
Team
19.07.26
Poulsen trifft gegen Rapid: „Wichtig ist, dass wir als Team funktionieren“
Im ersten Testspiel der Vorbereitung gegen Rapid Wien trifft der Mittelstürmer zum 1:1 und zieht ein positives Fazit zum Gesamtauftritt seiner Mannschaft.
Mehr als 500 Profispiele hat Yussuf Poulsen während seiner illustren Karriere absolviert und dabei über 120 Tore erzielt. Der 1,92 Meter große Däne weiß, wo die Kiste steht – was er im gestrigen Testspiel bei Rapid Wien (2:3) einmal mehr unter Beweis stellte. Als Bakery Jatta in der 16. Minute die erste gefährliche HSV-Flanke in den Fünfmeterraum brachte, war „Yussi“ in bester Mittelstürmermanier zur Stelle und nickte wuchtig per Kopf zum 1:1 ein.
„Es war eine super Flanke von Baka. Wir haben gestern noch darüber gesprochen, dass er mit dem ersten Kontakt hinter die Kette spielen soll. Ich bin froh, dass ich getroffen habe, aber ich definiere mich nicht über Tore“, erklärte Poulsen nach dem Spiel. „Mir ist es viel wichtiger, dass wir als Team funktionieren, uns besser kennenlernen und Automatismen entwickeln.“

Klingt nach business as usual für den Torjäger und Routinier. Doch ganz so gewöhnlich war jener Testspieltreffer für den 32-Jährigen nicht, wie nicht zuletzt sein ehrlicher Torjubel zeigte. Für den gebürtigen Kopenhagener, der zur Vorsaison von RB Leipzig an die Elbe wechselte, war es zugleich der erste HSV-Treffer seit mehr als einem halben Jahr. In seiner Premierensaison für die Rothosen wurde der 248-malige Bundesliga-Spieler allzu oft von kleineren Verletzungen ausgebremst, kam daher nur 15-mal zum Einsatz und erzielte seinen einzigen Treffer – wohlgemerkt einen enorm wichtigen – zum 3:2-Sieg im Nordderby gegen Bremen.
Wie wertvoll Poulsen sein kann, bewies er als Kapitän auf und abseits des Platzes dennoch. So auch beim gestrigen Test gegen den SK Rapid, als er dem Team auf dem Platz mit zahlreichen Kommandos viel Struktur und Führung verlieh. „Das ist ein Teil meines Spiels, das mache ich immer. Ich hatte in Leipzig viele Jahre mit Pressing zu tun und habe etliche Profispiele absolviert. Ich kenne die Abläufe und versuche, meinen Teamkollegen zu helfen. Das hat gut funktioniert“, erklärte der 32-Jährige, der aufgrund seiner Vorgeschichte wie abgesprochen nach rund einer halben Stunde ausgewechselt wurde. „Wir haben Yussi in dieser Woche auftrainiert. Wir wussten, dass er 30 Minuten voll gehen kann und alles Weitere ein unnötiges Risiko wäre. Wir haben im letzten Jahr unsere Erfahrungen gemeinsam gemacht und müssen daraus lernen. Yussis Körper ist so, wie er ist – hier sind wir mit ihm und der medizinischen Abteilung im ständigen Austausch“, erklärt HSV-Cheftrainer Merlin Polzin.
Im ersten Testspiel der Vorbereitung zeigte nicht nur Poulsen individuell eine gute Leistung, sondern auch der HSV im Kollektiv. „Es war ein guter erster Test gegen einen Gegner, der in seiner Vorbereitung bereits viel weiter ist und nächste Woche auf höchstem Niveau sein muss. Wir haben eine sehr gute erste Hälfte gespielt, zwar blöde Gegentore kassiert, aber mit dem Ball sehr viele Situationen kreiert, bei denen letztlich nur der letzte Pass und die letzte Griffigkeit fehlten“, sagt Poulsen. „Aber das ist völlig in Ordnung, wir sind erst seit einer Woche im Training. Wichtig ist, dass wir die Aktionen herausspielen und gefährlich werden. Auch defensiv war es gut, bis wir müde wurden. Wir müssen jetzt noch fitter werden. Das ist das oberste Ziel. Alles andere werden wir hinbekommen.“
Die nächsten Schritte auf diesem Weg werden im Trainingslager in Oberlängenfeld gegangen, das der HSV am heutigen Sonntag (19. Juli) bezieht und am Sonnabend (25. Juli) mit dem nächsten Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim abschließt.
Die Highlights des Testspiels im Video.
