
Verein
01.07.26
„Zielstrebig und entwicklungsorientiert die nächsten Schritte gehen“
Bei ihrer offiziellen Vorstellung als neue Vorständin Sport sprach Kathleen Krüger unter anderem über ihren Start beim HSV, ihre Ziele und die Kaderplanung.
Der 1. Juli ist in der Fußballwelt nicht irgendein Tag. Offiziell findet der Wechsel von der alten zur neuen Saison statt, unter anderem werfen Trainingsauftakt und Pflichtspielstart ihre Schatten voraus und die Kaderplanung läuft auf Hochtouren. Kurz gesagt: Der Blick richtet sich nach vorne – und genau diesen Fokus verkörperte die neue HSV-Vorständin Kathleen Krüger im Rahmen der Pressekonferenz zu ihrer Vorstellung am heutigen Mittwoch. Die 41-Jährige hatte in den vergangenen Wochen bereits losgelegt und sich einen ersten Eindruck im Club verschafft.
„Es ist ein besonderer Moment, weil wir mit dem heutigen Tag die Position der Sportvorständin offiziell neu besetzen“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Papenfuß eingangs. An die Protagonistin gerichtet meinte er: „Die Aufgabe, dir vor dir liegt, ist ambitioniert. Aber mit den Voraussetzungen, die du mitbringst und mit denen du uns überzeugt hast, sind wir zu 100 Prozent sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Wir freuen uns, dich an Bord begrüßen zu dürfen.“ Anschließend gehörte Krüger die Bühne, die den zahlreichen Journalisten im Pressekonferenzraum Rede und Antwort stand. Im Detail sprach sie über ...
… ihren Start beim HSV: Ich wurde auf der Geschäftsstelle freundlich, warmherzig und mit viel Energie empfangen. Ich habe erste Gespräche geführt und Mitarbeitende kennengelernt, bin mit Claus und Eric in den Austausch gegangen. Ich finde es beeindruckend, dass die Mitarbeitenden auch Fans sind. Hier herrscht ein hoher Zusammenhalt, der den HSV seit viele Jahren ausmacht. Für mich gilt es zunächst, erst einmal zuzuhören und mehr kennenzulernen, um danach die nächsten Schritte gehen und Kapitel schreiben zu können.
… ihren Aufstieg zur Sportvorständin: Ich habe beim FC Bayern München immer mal wieder das Gefühl gespürt, dass ich für den nächsten Schritt bereit bin. Für mich waren am wichtigsten die Gespräche die Henrik Köncke und Michael Papenfuß, aber auch mit Claus und Eric. Alleine schon auf menschlicher Ebene haben sie mir ein tolles Gefühl gegeben. Überdies waren die Gespräche inhaltlich orientiert. Das waren für mich zwei Aspekte, die meinem Naturell entsprochen haben. Ich habe die Chance, so zu arbeiten, wie ich mir das wünsche. Und das auch noch beim HSV, einem der größten Traditionsvereine der Bundesliga.
… ihre Rolle: Ich bin für den gesamten Sport verantwortlich, werde aber nicht an einem Wochenende die Spiele jeder einzelnen Mannschaft verfolgen können. Das gibt ein Wochenende nicht her. Jetzt in der Anfangszeit werde ich bei den Trainingslagern der Männer und Frauen vor Ort sein. Künftig werde ich in der Vogelperspektive bleiben, weil das meinem Selbstverständnis von Führung entspricht. Dementsprechend werde nicht unten auf der Bank sitzen. Das ist nicht mein Tanzbereich. Ich freue mich darauf, die Spiele von der Tribüne voller Emotionen begleiten zu können.
Wahrscheinlich werden wir noch häufig der Herausforderer sein, aber wir sind mutig, ambitioniert und leidenschaftlich.
... ihre Ziele: Meine größte Verantwortung und Säule ist, dass wir den HSV sportlich weiterentwickeln. Unser Ziel im zweiten Bundesliga-Jahr ist, dass wir uns etablieren und weiterentwickeln. Wahrscheinlich werden wir noch häufig der Herausforderer sein, aber wir sind mutig, ambitioniert und leidenschaftlich. Darüber hinaus will ich weiter stärken, was in den vergangenen Jahren im Nachwuchs bereits aufgebaut wurde. Der Nachwuchs ist elementar und es ist offensichtlich, wie identitätsstiftend es sein kann, eigene Talente im Volksparkstadion zu sehen. Zudem ist der Frauenfußball in Hamburg mehr als angekommen, das Commitment ist da, und daran werde ich ansetzen. Außerdem wollen wir innovativ sein, womöglich datenorientiert arbeiten, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, die richtige Entscheidung zu treffen.
Unabhängig davon ist die Kultur die Basis dafür, um inhaltlich besser arbeiten zu können. Ich hatte in der Vergangenheit die Gelegenheit, mit vielen sehr großen Trainerpersönlichkeiten zu arbeiten. Dabei hat mich das Thema Gruppenführung sehr beschäftigt. Wir sind am Ende des Tages alle Menschen und wenn es gegeben ist, dass eine Gruppe in eine Richtung marschiert, kann man sehr viel erreichen. Das ist ein Thema, das wir kontinuierlich im Blick behalten werden. Wir wollen ein gutes Miteinander und uns gegenseitig vertrauen.
… die Wahrnehmung des HSV: In den vergangenen Wochen und Monaten wurde mir in diversen Gesprächen gespiegelt, was für ein Bundesliga-Traditionsverein der HSV ist. Die Erwartungshaltung und der Anspruch von außen ist hoch. Jeder sieht das Potenzial dieses Vereins. Unsere Aufgabe ist es, ambitioniert, zielstrebig und entwicklungsorientiert, die nächsten Schritte zu gehen. Darauf haben wir große Lust.
… die Kaderplanung: Claus ist einer meiner wichtigsten Kollegen. Wir sind kontinuierlich im Austausch und es ist wichtig, dass wir stark miteinander kommunizieren. Wir werden uns ergänzen, wenngleich ich einen anderen Fokus als er habe. Er hat viel Leidenschaft für den Posten des Sportdirektoren und ist für das Transferwesen verantwortlich. Derzeit wird leidenschaftlich am Kader für die neue Saison gearbeitet. Bis dato habe ich mich noch nicht allzu stark involviert, weil das dem Prozess nicht gerecht werden würde. Schließlich werden rund um eine einzelne Entscheidung viele Gespräche geführt. Der Transfermarkt ist kein Supermarkt, man pickt sich nicht einfach einen Spieler und geht zur Kasse. Dahinter steckt ein komplexer Prozess. Mit dem heutigen Tag werde ich damit beginnen, mich sukzessive einzubringen.
Die Pressekonferenz mit Kathleen Krüger gibt es in voller Länger hier im Video.
