
12.08.2026
Owen Ansah sprintet zu EM-Bronze
Am gestrigen Dienstagabend (11. August) gewann der HSV-Sprinter bei der EM in Birmingham die Bronzemedaille über 100 Meter – nach einem starken Endspurt ist es die erste deutsche EM-Medaille über die kürzeste Sprintstrecke seit 40 Jahren.
Bei der laufenden Leichtathletik-Europameisterschaft ist Owen Ansah Dritter über die 100 Meter geworden. Der HSV-Sprinter kämpfte sich am Dienstagabend im Finale von Birmingham trotz schwachem Start noch auf den Bronzerang. In 10,19 Sekunden setzte sich der 25-Jährige im engen Finish gegen den Niederländer Elvis Afrifa (10,22 Sekunden) durch und feierte damit den größten internationalen Einzelerfolg seiner bisherigen Karriere. Gold und Silber gingen an das britische Duo Romell Glave (10,09 Sekunden) und Jeremiah Azu (10,16 Sekunden), das im heimischen Alexander Stadium einen Doppelerfolg feierte.
Für den deutschen Sprint ist die Medaille zudem historisch: Erstmals seit 1986 steht damit wieder ein deutscher Athlet bei einer EM über 100 Meter auf dem Podium. Damals gewann Steffen Bringmann in Stuttgart Silber für die DDR.

Owen Ansah holt mit seinem starken Finish Bronze bei der EM.
„Ich bin mega happy! Ich bin mit dem Ziel hierher gekommen, das 100-Meter-Finale mit einer Medaille zu verlassen. Ich habe die Bronzemedaille gewonnen, darüber bin ich sehr glücklich“, sagte Ansah nach dem Rennen. Trotz seiner langsamen Reaktionszeit von 0,165 Sekunden bewahrte der HSV-Athlet die Ruhe und setzte auf seine Stärke auf der zweiten Rennhälfte. „Im Augenwinkel habe ich den Holländer noch gesehen und versucht, nochmal ein bisschen Gas zu geben.“
Vom DM-Titel zur EM-Medaille
Ansah war als Drittschnellster der europäischen Meldeliste direkt für das Halbfinale gesetzt. Dort lief er in 10,20 Sekunden auf Rang zwei seines Rennens und qualifizierte sich souverän für das Finale. Mit Bronze bestätigte der HSV-Sprinter damit seine starke Saison. Bereits bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid hatte Ansah eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass mit ihm zu rechnen ist. In 10,00 Sekunden verteidigte er seinen Deutschen Meistertitel über 100 Meter und feierte damit den dritten DM-Titel in Folge. Zudem gewann er über 200 Meter ebenfalls Gold. Der Doppelerfolg bei den nationalen Titelkämpfen war damit die perfekte Vorbereitung auf seine EM-Mission.
„Es ist ein Meisterschaftsrennen, da geht es primär um die Medaillen, die Zeit war gar nicht so wichtig“, erklärte Ansah. Und der Blick des Hamburgers geht bereits weiter: „Jetzt ist der Fokus auf die 200 Meter gerichtet. Ich wollte mit einer Medaille gehen, aber ich traue mir auch noch eine zweite Medaille zu.“ Die Chance dazu bietet sich bereits am Donnerstag. Dann steigt Ansah im Halbfinale über 200 Meter in den Wettbewerb ein – das Finale findet am Freitagabend statt.
Auch Lucas Ansah-Peprah im Halbfinale
Neben Owen Ansah war auch sein HSV-Teamkollege Lucas Ansah-Peprah über 100 Meter am Start. Der 26-Jährige qualifizierte sich in 10,52 Sekunden bei starkem Gegenwind (-3,0 m/s) als Zweiter seines Vorlaufs für das Halbfinale. Dort lief Ansah-Peprah 10,49 Sekunden und belegte damit Rang acht in seinem Lauf – in der Gesamtwertung wurde es Platz 21.

HSV-Teamkollege Lucas Ansah-Peprah schaffte es über 100m bis ins Halbfinale.
Für Lucas Ansah-Peprah geht es am Wochenende mit der Staffel weiter. Am Sonnabend steht die 4x100-Meter-Staffel der Männer auf dem Programm und am Sonntag könnte er auch noch in der Mixed-Staffel über 4x100 Meter starten. Owen Ansah hat dagegen noch mindestens einen weiteren großen Auftritt in Birmingham über die 200 Meter vor sich – und nach Bronze über 100 Meter bereits das nächste Edelmetall im Visier.
Bilder: Stefan Mayer
















