
01.10.2016
0:2 - HSV verliert trotz guter Leistung bei Hertha BSC
Die Hamburger präsentierten sich im ersten Spiel unter Markus Gisdol gut und mutig, doch der Doppelpack von Vedad Ibisevic entschied das Spiel zugunsten des Tabellenzweiten Hertha BSC.
Der HSV verlor am Samstag (1. Oktober) trotz guter Leistung das erste Spiel unter seinem neuen Trainer Markus Gisdol mit 0:2 (0:1) gegen Hertha BSC. Im Berliner Olympiastadion erzielte Herthas Vedad Ibisevic einen Doppelpack (29., 70.), während sich die Hamburger zwar einige sehr gute Tormöglichkeiten erspielten, diese aber nicht nutzen konnten. Der beherzte und auch offensiv gute Auftritt des HSV wurde somit nicht belohnt, die Hertha gewann stattdessen auch ihr drittes Heimspiel dieser Saison und klettert in der Tabelle damit auf Platz zwei.

Vedad Ibisevic war stets brandgefährlich - und mit seinen beiden Treffern der Berliner Matchwinner.
Dreifaches Aluminium...
Markus Gisdol veränderte das System von einem 4-2-3-1 auf ein 4-4-2, in dem neben Wood auch Lasogga als Sturmspitze in der Startformation stand. Zudem kehrte Kostic ins Team zurück, der gemeinsam mit seinem Pendant Müller die Außenbahnen beackerte. Holtby und Ekdal agierten im Zentrum, in der Vierer-Abwehrkette ersetzte Cleber den kurzfristig wegen muskulärer Probleme ausgefallenen Kapitän Djourou. Der sah genau wie die 7.000 mit in die Hauptstadt gereisten HSV-Fans einen beherzten Start der Rothosen. Die konnten folgerichtig auch die ersten Chancen der Partie für sich verbuchen, Müller und Kostic verfehlten in der 11. und 12. Minute jedoch haarscharf das 1:0. Diese Doppelchance war der Startschuss für eine verrücktes Phase des Spiels, in dem die Hertha nach einer Viertelstunde Oberwasser bekam und die Rothosen mit zwei Aluminium-Treffern schockte. Der Führungstreffer durch Ibisevic nach einer knappen halben Stunde kam somit nicht komplett überraschend, auch wenn er nach einem von Lasogga abgefälschten Ball sehr unglücklich zustande kam. Geschockt zeigten sich die Rothosen davon jedoch nicht, im Gegenteil: die Hamburger schalteten nochmal einen Gang hoch und hatten bis zur Pause sogar doppelt den Ausgleich auf dem Fuß, doch Lasogga traf erst nur die Latte und wurde in der Nachspielzeit der ersten Hälfte von Langkamps Rettungsaktion in allerletzter Sekunde um den sicheren Ausgleich gebracht. So ging es trotz guter Leistung mit dem 0:1-Rückstand in die Kabine.

Nicolai Müller erzielte in der 75. Minute das vermeintliche 1:2, das aber wegen einer knappen Abseitsposition nicht zählte.
... doppelter Ibisevic
Der HSV begann auch nach dem Seitenwechsel spielbestimmend. Der Wille, den Ausgleich zu erzielen und das Spiel zu drehen, war zu jeder Sekunde erkennbar. So agierten die Rothosen offensiv vielversprechend, mit guten Ballstaffetten und klarem Zug zum Tor, doch rein wollte die Kugel gegen nun sehr auf die Defensive bedachte Berliner nicht. Die wiederum setzten voll auf schnelle Gegenstöße - und kamen so zu einigen sehr guten Möglichkeiten und 20 Minuten vor dem Ende auch zum vorentscheidenden 2:0. Ekdal hatte Stocker im Kampf um den Ball an den Füßen getroffen, Schiedsrichter Winkmann entschied auf Elfmeter und Ibisevic erzielte seinen zweiten Treffer des Tages, nachdem er in der Nacht vor dem Spiel zum zweiten Mal Vater geworden war. Ein perfekter Tag für Ibisevic also, was der HSV trotz guter und nimmermüder Leistung nicht behaupten konnte. Schon gar nicht eine Viertelstunde vor Schluss, als Müller den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte, hierbei jedoch einen Schritt im Abseits stand und zurecht zurückgepfiffen wurde. So blieb es bei der Berliner Führung, an der der HSV allem Willen zum Trotz nicht mehr rütteln konnte. Großen Applaus gab es von den 7.000 mitgereisten HSV-Fans, die ihr Team 90 Minuten lang lautstark unterstützt hatten, für diese Vorstellung dennoch. Es geht weiter!
Das Spiel im Stenogramm:
Hertha BSC:
Jarstein - Weiser, Langkamp, Stark, Plattenhardt - Skjelbred, Lustenberger - Esswein (90. Kurt), Stocker (73. Allan), Haraguchi - Ibisevic (86. Schieber)
Hamburger SV:
Adler - Sakai, Cleber, Spahic, Douglas Santos - Müller, Ekdal (71. Gregoritsch), Holtby, Kostic - Lasogga, Wood (60. Halilovic)
Tore:
1:0 Ibisevic (29.), 2:0 Ibisevic (70., FE)
Zuschauer:
45.000
Schiedsrichter:
Guido Winkmann (Kerken)
Gelbe Karten:
Plattenhardt (17.), Haraguchi (31.) / Douglas Santos (3.), Holtby (27.), Ekdal (32.), Müller (48.), Cleber (78.), Lasogga (90.)
Gelb-Rote Karten: -
/
-
Rote Karten:
- / -
Das Spiel im Zeitraffer:
Min. | Aktion |
|---|---|
12. | Doppelchance für den HSV: Gleich zwei Mal ist Lasogga per Kopf als Vorbereiter zur Stelle, doch sowohl Müller als auch kurz darauf Kostic legen den Ball aus jeweils aus kurzer Distanz auf statt ins Tornetz. Beide Male extrem knapp! |
15. | Latte! Und damit Glück für den HSV. Esswein legt den Ball zurück auf Weiser, der direkt abzieht, der Ball klatscht an die Latte. |
16. | Wieder Aluminium! Und damit noch einmal Glück für die Hamburger. Dieses Mal landet der Ball am linken Pfosten, nachdem sich Haraguchi aus 20 Metern ein Herz gefasst hat. Puuuh. |
29. | 1:0! Jetzt ist es passiert. Und zwar sehr unglücklich, denn Lasogga fälscht mit der Hacke einen eher harmlosen Esswein-Schuss ab, der so direkt vor den Füßen von Ibisevic landet - 5 Metern, vorbei an Adler ins lange Eck. |
37. | Erneut Latte! Dieses Mal auf der anderen Seite, als Lasogga sich den Ball 22 Meter vor dem Tor zum Freistoß zurecht legt, diesen über die Mauer haut, aber eben nur oben links die Latte trifft. Bitter! |
45. | Die letzte Aktion der ersten Hälfte gehört nochmal dem HSV: Konter über Müller, der Kostic schickt - allein vor Jarstein will Kostic im Strafraum nochmal querlegen auf Lasogga, doch Langkamp kommt noch mit dem Fuß an den Ball und verhindert den Ausgleich. |
56. | Der HSV drückt und drängt - und kommt per Ecke zur nächsten Chance: Kostic mit dem hohen Ball, Spahic mit dem Kopfball, aber ganz knapp drüber. |
58. | Hertha kontert und Douglas Santos muss alles riskieren, um gegen Stocker das 0:2 zu verhindern. Gleich doppelt grätscht er Stocker an der Kante des Fünfmeterraums ab. |
70. | 2:0! Wieder ist Stocker im Strafraum, dieses Mal grätscht Ekdal - und Schiedsrichter Winkmann zeigt auf den Punkt. Muss man wohl geben. Ibisevic verwandelt den Strafstoß in die Mitte. |
74. | Starker Konter der Berliner, Plattenhardt mit der flachen Hereingabe auf Ibisevic, der den Ball aus fünf Metern aber per Direktabnahme knapp am langen Pfosten vorbei setzt. |
75. | Der HSV marschiert trotz allem weiter - und jubelt! Doch nach Holtbys Schuss, den Jarstein nicht festhalten kann, steht Müller einen Schritt im Abseits, als er den Ball über die Linie drückt. Bitter! |
90. | Fast noch das 3:0, nachdem der HSV komplett aufgerückt ist und Holtby der Ball abgeluchst wird - Esswein setzt die Kugel aber über das nahezu leere Tor. Das wäre aber auch zuviel des Schlechten gewesen! |
Hertha BSC | Statistik zum Spiel | Hamburger SV |
|---|---|---|
14 | Torschüsse | 16 |
42% | Ballaktionen in % | 58% |
52% | Zweikampfquote | 48% |
69% | Passquote | 78% |
7 | Ecken | 3 |
9 | Flanken aus dem Spiel | 12 |
0 | Abseits | 1 |
11 | Fouls am Gegenspieler | 20 |
Ibisevic 4 | Torschüsse | 5 Lasogga |
Plattenhardt 4 | Torschussvorlagen | 4 Wood |
Weiser 75 | Ballaktionen | 103 Spahic |
Skjelbred 78% | Zweikampfquote | 60% Sakai* |
*Mehrere Spieler mit dem gleichen Wert |
Die Zusammenfassung des Spiels seht ihr bei HSV total!

Douglas Santos machte ein starkes Spiel und sorgte gemeinsam mit Nabil Bahoui auf links für viel Schwung.
Chance zur frühen Führung...
Bruno Labbadia baute gegen den Rekordmeister sein Mittelfeld um: Holtby spielte für Hunt im offensiven Zentrum, die Doppelsechs bildete das Duo Ekdal/Jung und auf links brachte Labbadia mit Bahoui ebenfalls eine frische Kraft, die auf der Außenbahn ordentlich wirbeln sollte. Und das tat der Schwede, der im Zusammenspiel mit Douglas Santos die linke Seite zumeist dicht machte und zudem viel nach vorn bewegte - und bereits in der zweiten Minute die HSV-Führung hätte besorgen können, als er nach Zuspiel von Wood allein auf FCB-Keeper Neuer zulief. Da war mehr drin, doch die Rothosen werteten diese frühe Hundertprozentige als Bestätigung ihrer Marschroute und machten weiter ihr Spiel. Das bedeutete: nicht einfach nur auf die Chance warten, sondern sie erzwingen. Den Bayern keinen Raum lassen, sie früh bedrängen und Ballverluste provozieren. Diese Rechnung ging häufig auf, und so ergaben sich im ersten Durchgang weitere gute Offensivaktionen, von denen aber natürlich auch die Bayern mit ihrer ungeheuren Klasse einige auf ihrem Konto verbuchen konnten. Doch die HSV-Defensive stand gut und bekam immer wieder noch einen Fuß oder den Kopf zwischen den Gegner und das Tor, so dass nach 45 starken HSV-Minuten ein achtbares und vollauf verdientes Remis zu Buche stand. Die HSV-Fans im ausverkauften Volksparkstadion honorierten den beherzten Auftritt ihrer Mannschaft mit großem Applaus, der die Rothosen in die Kabine begleitete.

Rene Adler hielt großartig und rettete seinem Team einige Male das 0:0, doch kurz vor dem Ende war auch er gegen Kimmichs 0:1 machtlos.
... später Knock-out
Und auch nach dem Abpfiff des Spiels donnerte wieder der Applaus von den Rängen, die Fans feierten ihre Mannschaft für ein starkes Spiel und eine große kämpferische Leistung - auch wenn diese kurz vor dem Ende der 90 umkämpften Minuten einen heftigen Schlag verpasst bekam. Denn die Bayern, die mit Anpfiff der zweiten Halbzeit deutlich den Druck erhöhten, nutzten in der 88. Minute doch noch eine ihrer zweifelsohne vorhandenen Chancen zum Siegtreffer durch Kimmich. Dass dieser so kurz vor Schluss fiel und durch einen vermeidbaren Fehler im Aufbauspiel des HSV begünstigt wurde, machte die Enttäuschung auf Seiten der Hamburger umso größer. Mit allen Kräften hatten sie sich gegen diese Bayern gewehrt, gegen die große individuelle Klasse, und hin und wieder auch selbst durch schnelles Umschalten für eigene Möglichkeiten gesorgt. Adler hielt alles und noch mehr, die zehn Mann vor ihm warfen sich in jeden Schuss und spielten es auch taktisch gut, doch am Ende sollte es nicht sein. Ein Weltklasse-Pass von Thiago und ein Sololauf des eingewechselten Ribery, der die Hausherrn immer wieder vor große Probleme stellte, machte am Ende den Unterschied und entriss der Mannschaft von Bruno Labbadia den verdienten Lohn für ein tolles Fußballspiel. Den Applaus der Zuschauer hatten sich die HSV-Profis aber dennoch redlich verdient.
Das Spiel im Stenogramm:
Hamburger SV:
Adler - G. Sakai, Djourou, Spahic, Douglas Santos - Ekdal (90. Lasogga), Jung - N. Müller, Holtby, Bahoui (67. Kostic) - Wood (Gregoritsch 84.)
FC Bayern München:
Neuer - Lahm , Hummels (51. Boateng), Javi Martinez, Alaba - Thiago - Kimmich, Renato Sanches (61. Vidal) - T. Müller, Lewandowski, Coman
Tore:
0:1 Kimmich (88.)
Zuschauer:
57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter:
Felix Zwayer (Berlin)
Gelbe Karten:
Douglas Santos (70.) / Martinez (65.), Ribery (73.), Kimmich (83.)
Gelb-Rote Karten: -
/
-
Rote Karten:
- / -
Das Spiel im Zeitraffer:
Min. | Aktion |
|---|---|
2. | Das hätte ein absoluter Traumstart werden können: HSV-Ballgewinn im Mittelfeld gegen komplett aufgerückte Bayern, Wood marschiert und passt auf den freistehenden Bahoui, der aber frei vor Neuer das Denken anfängt - sein Abschluss gerät zu harmlos, Neuer kann parieren. |
8. | Durchatmen. Die Bayern fahren ihren ersten richtigen Angriff, Lahm flankt von rechts und Alaba köpft aus fünf Metern, aber Adler kontert mit einem wahnsinnigen Reflex. Die Aktion wird aber abgepfiffen, Alaba hatte geschoben. Trotzdem überragend von Adler! |
18. | Der HSV macht es sehr gut, aber jeden Angriff des FCB kann man natürlich nicht verhindern. Dieses Mal über links, Flanke Alaba und am Elfmeterpunkt steht Lewandowski, dessen Kopfball aber nur auf dem Tornetz landet. |
29. | Elfmeter? Douglas Santos schickt Wood, der den hohen Ball in vollem Sprint mit der Brust mitnimmt und in den Strafraum eindringt, wo er von Martinez heftig bedrängt wird - Schiedsrichter Felix Zwayer sagt aber: weiterspielen. Übles Pfeifkonzert. |
41. | Und noch einmal der HSV mit einem starken Angriff: Bahoui mit dem Seitenwechsel auf Wood, der mit viel Übersicht auf den Elfmeterpunkt zu Müller ablegt, doch der wird im entscheidenden Moment von hinten bedrängt und so daran gehindert, den Ball im Netz unterzubringen. |
43. | Die letzte Aktion der ersten Hälfte gehört den Gästen, bei denen sich Lahm auf rechts durchsetzen kann und den Ball in die Mitte flankt, den Kopfball von Coman kann Adler aber souverän entschärfen. |
58. | Gleich zweimal innerhalb einer Minute brennt es lichterloh im Strafraum des HSV, doch erst Adler und im zweiten Anlauf Djourou bekommen im großen Getümmel irgendwie noch Hand und Fuß an den Ball und verhindern mit ihren großen Taten das eigentlich sichere 0:1. |
60. | Zum zweiten Mal die Frage: Elfmeter? Dieses Mal aber auf der anderen Seite, als Boateng in den Lauf von Lewandowski spielt und der von Spahic gestoppt wird. Zwayer sagt auch hier: weiterspielen. |
68. | Der HSV jetzt mal mit einem der selten gewordenen Entlastungsangriffe: Kostic sieht den gestarteten Müller, der frei in den Strafraum rennt, aber für den hohen Kostic-Ball einen Kopf zu klein ist. |
73. | Jetzt wieder die Bayern, bei denen Ribery jetzt im Spiel und auch direkt Aktivposten ist. Seine perfekte Vorarbeit verstolpert aber Lewandowski am Fünfmeterraum. |
79. | Adler als doppelter Retter in der Not: Erst fingert er Müllers Schuss aus 15 Metern irgendwie noch um den Pfosten, um kurz darauf auch noch dem frei vor ihm auftauchenden Lewandowski den Ball vom Fuß zu klauen. Überragend! |
85. | Da wäre jetzt wohl auch Adler machtlos gewesen: Müller geht rechts die Linie runter und haut den Ball scharf in den Fünfer, wo Ribery einen Meter vor der Linie lauert, aber aufgrund der Schärfe des Zuspiels den Ball verfehlt. Puuuh! |
88. | 0:1! Und jetzt ist es doch noch passiert... Der HSV mit dem Ballverlust, die rechte Abwehrseite ist verwaist, so dass Ribery nach einem Geniestreich von Thiago auf und davon gehen und Kimmich im Zentrum das Tor des Tages auflegen kann. Ist das bitter! |
90. | Und in der Nachspielzeit tatsächlich noch einmal die Ausgleichschance für den HSV, doch Lasogga köpft die Kostic-Flanke knapp über den linken Torwinkel. Das war's! |
Hamburger SV | Statistik zum Spiel | FC Bayern München |
|---|---|---|
7 | Torschüsse | 17 |
35% | Ballaktionen in % | 65% |
50% | Zweikampfquote | 50% |
68% | Passquote | 85% |
3 | Ecken | 5 |
8 | Flanken aus dem Spiel | 20 |
3 | Abseits | 2 |
17 | Fouls am Gegenspieler | 12 |
Lasogga 2 | Torschüsse | 5 Kimmich |
Wood* 2 | Torschussvorlagen | 3 Alaba |
Sakai'* 50 | Ballaktionen | 103 Kimmich |
Jung 86% | Zweikampfquote | 89% Martinez |
Sakai* 2 | Flanken aus dem Spiel | 11 Alaba |
*Mehrere Spieler mit dem gleichen Wert |
Die Zusammenfassung des Spiels seht ihr bei HSV total!

Douglas Santos machte ein starkes Spiel und sorgte gemeinsam mit Nabil Bahoui auf links für viel Schwung.
Chance zur frühen Führung...
Bruno Labbadia baute gegen den Rekordmeister sein Mittelfeld um: Holtby spielte für Hunt im offensiven Zentrum, die Doppelsechs bildete das Duo Ekdal/Jung und auf links brachte Labbadia mit Bahoui ebenfalls eine frische Kraft, die auf der Außenbahn ordentlich wirbeln sollte. Und das tat der Schwede, der im Zusammenspiel mit Douglas Santos die linke Seite zumeist dicht machte und zudem viel nach vorn bewegte - und bereits in der zweiten Minute die HSV-Führung hätte besorgen können, als er nach Zuspiel von Wood allein auf FCB-Keeper Neuer zulief. Da war mehr drin, doch die Rothosen werteten diese frühe Hundertprozentige als Bestätigung ihrer Marschroute und machten weiter ihr Spiel. Das bedeutete: nicht einfach nur auf die Chance warten, sondern sie erzwingen. Den Bayern keinen Raum lassen, sie früh bedrängen und Ballverluste provozieren. Diese Rechnung ging häufig auf, und so ergaben sich im ersten Durchgang weitere gute Offensivaktionen, von denen aber natürlich auch die Bayern mit ihrer ungeheuren Klasse einige auf ihrem Konto verbuchen konnten. Doch die HSV-Defensive stand gut und bekam immer wieder noch einen Fuß oder den Kopf zwischen den Gegner und das Tor, so dass nach 45 starken HSV-Minuten ein achtbares und vollauf verdientes Remis zu Buche stand. Die HSV-Fans im ausverkauften Volksparkstadion honorierten den beherzten Auftritt ihrer Mannschaft mit großem Applaus, der die Rothosen in die Kabine begleitete.

Rene Adler hielt großartig und rettete seinem Team einige Male das 0:0, doch kurz vor dem Ende war auch er gegen Kimmichs 0:1 machtlos.
... später Knock-out
Und auch nach dem Abpfiff des Spiels donnerte wieder der Applaus von den Rängen, die Fans feierten ihre Mannschaft für ein starkes Spiel und eine große kämpferische Leistung - auch wenn diese kurz vor dem Ende der 90 umkämpften Minuten einen heftigen Schlag verpasst bekam. Denn die Bayern, die mit Anpfiff der zweiten Halbzeit deutlich den Druck erhöhten, nutzten in der 88. Minute doch noch eine ihrer zweifelsohne vorhandenen Chancen zum Siegtreffer durch Kimmich. Dass dieser so kurz vor Schluss fiel und durch einen vermeidbaren Fehler im Aufbauspiel des HSV begünstigt wurde, machte die Enttäuschung auf Seiten der Hamburger umso größer. Mit allen Kräften hatten sie sich gegen diese Bayern gewehrt, gegen die große individuelle Klasse, und hin und wieder auch selbst durch schnelles Umschalten für eigene Möglichkeiten gesorgt. Adler hielt alles und noch mehr, die zehn Mann vor ihm warfen sich in jeden Schuss und spielten es auch taktisch gut, doch am Ende sollte es nicht sein. Ein Weltklasse-Pass von Thiago und ein Sololauf des eingewechselten Ribery, der die Hausherrn immer wieder vor große Probleme stellte, machte am Ende den Unterschied und entriss der Mannschaft von Bruno Labbadia den verdienten Lohn für ein tolles Fußballspiel. Den Applaus der Zuschauer hatten sich die HSV-Profis aber dennoch redlich verdient.
Das Spiel im Stenogramm:
Hamburger SV:
Adler - G. Sakai, Djourou, Spahic, Douglas Santos - Ekdal (90. Lasogga), Jung - N. Müller, Holtby, Bahoui (67. Kostic) - Wood (Gregoritsch 84.)
FC Bayern München:
Neuer - Lahm , Hummels (51. Boateng), Javi Martinez, Alaba - Thiago - Kimmich, Renato Sanches (61. Vidal) - T. Müller, Lewandowski, Coman
Tore:
0:1 Kimmich (88.)
Zuschauer:
57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter:
Felix Zwayer (Berlin)
Gelbe Karten:
Douglas Santos (70.) / Martinez (65.), Ribery (73.), Kimmich (83.)
Gelb-Rote Karten: -
/
-
Rote Karten:
- / -
Das Spiel im Zeitraffer:
Min. | Aktion |
|---|---|
2. | Das hätte ein absoluter Traumstart werden können: HSV-Ballgewinn im Mittelfeld gegen komplett aufgerückte Bayern, Wood marschiert und passt auf den freistehenden Bahoui, der aber frei vor Neuer das Denken anfängt - sein Abschluss gerät zu harmlos, Neuer kann parieren. |
8. | Durchatmen. Die Bayern fahren ihren ersten richtigen Angriff, Lahm flankt von rechts und Alaba köpft aus fünf Metern, aber Adler kontert mit einem wahnsinnigen Reflex. Die Aktion wird aber abgepfiffen, Alaba hatte geschoben. Trotzdem überragend von Adler! |
18. | Der HSV macht es sehr gut, aber jeden Angriff des FCB kann man natürlich nicht verhindern. Dieses Mal über links, Flanke Alaba und am Elfmeterpunkt steht Lewandowski, dessen Kopfball aber nur auf dem Tornetz landet. |
29. | Elfmeter? Douglas Santos schickt Wood, der den hohen Ball in vollem Sprint mit der Brust mitnimmt und in den Strafraum eindringt, wo er von Martinez heftig bedrängt wird - Schiedsrichter Felix Zwayer sagt aber: weiterspielen. Übles Pfeifkonzert. |
41. | Und noch einmal der HSV mit einem starken Angriff: Bahoui mit dem Seitenwechsel auf Wood, der mit viel Übersicht auf den Elfmeterpunkt zu Müller ablegt, doch der wird im entscheidenden Moment von hinten bedrängt und so daran gehindert, den Ball im Netz unterzubringen. |
43. | Die letzte Aktion der ersten Hälfte gehört den Gästen, bei denen sich Lahm auf rechts durchsetzen kann und den Ball in die Mitte flankt, den Kopfball von Coman kann Adler aber souverän entschärfen. |
58. | Gleich zweimal innerhalb einer Minute brennt es lichterloh im Strafraum des HSV, doch erst Adler und im zweiten Anlauf Djourou bekommen im großen Getümmel irgendwie noch Hand und Fuß an den Ball und verhindern mit ihren großen Taten das eigentlich sichere 0:1. |
60. | Zum zweiten Mal die Frage: Elfmeter? Dieses Mal aber auf der anderen Seite, als Boateng in den Lauf von Lewandowski spielt und der von Spahic gestoppt wird. Zwayer sagt auch hier: weiterspielen. |
68. | Der HSV jetzt mal mit einem der selten gewordenen Entlastungsangriffe: Kostic sieht den gestarteten Müller, der frei in den Strafraum rennt, aber für den hohen Kostic-Ball einen Kopf zu klein ist. |
73. | Jetzt wieder die Bayern, bei denen Ribery jetzt im Spiel und auch direkt Aktivposten ist. Seine perfekte Vorarbeit verstolpert aber Lewandowski am Fünfmeterraum. |
79. | Adler als doppelter Retter in der Not: Erst fingert er Müllers Schuss aus 15 Metern irgendwie noch um den Pfosten, um kurz darauf auch noch dem frei vor ihm auftauchenden Lewandowski den Ball vom Fuß zu klauen. Überragend! |
85. | Da wäre jetzt wohl auch Adler machtlos gewesen: Müller geht rechts die Linie runter und haut den Ball scharf in den Fünfer, wo Ribery einen Meter vor der Linie lauert, aber aufgrund der Schärfe des Zuspiels den Ball verfehlt. Puuuh! |
88. | 0:1! Und jetzt ist es doch noch passiert... Der HSV mit dem Ballverlust, die rechte Abwehrseite ist verwaist, so dass Ribery nach einem Geniestreich von Thiago auf und davon gehen und Kimmich im Zentrum das Tor des Tages auflegen kann. Ist das bitter! |
90. | Und in der Nachspielzeit tatsächlich noch einmal die Ausgleichschance für den HSV, doch Lasogga köpft die Kostic-Flanke knapp über den linken Torwinkel. Das war's! |
Hamburger SV | Statistik zum Spiel | FC Bayern München |
|---|---|---|
7 | Torschüsse | 17 |
35% | Ballaktionen in % | 65% |
50% | Zweikampfquote | 50% |
68% | Passquote | 85% |
3 | Ecken | 5 |
8 | Flanken aus dem Spiel | 20 |
3 | Abseits | 2 |
17 | Fouls am Gegenspieler | 12 |
Lasogga 2 | Torschüsse | 5 Kimmich |
Wood* 2 | Torschussvorlagen | 3 Alaba |
Sakai'* 50 | Ballaktionen | 103 Kimmich |
Jung 86% | Zweikampfquote | 89% Martinez |
Sakai* 2 | Flanken aus dem Spiel | 11 Alaba |
*Mehrere Spieler mit dem gleichen Wert |
Die Zusammenfassung des Spiels seht ihr bei HSV total!
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