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"Wenn wir das dauerhaft abrufen, holen wir viele Punkte"

Nachbericht

06.08.19

"Wenn wir das dauerhaft abrufen, holen wir viele Punkte"

In einer Medienrunde nach dem 4:0-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg sprach Dieter Hecking über mögliche Verbesserungen, die Effizienz im Abschluss und die kurzfristige Perspektive der Rothosen.

Dieter Hecking hat im Laufe seiner fast 20-jährigen Trainerkarriere zu viel erlebt, um sich von einem 4:0-Auswärtssieg am 2. Spieltag blenden zu lassen. Das demonstrierte der 54-Jährige auch nach dem Abpfiff im Max-Morlock-Stadion, als er die starke Leistung seiner Schützlinge in einer Medienrunde sachlich und analytisch einordnete. Ohne die gezeigte Darbietung beim 1. FC Nürnberg schmälern zu wollen, richtete der Fußball-Lehrer den Blick bereits auf die kommenden Aufgaben und forderte in diesem Kontext immer wieder ein, was im weiteren Saisonverlauf elementar sein wird, um dauerhaft erfolgreich zu sein: Konstanz. Der Auftritt im Frankenland darf keine Ausnahme bleiben, wenn die gesteckten Ziele erreicht werden sollen. Der HSV muss in dieser umkämpften Spielklasse permanent ans Limit gehen, um die eigenen Erwartungen zu erfüllen. Das weiß auch Dieter Hecking, der viele positive Aspekte herausstellte, dabei aber auch den Finger in die Wunde legte, um weitere Verbesserungen einzufordern.

Im Detail sprach der HSV-Cheftrainer über... 

... etwaige Verbesserungen im Spiel: Man findet immer noch Sachen, die man sich verbessern muss. Wenn in der Phase nach der Halbzeit der Anschlusstreffer fällt, dann ist bei uns bestimmt noch nicht alles so ganz stabil, das hat man auch gegen Darmstadt gesehen. Deswegen war ich heilfroh, dass wir das dritte Tor gemacht haben, weil man dann schon gesehen hat, dass die Nürnberger keine Antwort hatten.

... einen möglichen Dosenöffner für die Saison: Ich weiß nicht, ob das der Dosenöffner für die Saison war, aber es ist immer gut, wenn du bei einer hoch gehandelten Mannschaft wie Nürnberg mit 4:0 gewinnst. Trotzdem sollten wir aufpassen. Genauso schnell wie das Glas halb voll ist, kann es auch wieder halb leer sein. Man hat gesehen, dass wir ein paar gute Fußballer in den Reihen haben, die wissen, wie es geht. Deswegen bin ich mit dem Spiel wirklich sehr zufrieden. Wenn wir das dauerhaft abrufen, können wir viele Punkte holen. Aber wenn wir nachlässig werden, dann wird es nicht reichen. 

Sonny Kittel legt sich den Ball zurecht.
Sonny Kittel markierte per Freistoß das 2:0, was Dieter Hecking zu einem Sonderlob für Dirk Bremser veranlasste. Der Co-Trainer tüftelt gemeinsam mit den Spielern an den ruhenden Bällen.

... die Taktik bei Standardsituationen: Das ist die Arbeit von Dirk Bremser. Er nimmt sich die Spieler immer wieder beiseite, zeigt ihnen Videos und erklärt genau, wo vielleicht freie Räume beim Gegner entstehen können. Wir sind nicht die größte Mannschaft, aber müssen uns trotzdem immer wieder was einfallen lassen. Das sind alles Dinge, die sich von Spiel zu Spiel ändern werden. Wir sind da sehr flexibel.

... die Effizienz vor dem Tor: Natürlich freut man sich über ein 4:0 noch mehr als über ein 1:0. Solche Spiele können einem Selbstvertrauen geben, wenn man sie richtig einordnet. Nürnberg war heute nicht in der besten Verfassung, so dass wir sie gut erwischen konnten. Sie hatten nicht die spieltaktischen Antworten, um uns Paroli zu bieten. Das sind alles Dinge, die die Mannschaft verinnerlichen muss. Gerade am Anfang der Saison muss das Zusammenspiel zwischen Trainerteam und Mannschaft passen.

... die Hereinnahme von Gideon Jung: Wir haben ein wenig auf die Aufstellung von Nürnberg spekuliert und dann entschieden, dass wir auf einen etwas beweglicheren und schnelleren Abwehrspieler setzen wollen. Das hat dann natürlich mit Gideon super gepasst. Er hat schon in den Trainingseinheiten gezeigt, dass er auf dem richtigen Weg ist. Natürlich braucht er dann aber auch - genau wie seine Teamkollegen - mal so ein gutes Spiel, damit er sieht, dass es funktioniert.

... die Einwechslung von Jairo: Es war ein Zeichen an Jairo, dass wir gesehen haben, dass er in den letzten Wochen an die Mannschaft rangerückt ist. Er zeigt auch im Training, dass er vor dem Tor eiskalt ist. Jetzt geht es darum, ihn in die Wettkämpfe mit reinzunehmen, damit er sich wieder an die Zweikämpfe gewöhnt. 

(Kopie 1)