
07.05.2023
Saisonendspurt: Alles geben bis zum Schluss
Die Ausgangslage hat sich nach den weiteren Ergebnissen des Wochenendes nicht verschlechtert. Der Punkt gegen Paderborn könnte sich noch auszahlen. Spieler und Trainer sind weiter optimistisch.
Am Freitagabend (5. Mai) war die Enttäuschung in der Mixed Zone deutlich spürbar. Unmittelbar nach dem 2:2-Unentschieden im Heimspiel gegen den SC Paderborn ärgerten sich sowohl die Spieler als auch der Trainer über die verpasste Chance, die engagierte Vorstellung und zweimalige Führung vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion nicht in einen dreifachen Punktgewinn umgemünzt und damit Druck auf die beiden in der Tabelle vor den Hamburgern liegenden Konkurrenten aus Darmstadt und Heidenheim erhöht zu haben. „So lange rechnerisch alles möglich ist, werden wir bis zuletzt alles geben“, entgegnete Moritz Heyer auf die Frage nach der sich anbahnenden Ausgangslage und fügte an, dass er sich die weiteren Partien des Wochenendes wahrscheinlich gar nicht anschauen werde. „Ich weiß nicht, ob ich gucke. Es nützt ja nichts, wenn ich es gucke und dann schlechte Laune bekomme.“ Sollte er doch geschaut haben, dann wird sich die Laune des Rechtsverteidigers sicherlich schon in den 90 Minuten verbessert haben, spätestens aber beim Blick auf die Endergebnisse. Denn, die Erkenntnis des Wochenendes ist: Auch die anderen Teams gewinnen in der 2. Liga eben nicht im Vorbeigehen.

"Im Fußball ist alles möglich" - Moritz Heyer blickt weiter optimistisch auf die Tabellensituation.
So verlor Darmstadt 98 das erste Heimspiel überhaupt in dieser Saison gegen den FC St. Pauli glatt mit 0:3 und musste die vorzeitige Aufstiegsfeier verschieben. Auch der 1. FC Heidenheim tat sich gegen den 1. FC Magdeburg vor heimischem Publikum schwer und kam nicht über ein 0:0 hinaus. Ergo: Die Ausgangslage hat sich punktetechnisch vor den verbleibenden drei Saisonspielen nicht verschlechtert. „Solange es möglich ist, bleibt der direkte Aufstieg unser Ziel“, formulierte Jonas Meffert schon am Freitag weiterhin das anvisierte Vorhaben. Bei neun zu vergebenen Punkten sind vier Punkte Rückstand plus das schlechtere Torverhältnis zwar viel, aber eben auch nicht unmöglich. „Im Fußball gibt es so viele Dinge, die schon passiert sind“, fasste es Heyer zusammen.
Sebastian Schonlau ist hingegen auch das Gerede über den aktuellen Tabellenplatz zu negativ. „Man darf nicht vergessen, dass auch das eine Möglichkeit ist, um aufzusteigen. Wenn es nicht anders geht, dann nehmen wir die Relegation“, so der Kapitän. Um diesen Platz zu sichern, bedarf es aber auch einen Blick in den Rückspiegel. Zwischen dem HSV und den Verfolgern liegen nach den Ergebnissen des Wochenendes nur noch vier Punkte. Doch Düsseldorf, die zuhause gegen Holstein Kiel mit 3:0 gewannen, und St. Pauli (3:0 in Darmstadt) treffen am kommenden Spieltag aufeinander und nehmen sich gegenseitig Punkte weg. Die Rechnereien und Mutmaßungen haben also schon wieder begonnen.

Tim Walter zeigte sich mit der Leistung gegen Paderborn zufrieden.
Robert Glatzel ist das alles zu viel Gerechne. „Wir brauchen nicht darüber zu reden, ob wir Zweiter, Dritter oder Vierter werden. Wir müssen unsere Spiele gewinnen“, so der Top-Torjäger der Rothosen, der gegen Paderborn seinen 18. Saisontreffer markierte, den er selber mit einem energischen Dribbling vorbereitet hatte. Gegen Regensburg soll damit am kommenden Spieltag begonnen werden. „Wir haben gegen Paderborn eine gute Leistung gezeigt. Darauf können wir aufbauen. Es geht weiter. Wir haben noch drei Spiele und alles in der eigenen Hand“, zeigte sich Tim Walter ebenfalls gewohnt selbstbewusst.
In der vergangenen Saison gab es im Jahnstadion einen spektakulären Last-Minute-Sieg (4:2), bei dem ebenfalls gezeigt wurde, dass im Fußball alles möglich ist. Und die Ausgangslage auf die vorderen Plätze bleibt bis dahin auch unverändert. Denn Darmstadt und Heidenheim spielen parallel. Ein Resumée wird dann erst wieder in der Mixed Zone nach dem Schlusspfiff gezogen.
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