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HSV.de: Herr Papenfuß, die Saison ist noch jung, dennoch gab es für den HSV schon eine Vielzahl an Erlebnissen, kontroversen Diskussionen und beachtlichen Ergebnissen. Nutzen Sie die ausgedehnte Länderspielpause nun zum Durchschnaufen und zur Erholung?
Michael Papenfuß: Ein Aufsichtsrat ist nicht so sehr an die Spieltage gebunden, was die Auswahl von Urlauben und Auszeiten betrifft. Da dürfte die Operative viel mehr Bedarf für etwas ruhigere Tage haben. Aber Sie haben natürlich Recht: Der Start unserer neuen Vorständin, das auch in diesem Jahr wiederum herausfordernde Transferfenster im Sommer, die ernüchternden Ergebnisse unserer Mannschaft zum Auftakt der Bundesliga, die Vertragsverlängerungen unserer Trainer und die Veröffentlichung der Jahreszahlen haben einige Schlagzeilen hervorgebracht. Unterm Strich sehe ich die Fortsetzung unseres gemeinsam besprochenen und beschlossenen Wegs, der mich sehr freut und zugleich motiviert, die nächsten Entwicklungsschritte aus unserer jeweiligen Rolle heraus zu begleiten.
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Michael Papenfuß gemeinsam mit Sportvorständin Kathleen Krüger und Vereinspräsident Henrik Köncke.
Hatten Sie nach den späten Transfers und den deftigen Niederlagen an Spieltag zwei und drei (jeweils 0:5 gegen Mainz und in Leipzig) die Sorge, dass das zweite Bundesliga-Jahr zum bösen Erwachen für den HSV werden könnte?
Ich müsste lügen, wenn ich jetzt behauptete, dass mich die Resultate und die Spielweise kalt gelassen hätten und ich durchweg optimistisch in das Heimspiel gegen Köln gegangen wäre. Das ist eben auch Teil dieses wunderbaren Sports – das Auf und Ab der Gefühle. Aber als Aufsichtsrat kann ich Ihnen versichern: Wir haben einen sehr professionellen und vertraulichen Austausch mit der operativen Führung über den gesamten Sommer gehabt. Unsere neue Vorständin Kathleen Krüger ist – wie von ihr ja auch angekündigt – tief in den HSV eingetaucht, hat die von Claus Costa aufgebauten und umgesetzten Prozesse mit Rückendeckung, Sparring und großem Vertrauen begleitet und die sportliche Gesamtverantwortung übernommen. Wir als Aufsichtsrat haben unseren Job, der insbesondere aus Kontrolle und Beratung besteht, ernst- und wahrgenommen. Und wir wussten ob der späten Kaderfinalisierung auch, dass der Anfang holpriger werden könnte. Nun gilt es, den aus meiner Sicht verbesserten Gesamtkader zu entwickeln und dann natürlich auch weitere Positivergebnisse zu erzielen. Deshalb haben wir auch mit voller Überzeugung der Entscheidung der Operative zugestimmt, die Verträge mit den Trainern zu verlängern. Das Resultat gegen den 1. FC Köln war toll, aber auch das zählt mittlerweile nicht mehr als drei Punkte. Also heißt es: weitermachen, arbeiten.
Wie nehmen Sie Kathleen Krüger in ihrer Arbeit wahr?
Sehr inhaltsgetrieben. Neugierig. Klar im direkten Austausch und vor allem immer auf ein Ziel orientiert: den HSV besser zu machen. Dabei hat sie in ihren bald ersten 100 Tagen eine angemessene und wohltuende Sensibilität für bereits aufgebaute Fundamente, Entwicklungsschritte und Prozesse. Wir im Aufsichtsrat schätzen den inhaltlichen Austausch mit ihr und fühlen uns in unserer Einschätzung voll bestätigt, dass sie das Team der sportlich Verantwortlichen mit ihren Fähigkeiten, ihrer Expertise und ihrer Arbeitsweise bereichert. Ihr Zusammenspiel mit Eric Huwer auf Vorstandsebene funktioniert meines Erachtens bestens.
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HSV-Vorstand Eric Huwer an der Seite von Michael Papenfuß.
Was sagen Sie zu dessen jüngsten Schlagzeilen in Form der Jahreszahlen 2025/26?
Bravo.
Mehr nicht?
Doch, natürlich. Wissen Sie: Wenn man wie ich die Geschäftszahlen vor und nach dem Bundesliga-Abstieg kennt, diese Phase miterlebt hat, die Ängste, Nöte und Sorgen, dann lesen sich die positiven Jahresergebnisse der vergangenen fünf Jahre fast schon wie ein Märchen. Wir wissen, dass wir gerade in schwierigen Zeiten immer auf treue, verlässliche Gesellschafter und Partner zählen konnten. Das diesjährige Ergebnis, mit dem höchsten Umsatz der Vereinsgeschichte, hat noch einmal einen neuen Maßstab gelegt. Es kennzeichnet aus meiner Sicht perfekt das Ziel und die Ambition, viele eigentlich enteilte Vereine der Bundesliga einzuholen und dann irgendwann auch gerne zu überholen. Wir im Aufsichtsrat wissen das maximal zu schätzen. Und wir wissen, dass ein Kernelement dieser Aufbruch- und Wachstumsphase das optimale Zusammenspiel zwischen den Bereichen Sport und Finanzen ist, das Eric maßgeblich initiiert hat.
Der Aufsichtsrat ist zuletzt auch nach einer Zeit mal wieder in den Schlagzeilen gelandet. Stichwort: Vorstandskonstellation. Ein Medium berichtete, der dritte Vorstand und dessen Profil seien beschlossen.
Das habe ich auch gelesen, ehrlicherweise mit Verwunderung. Richtig ist, dass die zuletzt veröffentlichten Darstellungen keinen zutreffenden Stand wiedergeben. Sie treffen nicht zu, sie sind falsch. Der Aufsichtsrat wurde in dieser Thematik nicht einmal von dem berichtenden Medium befragt. Und richtig und wichtig ist ebenfalls, dass der Aufsichtsrat sämtliche personellen, strukturellen und strategischen Fragen ausschließlich im vertraulichen Rahmen behandelt.
Was heißt das konkret?
Dass wir uns nicht an öffentlichen Spekulationen beteiligen wollen und werden. Wir sind handlungs- und wettbewerbsfähig, wir sind selbstbestimmt. Das ist ein wertvolles Gut. Trotzdem werden auch wir als Aufsichtsrat immer intern diskutieren und beraten, wie wir als HSV noch besser werden können. Das gehört zu unseren Aufgaben. Und sollten wir nach diesen Gedankenspielen und Gesprächen irgendwann Entscheidungen treffen, dann würden wir immer als erstes mit den betroffenen Personen in den persönlichen Austausch treten.
Vielen Dank für das Gespräch.
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