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21.07.26
Fantalk im Ötztal: Vorstand gibt Einblicke in den HSV-Kurs
Vor rund 50 HSV-Fans sprachen Kathleen Krüger und Eric Huwer über den eingeschlagenen Weg, die gelebte Kultur und die Ambitionen des Clubs.
Besonderer Austausch im Zeichen der Raute: Rund 50 HSV-Fans nutzten am Dienstagnachmittag im Trainingslager im Ötztal die Gelegenheit zum Austausch mit den Vorständen Kathleen Krüger und Eric Huwer. Im Mittelpunkt des Fantalks standen die Entwicklung des HSV in den vergangenen Jahren sowie der gemeinsame Blick nach vorn.
Eric Huwer hob insbesondere den kulturellen Wandel hervor, den der Club in den vergangenen Jahren vollzogen hat: „Wir waren ein Club, über den man eher negative Attribute in der Bundesliga verwendet hat: Chaosclub, personelle Rochaden, finanzielle Schieflage, keine Kontinuität. Das haben wir gedreht. Man nimmt uns jetzt wieder als hanseatischen Club wahr. Bodenständig, aber maximal ambitioniert. Für mich war es bei meinem Antritt als Vorstand ganz wichtig, für Seriosität und Verlässlichkeit zu stehen. Für eine Gesagt-getan-Quote. Wir wollen das halten, was wir versprechen.“
Dabei verwies der 42-Jährige auch auf die kulturelle Entwicklung innerhalb des Clubs: „Wir investieren viel in das Miteinander, wollen der Mannschaft und den Mitarbeitern eine Umgebung schaffen, in der sie sich sicher fühlen. Aber nicht als Selbstzweck, sondern damit wir in der Kabine und auf der Geschäftsstelle auch mal Tacheles reden können. Wir sprechen nicht übereinander, sondern miteinander. Das haben wir beim HSV gut kultiviert bekommen und das war für mich auch ein entscheidender Parameter für den Aufstieg, den auch Merlin und sein Team in der Kabine umgesetzt haben, etwa mit der Leadership-Gruppe.“

Kathleen Krüger, seit wenigen Wochen Sportvorständin beim HSV, erklärte, warum sie sich für den Wechsel nach Hamburg entschieden hat: „Ich bin dankbar für die Zeit beim FC Bayern, ich habe dort meinen Erfahrungsschatz und Werkzeugkoffer gefüllt. Ich habe nie meine Karriere geplant, sondern immer versucht, in jedem Moment mein Bestmögliches zu geben, gut zu performen und Gelegenheiten zu nutzen, wenn sie sich bieten. Das war jetzt der Fall. Der HSV ist ein sehr großer und spannender Verein. Die Reputation in der Bundesliga ist unfassbar positiv. Die Fanschaft ist außergewöhnlich und niemals selbstverständlich. Auch all meine Begegnungen mit dem Aufsichtsrat, Eric und Claus waren sehr offen und ehrlich und wertschätzend.“
Mit Blick auf die sportliche Entwicklung richtete die 41-Jährige den Fokus auf die gemeinsame Arbeitsweise und die Ambitionen: „Wenn ich auf meine sportliche Arbeit zurückblicke, dann sind Teamspirit und Zwischenmenschlichkeit ganz wichtige Erfolgsfaktoren. Die Basis sollte sein, dass wir uns als Menschen gut verstehen. Darauf aufgesetzt ist die inhaltliche Geschlossenheit wichtig. Ich erlebe die Mannschaft seit drei Wochen und habe das Gefühl, dass alle sehr motiviert und ambitioniert sind.“
Gleichzeitig unterstrich sie den Anspruch, den eingeschlagenen Weg in der Bundesliga konsequent weiterzugehen: „Wir versuchen auch, uns strukturell weiterzuentwickeln. Die bestehenden Spieler besser machen und in allen Bereichen rund um das Team besser werden. Wir wollen gesund und solide weitermachen. Die Quote eigener Nachwuchstalente zu steigern, würde mich ebenfalls stolz machen. Dafür bedarf es aber ganz viel Arbeit. Das sind strategische und infrastrukturelle Projekte. Es geht darum, einen guten Übergangsbereich zu schaffen. Es hängt sehr oft daran, es den Jungs auch zuzutrauen, dass sie ihre Spielzeit erhalten.“
Zum Abschluss richtete Huwer den Blick auf die kommenden Jahre: „Wir wollen für die Konkurrenz auch wieder ungemütlich sein. Die besondere Herausforderung bei uns als großen Traditionsclub mit vielen Interessengruppen ist vor allem der Zusammenhalt. Jeder muss sein Ego hinten anstellen und niemand ist größer als der Verein. Der Superstar bei uns ist der Verein. Das ist keine Plattitüde, sondern die Notwendigkeit, um die nächsten Jahre in diesem brutal intensiven Wettbewerb Bundesliga zu bestehen.“
Im Anschluss an den offiziellen Teil des Gesprächs nahmen sich Krüger und Huwer noch Zeit für zahlreiche weitere Fragen und den persönlichen Austausch mit den mitgereisten HSV-Fans.
