
Ab dem morgigen Freitag lautet das Motto wieder: „Gewinner bleibt“. Der DFB-Pokal geht in seine 84. Austragung und wie immer besticht der deutsche Pokalwettbewerb mit dem ewig jungen und ebenso reizvollen Duell zwischen „David und Goliath“. Besonders in der 1. Hauptrunde herrscht Pokal-Fieber in Reinkultur. 64 Mannschaften sind dabei, die je 18 Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie die vier besten teilnahmeberechtigten Drittligisten der Vorsaison und 24 Vertreter der 21 Landesverbände des DFB, in der Regel die Landespokalsieger der Saison 2025/26. Und hier wird's spannend: Gleich acht Viertligisten und sieben Fünftligisten schicken sich an, den Proficlubs ein Bein zu stellen. Darunter mit dem SC St. Tönis 11/20 (vs. Eintracht Frankfurt), dem VfB 1921 Krieschow (vs. Mainz 05) und Westfalia Rhynern (vs. Dynamo Dresden) auch drei Debütanten, die zum ersten Mal am DFB-Pokal teilnehmen. Allein das Startgeld von 211.886 Euro bedeutet für die Amateurclubs um die drei genannten Oberligisten einen satten Geldregen. Wer die 1. Hauptrunde übersteht, erhält in der nächsten Runde zusätzlich die doppelte Summe, also weitere 423.772 Euro. Zugleich gibt es wohl keinen einfacheren Weg, um Fußballgeschichte zu schreiben als in diesen mindestens 90 Spielminuten.
Das wissen auch die Kicker vom Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Club um die beiden HSV-Mitarbeiter Robert Schick (Teammanagement) und Janek Wrede (Scouting): Der Hamburger Fünftligist zog als Hamburger Pokalsieger mit einem Heimspiel gegen den BVB das große Los und wird sein Pokalmatch im Volksparkstadion austragen. Allerdings ist HEBC erst im Nachgang des kommenden Pokalwochenendes, genauer gesagt am 1. September um 20.45 Uhr an der Reihe, da Vizemeister Borussia Dortmund am Sonnabend im Zuge des Supercups auf den amtierenden DFB-Pokalsieger Bayern München trifft. Die Münchner schließen ihrerseits die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals am 2. September mit einem Gastspiel an der Bremer Brücke beim VfL Osnabrück ab.

Dietmar Beiersdorfer beim Gewinn des DFB-Pokals 1987.
Und der HSV? Der dreimalige DFB-Pokalsieger (1987 im Foto, 1976 und 1963) ist am Montagabend beim SC Verl gefragt (ab 17.45 Uhr live im HSVnetradio). Der Drittligist aus dem Kreis Gütersloh hat sich über den Gewinn des Westfalenpokals für den diesjährigen DFB-Pokal qualifiziert, erwischte nach Rang 6 in der Vorsaison mit zwei Niederlagen in Aachen (1:4) und gegen Duisburg (2:4) keinen guten Start in die laufende Drittliga-Spielzeit. Doch eines ist klar: Auch die Verler haben am Montag in der Underdog-Rolle nichts zu verlieren und wittern ihre Chance auf eine Pokal-Überraschung. Der SC Verl nimmt seines Zeichens zum siebten Mal am DFB-Pokal teil. Die letzte Pokalreise in der Saison 2019/20 war zugleich die erfolgreichste, als die Ostwestfalen bis ins Achtelfinale einzogen und dort Union Berlin unterlagen (0:1). Zuvor schaltete der damalige Viertligist bereits Bundesligist FC Augsburg (2:1) und Zweitligist Holstein Kiel (9:8 n. E.) aus.
Ein Spiel, mindestes 90 Minuten, „Gewinner bleibt“, so einfach ist es. Und so ist es auch nicht ganz verwegen, dass sowohl Profi- als auch Amateurclubs von dem ganz großen Wurf träumen – dem Endspiel am 29. Mai 2027 im Berliner Olympiastadion, seit 1985 Austragungsort des Pokalfinales. Mit Drittligist Arminia Bielefeld in der Saison 2024/25 (2:4 gegen Stuttgart) und Zweitligist 1. FC Kaiserslautern 2023/24 (0:1 gegen Leverkusen) kamen zwei Underdogs in jüngster Vergangenheit der 6,25 Kilogramm schweren Trophäe ganz nah. Auch der HSV war mit zwei Halbfinal-Teilnahmen (2022: 1:3 vs. Freiburg, 2018: 1:3 vs. Leipzig) ganz nah dran an der Reise nach Berlin. Auf ein Neues!

Das Objekt der Begierde
Die DFB-Pokal-Trophäe, die 1965 als Nachfolger des Tschammer-Pokals erstmals an den Dortmunder Alfred „Aki“ Schmidt überreicht wurde, ist ein echtes Schmuckstück. Entworfen vom Kölner Goldschmied Wilhelm Nagel († 2014), besteht sie aus 210 Gramm Feingold, zwölf Turmalinen, zwölf Bergkristallen, 18 Nephriten sowie einem in Jade gefertigten DFB-Emblem. Das Objekt der Begierde wiegt über sechs Kilogramm und gewinnt Jahr für Jahr an ideellem Wert, wenn die Namen der Siegermannschaften im Sockel verewigt werden. Allerdings stieß dieser Sockel nach knapp 30 Jahren an seine Kapazitätsgrenzen – eine Erkenntnis, die auch Wilhelm Nagel frühzeitig hatte. 1991 wurde der Pokal daher um fünf Zentimeter vergrößert. Seither bietet er ausreichend Platz, um alle Sieger bis mindestens zum Jahr 2030 einzutragen – bald ist der Sockel also wieder voll.
Die Einnahmen pro Runde
1. Runde: 211.886 €
2. Runde: 423.772 €
Achtelfinale: 847.544 €
Viertelfinale: 1.695.088 €
Halbfinale: 3.390.175 €
Pokalsieg: 4.320.000 €
Die Paarungen der 1. Runde
Freitag, 21. August 2026
18.00 Uhr: SC St. Tönis 11/20 – Eintracht Frankfurt
18.00 Uhr: SV Waldhof Mannheim – 1. FC Kaiserslautern
18.00 Uhr: Preußen Münster – Karlsruher SC
20.45 Uhr: Hansa Rostock – VfB Stuttgart
Samstag, 22. August 2026
13.00 Uhr: SV Wehen Wiesbaden – Bayer 04 Leverkusen
13.00 Uhr: Energie Cottbus – FC Augsburg
15.30 Uhr: FC Erzgebirge Aue – TSG 1899 Hoffenheim
15.30 Uhr: Lüneburger SK Hansa – Werder Bremen
15.30 Uhr: MSV Duisburg – SV Elversberg
15.30 Uhr: Viktoria Köln – 1. FC Nürnberg
15.30 Uhr: 1. FC Saarbrücken – Hertha BSC
15.30 Uhr: SV Hemelingen – Hannover 96
18.00 Uhr: SG Sonnenhof Großaspach – Arminia Bielefeld
18.00 Uhr: Eintracht Trier – RB Leipzig
18.00 Uhr: TSV 1860 München – Holstein Kiel
Sonntag, 23. August 2026
13.00 Uhr: SpVgg Greuther Fürth – VfL Bochum
13.00 Uhr: SSV Jeddeloh – 1. FC Heidenheim
15.30 Uhr: VfB Krieschow – 1. FSV Mainz 05
15.30 Uhr: TSV Schott Mainz – Borussia Mönchengladbach
15.30 Uhr: Westfalia Rhynern – Dynamo Dresden
15.30 Uhr: FC Carl Zeiss Jena – SV Darmstadt 98
15.30 Uhr: Bahlinger SC – 1. FC Magdeburg
15.30 Uhr: Eintracht Braunschweig – 1. FC Union Berlin
18.00 Uhr: Rot-Weiss Essen – FC St. Pauli
18.00 Uhr: Fortuna Düsseldorf – SC Freiburg
18.00 Uhr: 1. FC Phönix Lübeck – SC Paderborn 07
Montag, 24. August 2026
18.00 Uhr: Würzburger Kickers – 1. FC Köln
18.00 Uhr: VSG Altglienicke – VfL Wolfsburg
18.00 Uhr: SC Verl – Hamburger SV
20.45 Uhr: Hallescher FC – FC Schalke 04
Dienstag, 1. September 2026
20.45 Uhr: HEBC Hamburg – Borussia Dortmund
Mittwoch, 2. September 2026
20.45 Uhr: VfL Osnabrück – FC Bayern München
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