
Sie alle hatten ihren Anteil am Aufschwung in der zweiten Halbzeit und speziell in der Schlussphase: Die von Tim Walter später ins Rennen geschickten Akteure, die beim 3:3-Remis in Heidenheim eine spielentscheidende Rolle eingenommen hatten. Sonny Kittel ordnete das Spiel des HSV neu, sorgte für Struktur und Sicherheit im Hamburger Passspiel. Noah Katterbach machte auf der linken Seite richtig viel Alarm, überzeugte defensiv wie offensiv und glänzte zudem als Vorbereiter. Andras Nemeth wusste wie auch schon im Spiel zuvor in Rostock als Blitzstarter zu gefallen und leitete mit seinem Treffer zum 1:3 die Aufholjagd ein. Und Laszlo Benes tat das, was er seit einigen Spielen dauerhaft macht: er betätigte sich als spielstarker Mittelfeldmotor - und vor allem als Torvorbereiter.
Als Benes in der 72. Minute auf der linken Seite ins Dribbling ging, seine Flanke erst nur antäuschte, noch einen Schritt Richtung Grundlinie machte, dann butterweich ins Sturmzentrum auf Nemeth flankte und der den Ball zum Hamburger Anschlusstreffer ins Tor köpfte, da ploppte in den Statistikbüchern Benes' ein neuer Eintrag auf: wieder eine Torvorlage, schon im vierten Spiel in Folge, die achte in den letzten neun Partien und zudem insgesamt der neunte Assist in dieser Saison. Kein Spieler der 2. Liga kann mehr Torvorlagen vorweisen als Hamburgs Nummer 8, auf Platz 2 der Vorbereiter-Bestenliste folgt Darmstadts Tobias Kempe (8), auf Platz 3 Mannschaftskamerad Jean-Luc Dompe (7). Laszlo Benes - der beste Tor-Butler der Liga!
Laszlo Benes' HSV-Statistik: 20 Spiele, 9 Torvorlagen, 2 Treffer
Tim Walter weiß selbstverständlich um diese Stärke. Wie er auch ganz allgemein um die große Wucht weiß, die er in jedem Spiel von der Bank aus bringen kann. In allen drei Spielen dieses Jahres war diese Bank ein riesengroßer Faktor im Spiel des HSV, der während der zweiten Hälfte stets zulegen und so am Ende die Duelle gegen Braunschweig und Rostock für sich entscheiden und in Heidenheim auf beeindruckende Weise zumindest ausgleichen konnte. Nicht umsonst betont Walter immer wieder, dass die Zeiten vorbei seien, in denen eine Mannschaft aus elf Spielern bestünde, vielmehr könne man durch die Möglichkeit der fünf Wechsel entscheidenden Einfluss auf das Spiel nehmen - wenn man denn über solch eine große Qualität verfügt wie die Rothosen derzeit.
Zu dieser zählt in großem Maße auch Benes, der das Spiel immer wieder an sich reißt, wenn er in die Partie kommt und - gegen mitunter von den Kollegen schon ein bisschen müde gespielte Gegner - groß aufzieht. In diesen Momenten blitzt seine außergewöhnliche Klasse auf, nicht umsonst hat der 25-Jährige aus seiner Zeit in Gladbach und Augsburg bereits 65 Bundesliga-Spiele auf dem Konto. Und mittlerweile elf Scorer-Punkte in 20 HSV-Partien. Am Wochenende im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld möchte er gern das Dutzend vollmachen. Mit einem weiteren Assist, oder natürlich gern auch mit einem eigenen Tor. Sein erstes in dieser Saison erzielte Benes übrigens am 4. Spieltag. Gegen Arminia Bielefeld.
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