
06.09.2026
„Ein maximal beschissener Nachmittag für uns“
Die Rothosen müssen sich daheim klar mit 0:5 dem 1. FSV Mainz 05 geschlagen geben. Dementsprechend enttäuscht und frustriert waren die HSV-Profis nach dem Abpfiff. Die Stimmen zum Spiel.
Nicolai Remberg: Wir wussten, dass Mainz viel mit langen Bällen spielt, immer wieder Tietz suchen wird, der die Bälle gut festmacht und ablegt. Wir haben es leider überhaupt nicht geschafft, das gut zu verteidigen. Die Gegentore sind viel zu billig und zu einfach, dabei geht das erste natürlich klar auf mich. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir eigentlich ganz gut drin, hatten etwas Zug nach vorn, auch das Stadion war da. Danach haben wir uns hängen gelassen und haben es auch verpasst, nach der Pause mit neuer Energie rauszukommen. 0:5 ist ein Nackenschlag, aber kein Beinbruch. Wir können jetzt nicht alle schlechtreden. Wir haben auch in der Vorsaison viele Spieler erst am Ende der Transferperiode bekommen. Wir werden uns einspielen und eingrooven müssen. Dann sind wir da, da bin ich mir sicher. Unsere Abläufe sind nicht so schwer zu verstehen, aber sie am Ende in der Praxis umzusetzen ist die Challenge. Vielleicht braucht es noch ein bisschen. Es nervt gerade total, weil wir eine gute Trainingswoche hatten, gut in unseren Abläufen waren. Umso bitterer ist es, dass heute so wenig davon zu sehen war. Das wird morgen keine gute Analyse.
Daniel Heuer Fernandes: Das Ergebnis spricht für sich. Das sollte uns nicht passieren – vor allem nicht zu Hause. Wir haben es nicht geschafft, auf dem Platz zu zeigen, was wir uns vorgenommen hatten. So entstehen die Gegentore. Eigentlich wussten wir, dass der Gegner kompakt stehen und schnell in die Spitze spielen wird. Aber wir haben die Chancen durch unsere Positionierungen zugelassen. Es lag nicht an Einzelnen, sondern am Verbund, wie wir verteidigt und angegriffen haben. Wir waren in vielen Dingen nicht an unserem Maximum und müssen aus solchen Dingen lernen. Es gibt einige Themen, die wir ansprechen und verbessern müssen. Wir sind am Anfang der Saison und werden noch in unsere Abläufe kommen, dann werden wir auch wieder ein besseres Gesicht zeigen. Heute haben wir es inhaltlich nicht gut umgesetzt.
Merlin Polzin: Jeder hat das Spiel gesehen. Das Ergebnis spricht für sich. Es ist ein maximal beschissener Nachmittag für uns. Wir haben völlig verdient verloren. Es gibt viele Dinge, die wir aufarbeiten wollen und müssen, um es in der nächsten Woche besser zu machen. Es geht weniger darum, etwas schönzureden oder Erklärungen aus der Emotion heraus zu finden. Das werden wir in der Analyse mit der Mannschaft und dem Trainerteam in Ruhe tun, um möglichst schnell ein anderes Gesicht zu zeigen. Wir wussten, dass wir extrem auf das Konterspiel der Mainzer und unsere Restverteidigung aufpassen müssen. Wir haben es nicht geschafft, in unsere Abläufe zu kommen. Das haben wir in der Halbzeit klar angesprochen. Es waren viele Kleinigkeiten, die nicht ineinandergegriffen haben. Das wird sicherlich ein Schwerpunkt in der Analyse, warum es nicht funktioniert hat. Es geht nicht darum, Einzelne herauszustellen, sowohl was gute Leistungen als auch schlechte angeht. Wir gehen alle gemeinsam durch diese Phasen. Es ist ein Moment, der extrem wehtut und der so nicht zu erwarten war. Es zeigt uns allen, dass wir klar bleiben und die einfachen Dinge erst einmal gut machen müssen.
Urs Fischer: Ich freue mich natürlich über den Sieg. Man fährt nicht einfach zum HSV und gewinnt. Es hat mich beeindruckt, was meine Jungs vor allem in der ersten Hälfte gezeigt haben. Dadurch war die Pausenführung verdient. Es spricht für meine Jungs, wie sie danach drangeblieben sind, weil sich der HSV für die zweite Halbzeit sicherlich viel vorgenommen hatte. Dass wir in der 47. Minute das 3:0 schießen, tat ihnen wirklich weh. Danach haben wir es konsequent zu Ende gespielt.
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