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30.06.26
„Ein großes Bild vor Augen: Wieder im Volkspark spielen“
Nach seiner erneuten Verletzung befindet sich Alexander Rössing-Lelesiit mitten in der Reha. Nebenbei hat er sich dem Fußball wieder angenähert und spricht mit Sander Tangvik über die WM.
Alexander Rössing-Lelesiit hat das WM-Fieber gepackt. Nachdem der 19-jährige Norweger und der Fußball aus guten Gründen für kurze Zeit in einer On-Off-Beziehung steckten, stehen die Zeichen voll und ganz auf Versöhnung. Der Grund: die Weltmeisterschaft. „Wenn die Nationalmannschaft spielt, fühlt es sich fast wie eine Verpflichtung an, die Spiele zu schauen. Ich gucke sie mir aber auch echt gerne an“, sagt Rössing-Lelesiit im Interview mit der HSV.de-Redaktion. Vor nicht allzu langer Zeit klang das noch anders, als er sinngemäß davon sprach, dass ihm eine gewisse Distanz zum Fußball guttat.
Rückblick: Rössing-Lelesiit hatte im Januar eine Verletzung im Sprunggelenk erlitten und im April einen Rückschlag, weshalb der ganze Prozess von vorne begann. Zwischenzeitlich hatte es im Endspurt der vergangenen Saison stark danach ausgesehen, als könne er wieder eine Option für den Kader sein. Stattdessen musste er sich wieder einer Operation unterziehen, wieder eine Reha starten – und vor allem wieder warten. Zumindest geht der Youngster mit einem Wissensvorsprung durch die Rekonvaleszenz.

„Es hilft mir sehr, immer zu wissen, welcher nächste Schritt auf mich wartet. Dadurch gehe ich viel gelassener mit der Situation um als noch beim ersten Mal“, erklärt Rössing-Lelesiit, der am Montag (29. Juni) zum ersten Mal wieder mit Reha-Coach Sebastian Capel im Volkspark trainierte. „Es hat sich gut angefühlt. So langsam kann ich wieder Druck auf den Knöchel ausüben. Aktuell versuche ich, Schritt für Schritt wieder beweglicher und muskulöser zu werden.“ Die Leistungstests am kommenden Montag und Dienstag (6./7. Juli) kommen für Rössing-Lelesiit noch zu früh. Die Rückennummer 38 sagt: „Ich vermisse es wirklich sehr, die anderen Jungs zu sehen und mich mit ihnen zu unterhalten.“
Bis zuletzt weilte Rössing-Lelesiit in Norwegen und verbrachte die Zeit mit seiner Familie und seinen Freunden. „Sie unterstützen mich sehr, indem sie mir sagen, dass alles in Ordnung sei und ich es zurückschaffen werde. Das gibt mir viel Kraft. Außerdem mache ich mir in ihrer Gegenwart nicht so viele Gedanken, wie und wann ich auf den Fußballplatz zurückkehre“, sagt Rössing-Lelesiit, der in seiner Heimat noch Prüfungen in der Schule zu absolvieren hatte – und sie erfolgreich bestand. Aber natürlich wurde auch WM geschaut.
„Ich glaube wirklich daran, dass sie es vielleicht sogar bis ins Halbfinale schaffen können“, meint Rössing-Lelesiit mit Blick auf die norwegische Nationalmannschaft. „Sie machen es bisher sehr ordentlich. Das erste Spiel ist nie leicht, weil eine gewisse Nervosität mitschwingt und die Erwartung hoch ist, trotzdem waren sie dem Druck gewachsen und haben es gegen den Irak sehr gut gemeistert. Danach haben sie auch gegen Senegal gewonnen.“ Über die 1:4-Niederlage gegen Frankreich verlor der U19-Nationalspieler nachvollziehbarerweise kein Wort.

Nun wartet auf Norwegen am heutigen Dienstagabend um 19 Uhr (MESZ) das Sechzehntelfinale gegen die Elfenbeinküste. Mittendrin: Sander Tangvik. „Ich habe ein wenig mit ihm darüber gesprochen, wie es vor Ort ist. Wir müssen aber nicht jeden Tag miteinander sprechen. Er weiß auch so, dass ich ihn und die Nationalmannschaft in jedem Fall unterstütze“, betont Rössing-Lelesiit, der fest im Blick haben wird, was im AT&T Stadium in Arlington, Texas passiert.
Es gibt aber noch eine viel größere Sache, auf die sich Rössing-Lelesiit fokussiert. Zielstrebig sagt er: „Ich habe ein großes Bild vor Augen: Wieder im Volkspark Fußball spielen. Dort auf dem Rasen zu stehen, ist jedes Mal aufs Neue etwas Besonderes. Ich weiß genau, wie ich dorthin komme. Ich muss Schritt für Schritt gehen und darf keine Abkürzungen nehmen.“
