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11.09.2026
„Wir wollen inhaltlich ein ganz anderes Gesicht zeigen“
In der Pressekonferenz vor dem Duell mit RB Leipzig sprach HSV-Cheftrainer Merlin Polzin über die Lehren aus dem Mainz-Spiel, die Herangehensweise an das Auswärtsspiel in der Messestadt und die bevorstehende Trainingsrückkehr von Mario Vuskovic.
Der dritte Bundesliga-Spieltag steht vor der Tür. Während der 1. FC Union Berlin diesen am heutigen Freitagabend um 20.30 Uhr mit einem Heimspiel gegen den FC Schalke eröffnet, zählen die Rothosen am Sonntag mit ihrem Auswärtsspiel bei RB Leipzig (ab 15.15 Uhr live im HSVnetradio) zum Schlussprogramm, gefolgt von der Partie zwischen der SV Elversberg und dem FC Bayern (Anstoß um 17.30 Uhr). Am Freitagnachmittag blickte HSV-Cheftrainer Merlin Polzin auf die Partie in der Messestadt voraus und sprach dabei im Detail über ...
… das Personal: Sebastiaan Bornauw wird aufgrund muskulärer Probleme nicht zur Verfügung stehen. Auch Kofi Amoako fällt aus, ihn hat es krankheitsbedingt erwischt. Alexander Rössing-Lelesiit befindet sich weiter im Aufbautraining, konnte die nächsten Schritte machen, aber das Spiel in Leipzig kommt noch zu früh. Der Rest ist voll im Training und entsprechend eine Option für den Kader. Dazu zählt auch wieder Warmed Omari, der zu Ende der letzten und auch in dieser Woche voll mit der Mannschaft trainiert hat. Er macht einen sehr frischen und dynamischen Eindruck. Er hat in jedem Fall die Chance, in den Kader zu rutschen und auch Spielzeit zu bekommen.
… die Aufarbeitung nach dem Mainz-Spiel: Wir waren mit uns selbst total unzufrieden. Wenn wir zuhause spielen, dann ist es immer unsere Aufgabe, dass die Zuschauenden auf dem Weg nach Hause sagen: Es hat sich gelohnt, unseren HSV zu sehen. Unser Ansatz ist ganz klar, dass wir inhaltlich aus diesem Spiel etwas mitnehmen wollen und müssen. Wir haben das sehr klar mit dem Trainerteam und der Mannschaft aufbereitet. Wir haben mit Bezug auf die fünf Gegentore fünf Botschaften formuliert, die für unser Spiel sehr wegweisend sein sollen. Es war ein offenes und klares Gespräch mit der Mannschaft. Und damit war es dann abgehakt. Wir sind jetzt am Freitag und unser Fokus ist voll auf Leipzig gerichtet. Es wäre im Fußball und generell im Sport fatal, jetzt noch zurückzublicken. Es geht nur noch nach vorn und diese Mentalität sollte uns auch auszeichnen.
… die Herangehensweise an das Leipzig-Spiel: Wir gehen in jedes Bundesliga-Spiel, um dieses zu gewinnen. Das ist auch am Sonntag der Fall, weil es unser Anspruch und unsere Pflicht ist. Wir wollen inhaltlich ein ganz anderes Gesicht zeigen als am vergangenen Sonntag. Das definiert sich nicht nur über das Gesamtergebnis, weil wir die Herausforderung der Bundesliga und die Stärken der Gegner kennen. Auf dem Weg, den HSV weiter in der Bundesliga zu etablieren, ist es ganz entscheidend, sich auf den Prozess zu fokussieren. Das mag total langweilig klingen und vielleicht hat es der eine oder andere schon zu oft gehört. Wir brauchen ganz viele kleine Schritte, um erfolgreich zu sein. Ich habe nichts dagegen, wenn davon am Sonntag schon mehr zu sehen ist, als es uns mancher zutraut.
“Auf dem Taktikboard und in der Videoanalyse kannst du viele Dinge hin und herschieben oder animieren. Auf dem Platz ist das aber ein anderes Gefühl.”
… das eigene Spiel: Unser Fußball soll immer davon leben, wie die Verbindung zwischen den Spielern aussieht. Auf dem Taktikboard und in der Videoanalyse kannst du viele Dinge hin und herschieben oder animieren. Auf dem Platz ist das aber ein anderes Gefühl. Dieses Gefühl erarbeitest du dir. Dafür musst du Zeit investieren und es schaffen, deine Mitspieler besser zu kennen. Das hat viel mit dem Auftreten auf dem Platz zu tun. Sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung ist es vonnöten, dass die Jungs von uns eine Klarheit bekommen. Und auf der anderen Seite muss es dann auch umgesetzt werden.
… den Ligastart: Natürlich nervt das, ist doch völlig klar. Im Pokal haben wir einen Saisonstart hingelegt, der von Widerstandsfähigkeit und Klarheit geprägt war. Auch in Dortmund haben wir in der zweiten Hälfte ein Spiel gezeigt, mit dem ich einverstanden war. Trotzdem ist das natürlich keine Erklärung für unser Heimspiel gegen Mainz. Für uns ist aktuell extrem wichtig: Wir wollen arbeiten, wir wollen uns in die Inhalte stürzen und diesbezüglich total klar und konsequent sein. Ich erlebe eine Mannschaft, die sehr intensiv arbeitet, sich für den HSV begeistert und sehr kritisch mit sich selbst ist. Das gibt mir Zuversicht für die kommenden Aufgaben. Wir suchen keine Ausreden und Alibis, sondern wissen, was wir für unseren Fußball brauchen: Investitionen in die Verbindungen.
… die Trainingsrückkehr von Mario Vuskovic: Wir versuchen, ihm am Dienstag (aus sicherheitsrelevanten Aspekten wird die öffentliche Trainingseinheit um 15 Uhr im Volksparkstadion stattfinden, Anm. d. Red.) einen wertschätzenden Moment zu geben. Gleichzeitig geht es auch darum, das alles nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen – denn so ist er auch als Typ nicht. Er freut sich einfach extrem darauf, wenn er wieder in der Kabine sein darf und dort sowie auf dem Platz im Kreis der Mannschaft wieder Spaß hat. Das sollte viel mehr im Mittelpunkt stehen als die Personalie oder der ganze Ablauf seiner Rückkehr. Trotzdem wird es meine Aufgabe sein, den Spielern, die noch nicht mit ihm zusammengespielt haben, das ganze Thema greifbar zu machen.
Vom Mentalen her ist das, was er und die ganze Familie Vuskovic erlebt haben, etwas, was man keinem wünscht und selbst nicht erleben will. Es spricht für die HSV-Familie, wie hier in den vergangenen Jahren zusammengehalten wurde. Das war herausragend. Er macht einen guten Eindruck, kann es kaum erwarten. Er wird schon brennen, wir müssen ihn wahrscheinlich eher etwas bremsen.
Die Pressekonferenz mit Merlin Polzin gibt es in voller Länge hier im Video.
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