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Team

12.05.20

Hunt über Vorfreude und Verantwortung

In einer virtuellen Medienrunde sprach HSV-Kapitän Aaron Hunt unter anderem über das Quarantäne-Trainingslager in Herzogenaurach, die Fortsetzung des Spielbetriebs in der 2. Liga unter besonderen Umständen und den kommenden Gegner aus Fürth.

Seit gestern Abend weilt die Zweitliga-Mannschaft des Hamburger SV im bayerischen Herzogenaurach, um sich im Rahmen des im DFL-Konzept vorgeschriebenen Quarantäne-Trainingslagers bestmöglich auf das Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth am Sonntag (ab 13.15 Uhr live im HSVnetradio) vorzubereiten. Am Vormittag absolvierte das Team von Dieter Hecking die erste Trainingseinheit unweit des Hotels "Herzogspark". Im Anschluss daran stellte sich HSV-Kapitän Aaron Hunt in einer virtuellen Presserunde den Fragen der Medienvertreter und sprach unter anderem über...

... das Quarantäne-Traingslager: Wir merken an vielen Stellen, dass es ein Trainingslager unter besonderen Umständen ist. Allein die gestrige Anreise war ungewöhnlich. Wir hatten ein größeres Flugzeug, in dem jeder für sich saß und sind jeweils mit zwei Bussen zum Flughafen und Hotel gefahren. Dort hat wiederum jeder ein Einzelzimmer. Die Bedingungen vor Ort sind allerdings sehr gut. Das Personal des Hotels gibt sich sehr viel Mühe, alle Hygienemaßnahmen einzuhalten. Gleiches gilt für uns. Das dauert hier und da mal etwas länger, weil wir uns an die neuen Methoden gewöhnen müssen, aber ich denke, dass uns das mit der Zeit immer einfacher fallen wird. 

... die Stimmung im Team: Die Stimmung in der Mannschaft ist gut. Martin Harnik und Timo Letschert sind heute wieder ins Training eingestiegen, so dass wir mit Ausnahme von Jan Gyamerah komplett sind. Man spürt, dass alle froh sind, dass wir endlich wieder trainieren und am Wochenende spielen dürfen. Jedem ist die Vorfreude darauf anzumerken.    

... die Verfassung der Mannschaft: Die Pause hat uns natürlich etwas herausgebracht. Wir konnten nicht normal trainieren, die Spiele und der Wettbewerb an sich sind weggefallen. Dennoch haben wir so gut wie möglich versucht, fit zu bleiben, auch wenn das Einzel- oder Kleingruppentraininig das Mannschaftstraining nicht ersetzen kann. Wenn es jetzt wieder losgeht, dann waren wir rund zehn Tage mit der Mannschaft im Training. Das ist nicht optimal, aber auch keine Katastrophe. Am Ende haben alle Teams die gleichen Voraussetzungen. 

... seine Erwartungen an die Spiele: Für den Kopf ist es in vielerlei Hinsicht etwas anderes. In einem leeren Stadion Elf-gegen-elf zu spielen, ist ungewöhnlich und hat einen Trainingsspielcharakter. Letztlich geht es aber um Punkte. Die Mannschaft, die das im Kopf am besten verarbeitet und am besten die neue Situation begreift, wird die Spiele gewinnen. Das muss nicht immer der Favorit sein. Es kann zu ungewöhnlichen Ergebnissen kommen. Wir haben das eine große Ziel vor Augen. Wir haben ein ordentliches Restprogramm vor der Brust, mit direkten Duellen gegen Bielefeld, Stuttgart und Heidenheim, wissen aber zugleich um die Qualität unserer Mannschaft, die zu den besten der Liga zählt. 

... den kommenden Gegner: Fürth hat eine gute Mannschaft, die viel über den Ballbesitz und einen guten Spielaufbau agiert. Sie haben mit Paul Seguin, den ich noch aus Wolfsburg kenne, zudem einen guten Sechser, der viele Bälle fordert und das Spiel ordnet. Darüber hinaus ist es schwierig einzuschätzen, was aufgrund der besonderen Umstände auf uns in Fürth zukommen wird. 

... über veränderte Torjubel mit Füßen und Ellbogen: Es ist schwierig, den Torjubel zu entemotionalisieren. Wenn wir in der Nachspielzeit das Aufstiegstor schießen, dann tue ich mich schwer damit, dass wir uns nicht ausgiebig freuen dürfen. Wir haben das im Hinterkopf, aber im Fußball sind so viele Emotionen vorhanden, so dass man eventuell die Kontrolle verlieren könnte. Da sollte man nicht zu streng mit den Spielern sein, auch wenn wir beim Torjubel darauf achten wollen. 

... die jüngsten Corona-Fälle in der Liga: Die Politik hat das Konzept der DFL beurteilt und daraufhin entschieden, dass wir wieder spielen können. Wenn dieses Konzept von politischer Seite für gut befunden wurde, dann sollte es seine Richtigkeit haben. Ich persönlich habe keine Befürchtungen und keine Angst, wieder Fußball zu spielen. Gleichzeitig kann ich aber alle Leute verstehen, die anders denken. Wir sind nicht davor geschützt, dass es nicht weitere Fälle gibt. Die DFL sieht Lösungen im Hinblick von Ersatzterminen vor. Wir sollten uns damit nicht zusätzlich befassen, sondern uns so gut wie möglich auf unsere Aufgabe, den Fußball, fokussieren. Wir tun alles dafür, unserem Job wieder nachgehen zu können.   

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