
Trainingslager
06.08.26
Jäger und Sammler
Die Rothosen boten beim Training am Donnerstag ein eindrucksvolles Bild. Ein Einblick in eine Übung, bei der der Einheitsgedanke an oberster Stelle stand.
Am Donnerstag boten die Rothosen bei der Trainingseinheit am Morgen ein eindrucksvolles Bild. Aufgeteilt in drei Gruppen absolvierten insgesamt 21 Spieler auf einer kleinen Ecke des Trainingsplatzes eine Übung, die jeden Beobachter zum Staunen brachte. Für die Teams Blau, Rot und Gelb ging es darum, möglichst viele Punkte zu sammeln. Doch wie genau?
Eine Mannschaft eröffnete einen Durchgang in ihrem abgesteckten Feld und wurde sofort von einer anderen angelaufen – oder besser gesagt: gejagt. Die „Jäger“ versuchten, die Ballträger daran zu hindern, sich das runde Leder zuzuspielen. Und so viel sei gesagt, die „Jäger“, wie sie vom Trainerteam genannt wurden, nahmen ihre Rolle sehr ernst. Aber dazu gleich mehr. Gelang es der Mannschaft, erst sechs Pässe in den eigenen Reihen zu spielen und den Ball anschließend zur „freien“ dritten Gruppe weiterzuleiten, gab es einen Punkt. Die „Jäger“ sammelten Zähler, indem sie den Ball entweder eroberten und ins kleine Tor des Gegners schossen oder ins andere Feld verlagerten. Wer zuerst neun Punkte holte, gewann.

Als der erste Ball gespielt wurde, setzten sich die „Jäger“ im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Schwarm in Bewegung. In ihren blauen, roten oder gelben Jerseys bildeten sie eine homogene Masse, die sich als Einheit vom einen zum anderen Punkt bewegte und Druck auf den Gegner ausübte. All das geschah in einem Tempo, bei dem selbst ein kurzes Blinzeln bestraft wurde. Nicolai Remberg gab bei Team Blau akustisch und physisch den Ton an, bei den anderen Gruppen übernahmen Nachwuchsspieler Jason Bissi-Mouelle (Gelb) und Patson Daka (Rot) die Kommandos.
Co-Trainer Loic Fave notierte sich in bester Punktrichter-Manier jeden Zähler und hatte nach wenigen Minuten einen leichten Vorsprung für Team Blau auf seinem Zettel stehen. Währenddessen machten Chefcoach Merlin Polzin und Assistent Richard Krohn Ansagen von außen. Kurz vor Schluss unterbrach Letztgenannter die Übung und sprach noch einmal zu den Rothosen. Er erinnerte die Spieler an das Gefühl des Gewinnens und kitzelte damit die letzten Prozente aus ihnen heraus. Und ab dafür: Holt euch die Punkte! In den letzten zwei Minuten legten alle Spieler bei dem ohnehin schon hohen Tempo noch einmal eine Schippe drauf. Einmal spielte sich Team Rot mit einem Tunnler von Miro Muheim gegen Nicolas Capaldo in den Bereich von Team Blau, was noch nach der Übung Gesprächsthema war. Letztlich waren es die „Blauen“, die ihren Vorsprung ins Ziel brachten und beim Abpfiff in Ekstase ausbrachen. Eine Jubeltraube – oder in anderen Worten: ein Schwarm.
