
„So ist der Fußball“, sagte Bakery Jatta mit seiner unverwechselbaren Art, „manchmal klappen die Dinge, manchmal klappen sie nicht. Ich habe mich in der Position einfach getraut. Was sollte ich schon machen? Ich habe einfach geschossen.“ Relativ nüchtern, fast schon wie selbstverständlich blickte der Flügelspieler am Tag nach dem 3:3-Remis beim 1. FC Heidenheim in einer Medienrunde auf sein bis dato wohl schönstes HSV-Tor zurück. Mit seinem schwächeren linken Fuß hatte der Gambier die Kugel ansatzlos zum 3:3 in den linken Torgiebel gezimmert und dadurch den Gästeblock in der Voith-Arena buchstäblich zum Beben gebracht.
Gefühlsexplosionen nach einem Jatta-Tor sind für HSV-Fans bei weitem keine Seltenheit – man denke nur an seine Treffer gegen RB Leipzig oder Hannover 96 zurück, als im Volksparkstadion im übertragenen Sinne jeweils das Dach abhob. Dass der Flügelspieler aber gar mit links solche Traumtore auspacken kann, überraschte dann doch ein wenig. „Jatta macht es in der Situation richtig gut, aber so häufig zieht er sicherlich nicht so nach innen und trifft den Ball mit links“, musste selbst Heidenheims Trainer Frank Schmidt im Nachgang des Spiels mit all seiner Erfahrung verdutzt und mit einem Augenzwinkern feststellen. „Baka“ ist eben immer für eine Überraschung gut und für den 158-fachen HSV-Spieler war es auch nicht das erste Tor mit links, wie er geistesgegenwärtig rekapitulieren konnte: „Klar, gegen Nürnberg ist mir das schon einmal gelungen: linker Fuß, Pfosten, Tor!“
Der nimmermüde 24-Jährige – und das zeichnet ihn seit seinem ersten Tag beim HSV aus – hatte sich auch in Heidenheim mal wieder das Glück des Tüchtigen erarbeitet. Nur wenige Zeigerumdrehungen vor dem sehenswerten 3:3-Ausgleichstreffer war eine Flanke des Flügelspielers noch weit hinter das Tor gesegelt. Dann folgten der geniale Moment und dasTraumtor. Für Jatta wie für die Rothosen eine Bestätigung des Grundsatzes, trotz aller Widerstände immer weiterzumachen. „Wenn du 0:3 hinten liegst und am Ende doch noch drei Tore schießt, dann zeigt das, was für ein Geist in dieser Mannschaft lebt. Wir glauben einfach an uns!“, stellt der Gambier zufrieden fest. Und mit dem Glauben an die eigenen Stärken kennt er sich ja bekanntlich bestens aus.
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