
29.08.2026
„Es ist ein Moment für uns, daraus zu lernen“
Der HSV unterliegt zum Bundesliga-Start mit 0:2 in Dortmund. Dabei zeigt das Team von Cheftrainer Merlin Polzin zwei unterschiedliche Hälften. Die Stimmen zum Spiel.
Nicolai Remberg: Wir haben es im zweiten Durchgang deutlich besser gemacht, haben versucht, mit sehr viel Selbstvertrauen zu spielen. Das brauchst du allerdings von der 1. Minute an, um hier bestehen zu können. Wir haben uns von Beginn an einfach zu tief hinten hereindrücken lassen. Es klingt wie eine Alibi-Phrase, aber in den Zweikämpfen hätten wir griffiger sein müssen. Dortmund hatte zu viel den Ball, wir sind nur hinterhergelaufen und damit machst du es ihnen leicht und für uns wird es schwer. Wir haben es nicht geschafft, für Entlastung zu sorgen. Merlin hat uns nach dem Spiel genau das mitgegeben: Jede Aktion zählt, wir müssen es von der 1. Minute an zeigen und nicht erst ab der 2. Hälfte. Wir hatten das gleiche Gefühl. Die Niederlage tut weh, aber wir gehen mit einem „Okay“-Gefühl hier raus.
Daniel Heuer Fernandes: Wir waren in den ersten zwölf Minuten zu passiv und waren in der ersten Halbzeit zweimal unachtsam. Das ist ein Zeichen für uns, dass wir über 90 Minuten klar sein müssen. Der BVB hat brutale Qualitäten in den Zwischenräumen, die er ausgenutzt hat. Die Reaktion, die wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, ist genau das, was ich von unserer Mannschaft sehen will. Wir haben nach der Pause eine souveräne Leistung gezeigt und uns Torchancen erarbeitet. Zudem hatten wir eine Kontrolle im Spiel. Wenn wir den einen oder anderen Nadelstich setzen, kann es noch in eine andere Richtung gehen. Ich bin guter Dinge, dass wir daran ansetzen können.
“Wir haben über 45 Minuten ein Gesicht gezeigt, mit dem ich mich sehr identifizieren kann, aber eben nicht über 90 Minuten.”
Merlin Polzin: Wir waren zu passiv und haben es nicht geschafft, die Pressingmomente zu finden. Man sieht bei beiden Gegentoren, dass wir nicht aufmerksam genug waren und nicht die Dinge umgesetzt haben, die wir uns vorgenommen haben. Dann wird es schwer gegen die Qualität der Dortmunder und ihre Art und Weise, wie sie Fußball spielen. Die Halbzeit war für mich ein ganz entscheidender Moment. Wir haben bei der Mannschaft sehen können, dass sie innerhalb eines Spiels Anpassungen vornehmen kann. Wir haben die zweite Hälfte mit mehr Mut und Risiko im Verteidigen gespielt. So haben wir uns die eine oder andere Chance herausgespielt, wobei manchmal noch die Ruhe und das Spielglück gefehlt haben. Wir haben über 45 Minuten ein Gesicht gezeigt, mit dem ich mich sehr identifizieren kann, aber eben nicht über 90 Minuten. Es ist ein Moment für uns, um daraus zu lernen und die nächsten Schritte zu gehen. Der Sieg für den BVB geht komplett in Ordnung.
Niko Kovac: Ich bin größtenteils mit dem Gezeigten zufrieden. Wir haben in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gezeigt. Das war richtig klasse. Wir müssen eigentlich mehr als mit 2:0 führen. In der zweiten Hälfte kam der HSV besser und energischer ins Spiel. Dabei hatten wir zu viele leichte Ballverluste. Außerdem kommt die Verletzung von Konstantelias dazu, die uns getroffen hat. Das war ein kleiner Bruch. Man hat gesehen, wie wichtig er ist.
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