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30.10.2026
Stoldt-Hattrick und was Bircher Müsli damit zu tun hat
Beim spektakulären 4:4-Unentschieden gegen Union Berlin am vergangenen Sonntag im Volksparkstadion glänzte Svea Stoldt mit drei Treffern. Im Interview verrät sie, warum ihr Frühstück dabei möglicherweise eine Rolle spielte und was sie vom doppelten Aufeinandertreffen mit den Köpernickerinnen hält.
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HSV.de: Svea, was ging dir bei deinen drei Toren gegen Union Berlin durch den Kopf?
Svea Stoldt: Natürlich habe ich mich unglaublich gefreut, war aber auch ein bisschen überrascht. Union hatte zu Beginn eigentlich die bessere Phase und mehr auf unser Tor gespielt. Wir haben diese Phase aber überstanden und dann direkt zweimal getroffen. Das war nicht unbedingt so geplant, hat aber gut funktioniert. So früh mit zwei Toren in Führung zu gehen, hat uns natürlich einen Push gegeben und richtig Lust auf das Spiel gemacht. Und dann noch die beiden Elfmeter – vor allem zweimal vor der Nordtribüne zu treffen, war einfach unglaublich. Mit den Mädels vor den Fans zu feiern, war ein absoluter Gänsehautmoment. Das war ein unbeschreibliches Gefühl.
Du bist von Natur aus eher eine defensivere Spielerin, weshalb es nicht aller Tage vorkommt, dass du drei Tore in einem Spiel schießt. Was lief an diesem Tag anders als sonst?
Die Trainingseinheiten unter der Woche waren richtig gut, deshalb hatten wir alle ein gutes Gefühl für Sonntag. Tatsächlich habe ich auch etwas anderes gefrühstückt als sonst. Ich hatte nicht mehr viel zu Hause und habe mir einfach Bircher Müsli gemacht. Das hatte ich vor einem Spiel vorher noch nie gegessen. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt immer machen sollte, aber offenbar hat es ganz gut funktioniert. Vielleicht gibt es am Samstag wieder Müsli zum Frühstück. (lacht)
Du hast auch eine Reihe weiter vorn als sonst gespielt.
Ich sage eigentlich immer, dass die Sechser- oder Achterposition meine Position ist. Dort kann ich meine Stärken sowohl im Zweikampf als auch im Abschluss am besten einbringen. Als Innenverteidigerin ist es etwas schwieriger, nach vorn zu kommen und selbst zum Abschluss zu gelangen. Das ist eine meiner Stärken, die ich auf der Sechs oder Acht besser zeigen kann. Deshalb hoffe ich, künftig wieder häufiger dort zu spielen. Am Ende gilt aber: Ich spiele da, wo ich aufgestellt werde, und versuche, auf jeder Position meine bestmögliche Leistung zu bringen.
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Bei deinen Torjubeln hast du gen Himmel geschaut und später auf Instagram geteilt, dass du die Treffer deinem Opa widmest. Wie waren die Momente für dich?
Mein Opa ist in diesem Jahr verstorben und war ein riesiger HSV-Fan. Er hat mich immer unterstützt und war von klein auf mit dem HSV verbunden. Wenn er mich bei Spielen auf der Tribüne gesehen hat, hat er sich immer unglaublich gefreut – wie ein kleines Kind. Er hatte die Raute einfach im Herzen. Deshalb war es für mich ein ganz besonderer Moment, ihm die Tore widmen zu können.
Ihr lagt dreimal in Führung und musstet euch am Ende doch mit einem Unentschieden begnügen. Zwei verlorene Punkte?
Es war ein wildes und unglaublich spannendes Spiel mit einem ständigen Hin und Her. Beide Mannschaften waren gut im Spiel und haben Tore erzielt. Natürlich wollen wir immer gewinnen, das ist unser großes Ziel. Wenn wir vorn treffen, müssen wir aber auch konzentriert bleiben und dürfen nicht so schnell wieder Gegentore kassieren. Das haben wir am Sonntag nicht gut genug hinbekommen. Daran müssen wir für die nächsten Spiele arbeiten. Den Punkt nehmen wir trotzdem mit. Ein Punkt ist für uns immer wichtig. Jetzt haben wir am Samstag direkt die Chance auf eine Revanche. Da wollen wir unbedingt gewinnen.
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Sag doch mal, warum sollte jemand, der noch nie bei einem Spiel der HSV-Frauen war, am Sonnabend ins Volksparkstadion kommen?
Weil wir als Mannschaft gemeinsam auf dem Platz stehen, kämpfen und den Fans etwas zurückgeben wollen. Wenn wir ein Tor schießen, entsteht auf der Tribüne ein Gänsehautmoment. Wir feiern auf dem Platz und laufen anschließend zu den Fans, um gemeinsam mit ihnen zu jubeln. Ich glaube, das macht unglaublich viel Spaß, auch für diejenigen, die zum ersten Mal dabei sind. Wir freuen uns über jeden Fan, der kommt, uns unterstützt und uns nach vorn pusht. Das hilft uns natürlich auch dabei, unsere Ziele zu erreichen.
Außerdem seid ihr in dieser Saison in Heimspielen noch ungeschlagen! Liegt das auch am Support von den Rängen?
Unsere Fans sind unglaublich. Für mich gibt es da kaum einen Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen. Sie sind überall dabei, unterstützen uns und sind teilweise sogar lauter als die Heimfans der gegnerischen Mannschaft. Sie reisen beispielsweise bis nach München oder Stuttgart und feuern uns dort genauso an. Im Volksparkstadion ist es natürlich noch einmal etwas Besonderes. Wenn wir zum Aufwärmen auf den Platz kommen, ist es direkt laut. Die Fans motivieren uns, und es macht einfach unglaublich viel Spaß. Wenn man dann selbst ein Tor schießt und die Stimmung auf der Tribüne erlebt, ist das ein unbeschreibliches Gefühl. Auch nach den Spielen ist es schön, wenn die Fans Fotos oder Autogramme möchten oder uns kleine Geschenke wie Armbänder mitbringen. Das macht einen stolz. Wir dürfen das jede Woche erleben und sind dafür sehr dankbar.
Wie ist es eigentlich, zweimal hintereinander gegen dasselbe Team zu spielen?
Natürlich ist es etwas anderes, wenn man erst am Sonntag gegen dieselbe Mannschaft gespielt hat. Wir können die Partie sehr gut analysieren und die Themen im Training angehen. Das haben wir in dieser Woche bereits gemacht und wissen, was wir besser machen müssen. Es gibt einige konkrete Dinge, an denen wir arbeiten können. Der Pokal hat aber auch seine eigenen Regeln. Wir wollen mit einer neuen Ausgangslage in die Partie gehen, gewinnen und zeigen, dass wir Union schlagen können. Wir wollen beweisen, dass wir die bessere Mannschaft sein können, und natürlich in die nächste Runde einziehen.
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