)
13.09.2026
„Du kommst aus diesen Phasen nur heraus, wenn du zusammenstehst“
Der HSV verliert in der Bundesliga zum zweiten Mal in Folge mit 0:5, zeigt sich bei RB Leipzig aber phasenweise klar verbessert. Die Stimmen zum Spiel bewegen sich entsprechend zwischen Enttäuschung, Selbstkritik, Entschlossenheit und Zuversicht.
Nicolai Remberg: Wir haben zum zweiten Mal mit 0:5 verloren. Da gibt es wenig schönzureden. Wir haben uns wieder ein paar Tore selbst reingehauen. Das waren zu viele individuelle Fehler, um etwas mitzunehmen. Wir müssen klarer und abgeklärter sein. Zugleich waren wir heute viel besser als noch in der Vorwoche. Dahinter werde ich stehen. Wenn wir genauso untergegangen wären wie letzte Woche, würde ich anders sprechen. Aber so muss ich die Jungs in Schutz nehmen. Ich werde predigen, dass wir die positiven Dinge aus der zweiten Hälfte mitnehmen, in der wir auch viele gute Offensivmomente hatten. Wir werden uns aus dieser Situation herauskämpfen und uns auf keinen Fall hängen lassen.
Yussuf Poulsen: 250 Bundesliga-Spiele sind eine schöne Nummer, aber ich bin Fußballer und will immer gewinnen. Daher war das heute natürlich kein schöner Tag. Wir haben die ersten 15 Minuten sehr hoch gepresst und viele Bälle gewonnen. Danach wollten wir uns mehr zurückziehen, ein paar Umschaltszenen kreieren. Auch das ist uns gelungen. Leipzig war effizient und hat seine beiden Großchancen in der ersten Hälfte genutzt. Mit dem 0:2-Rückstand mussten wir verstärkt nach vorn spielen. Das haben wir gemacht, aber es versäumt, die Möglichkeiten zum 1:2 zu nutzen. Danach hat Leipzig seine enorme Qualität gezeigt. Wir müssen es natürlich besser als an den ersten Spieltagen machen. Heute waren wir im Vergleich zur Vorwoche phasenweise bereits klar verbessert.
Daniel Heuer Fernandes: Ich habe direkt nach dem Spiel keine Erklärung dafür. Es darf uns nicht passieren, dass wir wieder fünf Gegentore kassieren. Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt als gegen Mainz. Die Energie, die Präsenz und der Zug zum Tor waren anders. Die Herangehensweise war ein deutlicher Unterschied, aber das Ergebnis ist das Gleiche. Das ist ernüchternd. Wir müssen Verantwortung dafür übernehmen und weiter zusammenstehen. Es sollte das klare Ziel sein, in der ersten Hälfte nicht schon 0:2 zurückzuliegen. Wir haben uns dann inhaltlich ein paar Dinge vorgenommen, man konnte sehen, dass wir die Zonen, die wir bespielen wollten, gefunden haben. Aber es ist dann nicht hilfreich, in einer Phase, in der wir Aktionen aufs gegnerische Tor hatten, das 0:3 zu kriegen. Das hat uns den Stecker gezogen. Das muss man so klar sagen. Wir müssen dann weiterhin kompakt stehen und dürfen nicht die Ruhe verlieren.
Claus Costa: Es ist völlig klar, dass wir uns das ganz anders vorgestellt haben, als zweimal in Folge mit 0:5 zu verlieren. Trotzdem sind es zwei völlig unterschiedliche Spiele gewesen. Wir hatten heute Phasen, die deutlich stärker waren als letzte Woche, als es sehr einseitig und deutlich war. Dieses Mal war das Spiel über weite Strecken ausgeglichen, aber in den entscheidenden Momenten war es viel zu leicht, gegen uns Tore zu schießen. Im Mannschaftssport ist es immer wichtig, dass das eine Rädchen ins andere greift. Hier haben wir aktuell noch Nachholbedarf. Das war schon in der Vorwoche erkennbar. Es gibt nicht den einen Grund, diese eine Ursache, sondern neben individuellen Fehlern auch gruppen- und mannschaftstaktische Themen, die wir schnell verbessern müssen. Unser Trainerteam ist dafür bekannt, sehr inhaltlich und analytisch mit den Spielern zu arbeiten. Es klingt etwas absurd, wenn du zweimal in Folge mit 0:5 verlierst, aber das heutige Spiel war von den Abläufen und der Herangehensweise schon ein anderes als in der letzten Woche. Es ist noch lange nicht das, was wir wollen und brauchen, um erfolgreich zu sein, aber ich bin sicher, dass wir auch dieses Mal wieder die richtigen Schlüsse ziehen, um vor allem defensiv stabiler aufzutreten.
Merlin Polzin: Es ist wichtig, dass wir die Art und Weise, wie wir das Spiel aufarbeiten wollen, herausstellen. Entweder siehst du das Endergebnis und sagst, dass es ähnlich beschissen war wie letzte Woche. Auf der anderen Seite steht, dass ich heute eine Mannschaft gesehen habe, die von Anfang an versucht hat, Dinge deutlich besser zu machen als letzte Woche. Wir haben zu Spielbeginn versucht, viel Druck zu erzeugen, aggressiv zu sein und sofort eine Energie zu zeigen, die für unser Spiel wichtig ist. Nach der Halbzeit haben die Jungs versucht, den Anschlusstreffer zu erzwingen. Da gab es vier, fünf Möglichkeiten, aus denen man mehr herausholen muss. Die inhaltliche Betrachtungsweise ist das Einzige, was unserem Prozess helfen wird. Du kommst aus diesen Phasen nur heraus, wenn du zusammenstehst und Verantwortung übernimmst und nicht versuchst, die Schuld beim Nebenmann zu suchen. Die Reaktion der Mannschaft zeigt genau das. Das ist, was wir für die kommende Woche mitnehmen. Nichtsdestotrotz schmerzt die Niederlage und ihre Höhe. Wir werden daraus lernen und versuchen, es besser zu machen.
Martin Demichelis: Es war eine wichtige Reaktion von den Jungs im richtigen Moment. Das war ein wichtiger Sieg. Die Mannschaft hat eine gute Leistung gebracht. Auch das Stadion und die Fans hatte einen guten Tag. Ich freue mich sehr als Trainer.
Anzeige
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)