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05.11.2026
Paulina Bartz: „Nicht in die Heimkabine abbiegen“
Vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen spricht HSV-Mittelfeldspielerin Paulina Bartz im Interview über ihre Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, die Erkenntnisse aus den vergangenen Partien und ihre neue Rolle als Co-Kapitänin.
15 Tore in zwei Spielen gegen Union Berlin – die letzten beiden Partien der Rothosen hatten es in sich. Nach dem bitteren Pokal-Aus ist die Cardoso-Elf nun wieder in der Liga gefordert. Am Sonnabend, den 7. November, um 14 Uhr sind die HSV-Frauen in Leverkusen zu Gast. Für Mittelfeldspielerin Paulina Bartz ist es eine besondere Partie: Die gebürtige Hamburgerin spielte von 2023 bis 2026 für die Werkself und feierte unterm Bayer-Kreuz unter anderem ihr Bundesliga-Debüt. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf ihre Rückkehr, wie sie im HSV.de-Interview verrät.
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HSV.de: Paulina, zwei intensive Spiele gegen Union Berlin liegen hinter euch. Welche Erkenntnisse habt ihr aus den beiden Partien gewonnen?
Paulina Bartz: Es war ärgerlich, dass wir aus den Spielen nicht die Ergebnisse mitnehmen konnten, die wir uns erhofft hatten, gerade weil wir in beiden Spielen geführt haben. Trotzdem können wir auch viel Positives aus den Partien ziehen. Wir wissen jetzt auf jeden Fall, dass wir viele Tore schießen können. Jetzt müssen wir es natürlich auch noch hinbekommen, dass wir weniger Gegentore kassieren.
Was ging dir bei deinem spektakulären Volley-Tor im Pokal zum zwischenzeitlichen 2:0 durch den Kopf?
Ich glaube, in so einem Moment denkt man gar nicht viel nach. Ich weiß nur, dass ich im Ligaspiel davor schon eine ähnliche Chance hatte, den Ball aber mit rechts gar nicht getroffen habe. (lacht) Im Pokal ist der Ball dann so geflogen, dass ich ihn mit links nehmen musste. Und das war vielleicht besser so.
Als zentrale Mittelfeldspielerin bist du das Bindeglied zwischen Offensive und Defensive. Wie gelingt es euch, in beiden Bereichen die nötige Balance zu finden?
Wir müssen versuchen, kompakter zu stehen und vor allem bei langen Bällen wacher zu sein und die Laufwege schneller aufzunehmen. Ansonsten haben wir es gegen Union gar nicht schlecht gemacht. Unsere Gegentore sind unglücklich gefallen. Da war unser Stellungsspiel nicht gut.
Jetzt geht es nach Leverkusen: Wie blickst du auf das Wiedersehen mit deinem Ex-Club?
Ich freue mich auf viele bekannte Gesichter. Ich habe noch Kontakt zu einigen Spielerinnen und auch zum Staff. Es wird sicherlich cool sein, jetzt als Spielerin des Gastvereins im Ulrich-Haberland-Stadion aufzulaufen und nicht wie gewohnt in die Heimkabine abzubiegen.
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Leverkusen ist ein Top-Team mit Europa-Ambitionen. Was erwartet euch und worauf wird es im Matchplan ankommen?
Leverkusen ist wirklich ein sehr gutes Team. Sie sind intensiv in den Spielen, sehr zweikampfstark und wollen mit dem Ball schnell nach vorne und in die Tiefe. Da müssen wir bereit sein und unsererseits die Tiefe gut absichern. Zugleich dürfen und müssen wir uns nicht verstecken. Wir haben in den letzten Wochen gut gearbeitet und uns weiterentwickelt und wollen auf jeden Fall Zählbares mit nach Hause nehmen.
Wie verbringst du normalerweise eine Auswärtsfahrt?
Ich fahre tatsächlich gerne mit der Bahn zu den Spielen, weil man sich während der Fahrt etwas freier bewegen kann. Meistens fahren wir nach dem Training los, dann schlafe ich erst mal ein bisschen. Ansonsten spiele ich unterwegs sehr gerne mit meinen Mannschaftskolleginnen oder wir quatschen einfach. Ganz selten kommt es auch mal vor, dass ich etwas für die Uni mache. (lacht)
Mit Jule Baum fällt eine wichtige Spielerin schwer verletzt aus. Wie habt ihr die Nachricht als Team aufgenommen und wie unterstützt ihr sie?
Die Nachricht kam sehr überraschend. Wir haben im Spiel natürlich mitbekommen, dass sie sich verletzt hat. Aber dadurch, dass sie noch weitergespielt hat, hat niemand damit gerechnet, dass es eine so schwere Verletzung ist. Wir wünschen ihr natürlich alles Gute und hoffen, dass sie schnell mit der Reha starten kann. Bis dahin versuchen wir als Mannschaft, hinter ihr zu stehen und sie aufzufangen.
Du bist in dieser Saison neue Co-Kapitänin. Wie füllst du diese Rolle aus?
In den Spielen war ich bisher noch nicht Kapitänin, aber durch meine neue Rolle versuche ich, immer voranzugehen: Ich versuche, selbst meine beste Leistung abzurufen und die Mädels mitzuziehen, wenn es mal nicht so läuft. Oder sie zu pushen, wenn es gut läuft. Auch außerhalb des Platzes versuche ich, alle zu motivieren, sich weiterzuentwickeln. Ich möchte ein Vorbild für jüngere Spielerinnen sein. Das habe ich schon in der vergangenen Saison gemacht und möchte es in dieser Spielzeit genauso fortsetzen.
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