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31.10.2026
3:4 – HSV-Frauen scheiden nach Pokal-Krimi aus dem DFB-Pokal aus
Im turbulenten DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Union Berlin unterlagen die Rothosen nach 120 Minuten mit 3:4 (2:0, 3:3). Trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung durch Stoldt (10.) und Bartz (33.) sowie Wredes spätem Ausgleich (90.+4) mussten sich die Hamburgerinnen in der Verlängerung geschlagen geben.
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Mit Doppelpack zur Halbzeitführung
Nach dem denkwürdigen 4:4 im Liga-Duell am vergangenen Sonntag nahm Cheftrainer Rodolfo Cardoso zwei Veränderungen in seiner Startelf vor. Für Szemik rückte Pokal-Keeperin Baum zwischen die Pfosten, zudem kehrte Doucoure nach ihrer Sperre in der Liga in die Anfangsformation zurück.
Wie schon im Ligaspiel erwischten die Rothosen einen guten Start. Nach einer kurzen Phase des gegenseitigen Abtastens nutzten sie ihre erste vielversprechende Gelegenheit direkt zur Führung: Bartz‘ Abschluss wurde zunächst von der Unioner Defensive geblockt, doch Linberg reagierte am schnellsten, nahm den Abpraller auf und nagelte den Ball unter die Latte – keine Chance für Berlins Keeperin Böhi und die 1:0-Führung für die Rothosen (10.).
Die Gäste benötigten etwas Zeit, um sich von dem frühen Rückschlag zu erholen. Ihre erste gefährliche Aktion verbuchten die Köpenickerinnen in der 23. Minute. Nach einem Foul von Doucoure brachten die Hauptstädterinnen einen Freistoß aus rund 30 Metern in den Hamburger Strafraum. Der Ball rutschte durch die Abwehrreihen hindurch, landete letztlich aber in den Armen von Baum. Auf der Gegenseite sorgte wenig später erneut Bartz für Gefahr. Ihr Distanzschuss rutschte der gebürtigen Hamburgerin jedoch über den Fuß und verfehlte das Tor deutlich. Nach rund einer halben Stunde erhöhte Union den Druck und kam dem Ausgleich nahe. Janssens prüfte Baum mit einem präzisen Abschluss, doch die HSV-Torhüterin war mit den Fingerspitzen zur Stelle und lenkte den Ball über die Latte (30.). Die anschließende Ecke brachte nichts ein. Stattdessen schlugen die Rothosen auf der anderen Seite erneut eiskalt zu: Linberg kratzte den Ball an der Seitenauslinie noch vor dem Aus und brachte ihn anschließend in den Strafraum. Die Berlinerinnen konnten nicht entscheidend klären, sodass Bartz im Zentrum ansetzte und auf 2:0 erhöhte (33.).
Kurz vor der Pause hatte der HSV Glück, als sich Kamber auf dem Flügel gegen Doucoure durchsetzte und auch die herausgerückte Baum umkurvte. Ihr Abschluss aus spitzem Winkel verfehlte das Tor jedoch um wenige Zentimeter und es ging mit einer 2:0-Führung für die Hamburgerinnen in die Pause.
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Union dreht die Partie – Wrede trifft spektakulär in letzter Sekunde
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie mit wenigen klaren Torchancen. In der 57. Minute setzten die Hamburgerinnen ein weiteres offensives Ausrufezeichen: Nach einem Foul an Bartz trat Linberg zum Freistoß an. Aus ähnlicher Position wie bei ihrem Treffer im Ligaspiel versuchte es die Norwegerin erneut direkt, diesmal konnte die Berliner Mauer den Ball jedoch zur Ecke abwehren. Union verteidigte zunächst, doch Doucoure kam an den zweiten Ball und zog aus rund 30 Metern direkt ab. Böhi stand weit vor ihrem Tor und konnte den Versuch nur mit den Fingerspitzen zur nächsten Ecke lenken.
Auch in der Folge blieben die Rothosen gefährlich. Linberg ließ in der 67. Minute gleich zwei Gegenspielerinnen im Strafraum aussteigen, ihr Abschluss war letztlich aber nicht platziert genug. Stattdessen gelang Union nur eine Zeigerumdrehung später der Anschlusstreffer: Nach einer Kombination über Steuerwald und die eingewechselte Orschmann verwertete Veit eine Direktvorlage zum 1:2 (68.).
Der Treffer gab den Gästen spürbar Auftrieb. Die Köpenickerinnen erhöhten den Druck und kamen nach einem Handspiel zu einem Freistoß aus aussichtsreicher Position. Pujols nahm aus rund 18 Metern direkt Maß und traf ins rechte Eck. Baum war beim 2:2 machtlos (74.). Nur wenige Minuten später drehten die Berlinerinnen die Partie komplett: Orschmann setzte sich gegen Böhler durch und legte für Bauereisen ab, die den Ball zur 3:2-Führung einschob (80.). Bei der Aktion waren Stoldt und Baum zusammengestoßen. Nach einer kurzen Behandlungspause konnte die HSV-Torhüterin jedoch weiterspielen.
Die Hamburgerinnen fanden zunächst kaum noch Wege in die Offensive, während sich Union zunehmend auf die Defensive konzentrierte. Doch die Rothosen gaben sich nicht geschlagen und sorgten in der Nachspielzeit noch einmal für einen emotionalen Höhepunkt: Nach einer Balleroberung versuchten sie, den Ball ins Zentrum zu bringen. Die eingewechselte Wrede nahm sich schließlich aus knapp 30 Metern ein Herz und traf mit einem überragenden Distanzschuss zum 3:3-Ausgleich (90.+4). Damit rettete sie ihre Mannschaft in letzter Sekunde in die Verlängerung und absolvierte zugleich ihren ersten Pflichtspiel-Treffer.
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Ärgerliches Pokal-Aus trotz Überzahl
In der Verlängerung mussten die Gäste ab der 100. Minute in Unterzahl weiterspielen. Unions Kapitänin sah nach einem weiteren Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Trotz numerischer Überlegenheit gerieten die Rothosen kurz darauf beinahe erneut in Rückstand: Ein langer Ball erreichte Orschmann, die frei zum Abschluss kam, das Tor mit ihrem Versuch aber knapp am linken Pfosten verfehlte (102.).
Auf beiden Seiten schwanden zunehmend die Kräfte. In der zweiten Hälfte der Verlängerung kamen die Hamburgerinnen wieder besser ins Spiel und suchten die Entscheidung. Nach einer Flanke von Wrede verpasste Karczewska in der 113. Minute knapp, auch Eggert kam im Anschluss nicht entscheidend zum Abschluss.
Stattdessen schlug Union erneut zu: Nach einem schnellen Gegenangriff stimmte die Abstimmung zwischen Böhler und Mirzaliyeva nicht, sodass Bauereisen den Ball erobern konnte. Sie umkurvte Baum und schob zum 4:3 für die Gäste ein (115.).
In den verbleibenden Minuten warfen die Rothosen noch einmal alles nach vorn, suchten mit viel Einsatz die Zweikämpfe und den Weg zum gegnerischen Tor. Der erneute Ausgleich wollte jedoch nicht mehr gelingen. So mussten sich die HSV-Frauen nach 120 intensiven Minuten mit 3:4 geschlagen geben und verabschieden sich trotz einer starken ersten Halbzeit und großem Kampf aus dem DFB-Pokal.
Das Spiel im Stenogramm
HSV-Frauen: Baum – Doucoure, Böhler, Mirzaliyeva, Eggert – Bartz, Stoldt, Machtens, Morich – Linberg, Brunnthaler
1. FC Union Berlin: Böhi – Schneider, Pujols, Gräwe, Steuerwald, Bauereisen, Tysiak, Hausicke, Kamber, Reissner, Janssens
Tore: 1:0 Linberg (10.), 2:0 Bartz (33.), 2:1 Veit (68.), 2:2 Pujols (72.), 2:3 Bauereisen (80.), 3:3 Wrede (90. +4), 3:4 Bauereisen (113.)
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