenlos, er zwang mit dem nächsten Aufsetzer aufs kurze Eck Kobel zur nächsten Glanztat, ehe auch Sambi Lokonga aus aussichtsreicher Position das 1:2 vergab. Anschließend ging Polzin "all in", brachte in Poulsen und Nadir zwei Offensivkräfte für die Defensivakteure Torunarigha und Jatta. Doch die nächste Top-Chance gehörte den Borussen, die nun mehr und mehr Platz zum Kontern bekamen: Der eingewechselte Veerman zog den Ball knapp am rechten Kreuzeck vorbei (90.). Philippe per Fernschuss, in den Moffi (90. +4) die Hüfte reinhielt, prüften ein letztes Mal Kobel.
So blieb es beim 0:2 aus HSV-Sicht und einem Bundesliga-Start mit zwei komplett unterschiedlichen Hälften.
Das Spiel im Stenogramm:
Borussia Dortmund: Kobel – Ryerson (74. Mane), Anton, Gadou – Beier (84. Prates), Bellingham, F. Nmecha (74. Veerman), Svensson – Karetsas (74. Inacio), Konstantelias (54. Sabitzer) – Guirassy
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo, Bornauw, Torunarigha (82. Nadir) – Jatta (82. Poulsen), Sambi Lokonga, Remberg, Lemke (89. Philippe) – Adeline (67. Stange), Grönbaek – Daka (67. Moffi)
Tore: 1:0 Guirassy (9.), 2:0 Konstantelias (45.+2)
Zuschauer: 81.365 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Zwayer, Felix (Berlin)
Gelbe Karten: Ryerson, Svensson / Sambi Lokonga
Rote Karten: Inacio
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