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06.11.2026
„Eine unglaubliche Mannschaftsleistung“
Der HSV gewinnt sein Heimspiel mit 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach und sorgt für mehrere Ekstase-Momente im Volkspark. Die Stimmen zum Spiel.
Albert Grönbaek: Es war heute eine unglaubliche Mannschaftsleistung. Wir haben alles reingelegt, hätten im ersten Durchgang mehr als ein Tor erzielen können. Es war umso nerviger und frustrierender, dass wir so ein Gegentor vor der Halbzeit kassiert haben, aber wir haben dennoch weiter gepusht und uns am Ende mit dem Sieg belohnt. Wir finden immer besser als Team zusammen. Es braucht seine Zeit, um eine gute Verbindung zueinander aufzubauen. Das ist nach wenigen Wochen unmöglich. Mittlerweile wissen wir mehr und mehr, was zu tun ist und welche Neigungen jeder Spieler hat. Und das haben wir heute gezeigt.
Shafiq Nandja: Ich habe bei meinem Tor nicht mehr viel gefühlt: Ich habe einfach hochgeschaut und alles rausgelassen, was in mir war. Irgendwann habe ich gemerkt, dass Otto mich lange umarmt hat. Wir sind den Weg gemeinsam gegangen, er ist seit Langem mein Bruder. Es hat mich umso mehr gefreut, dass er beim Tor direkt da war. Vor der Nordtribüne zu treffen, ist einfach das beste Gefühl. Davon habe ich immer geträumt. Ich hatte zuvor schon eine Schussmöglichkeit, war mir in der Situation aber zu unsicher und habe noch einen Mitspieler gefunden. Danach habe ich gedacht: Jetzt schließe ich einfach ab. Ich war früher bis zur U15 noch Stürmer, das hat sich in dem Moment ausgezahlt. Ich bin froh, dass ich heute wieder starten durfte und das Vertrauen erhalten habe. Das bleibt einfach ein Privileg. Dass ich dieses Vertrauen an Merlin und das Trainerteam heute zurückzahlen konnte, macht mich total froh.
Miro Muheim: Ich hatte ziemlich viel Platz, ziehe ab und treffe den Ball perfekt. Das ist natürlich ein geiler Moment, dass er dann so einschlägt. Ich trainiere diese Schüsse oft. Es tut uns als Mannschaft extrem gut, nach ein paar schwierigen Niederlagen heute zu Hause zu gewinnen. Das war wichtig. Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt, gehen mit 1:0 in Führung und hatten viele Chancen, um diese auszubauen. Vor der Halbzeit kriegen wir dann das 1:1, ein blöder Fehler zuvor von mir in der Mitte. Die Gelb-Rote Karte hat uns dann in die Karten gespielt, aber es war am Ende ein verdienter Sieg. Es ist schön, damit in die Länderspielpause zu gehen.
Albert Sambi Lokonga: Die Atmosphäre hier ist verrückt. Jedes Mal, wenn du zu Hause spielst, dann kannst du es einfach genießen, vor so einer Kulisse zu spielen. Wir haben heute natürlich schöne Tore erzielt, aber ich ärgere mich vor allem auch über viele Ballverluste in der zweiten Hälfte, womit wir dem Gegner die Möglichkeiten gegeben haben, wieder ins Spiel zurückzukommen. Das ist meine Mentalität und das muss unser Anspruch sein, um das nächste Level zu erreichen. Ich fühle mich mittlerweile immer besser, es liegt an mir, diese Leistungen immer wieder abzurufen.
Merlin Polzin: Wir haben eine brutal intensive erste Hälfte gesehen, in der es rauf und runterging. Wir haben uns extrem viel vorgenommen, wollten sofort das Stadion und die Energie mitnehmen. Das haben die Jungs toll umgesetzt, viel Zug nach vorn entwickelt. In der zweiten Hälfte haben wir uns vorgenommen, Overloads auf der linken Seite herzustellen. Mit Erfolg: Das Spielglück hat uns im Vergleich zu den Vorwochen geholfen und dann ist es ein anderes Spiel mit einem Mann mehr. Wenn du eine Woche nur verlierst, viel abbekommst, teilweise auch berechtigte Kritik, dann aber stabil bleibst, dann kriegen die Jungs viel Respekt, es so zu Ende zu spielen. Auch wenn wir nicht ganz so sattelfest waren mit Blick auf die Kontrolle, haben wir alles reingeworfen. Sinnbildlich war die Szene, als Seb den Fehlpass spielt und dann hinterhergeht und den Ball wieder rettet. Es zeigt, dass die Jungs füreinander spielen. Das ist eine Szene des Spiels neben all den tollen Momenten, etwa dem Tor von unserem Hamburger Jung Shafiq oder den Distanzschüssen von Miro und Albert.
Alexander Blessin: Glückwunsch an Merlin und den HSV. Es ist ein maximal unglücklicher Spielverlauf für uns. Wir sind gut reingekommen, haben dann ein paar Situationen nicht gut bewältigt und den HSV in Chancen bestärkt. Dann kommt der erste Sonntagsschuss, als wir bestraft wurden, weil wir auf der ballfernen Seite nicht gut verteidigen. Wir sind zurückgekommen und machen verdient den Ausgleich. Dann nehmen wir uns viel für die zweite Hälfte vor und die Gelb-Rote Karte ist dann der Genickbruch. Wir kriegen das 1:2 und danach wird es schwierig, auch wenn wir noch einmal alles versucht haben und direkt im Anschluss eine Riesenchance auf das 2:2 hatten. Es wirkte auch nicht alles sattelfest beim HSV. Dann kommt der zweite Sonntagsschuss. Als Fußballer sagt man: Wunderschöne Tore, aber wenn sie gegen dich fallen, ist es umso bitterer.
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