
HSV-Frauen
20.06.26
Sylwia Matysik: „Ich kämpfe immer bis zum letzten Pfiff“
Der erste Neuzugang der HSV-Frauen für die Saison 2026/27 spricht über Ambitionen, Teamgeist und den Reiz, künftig im Volkspark aufzulaufen.
Neue Stadt, neuer Club, klare Ziele: Sylwia Matysik, die vom Hamburger SV als erster Neuzugang für die Saison 2026/27 vorgestellt wurde, spricht im Interview über ihre Entscheidung für die Rothosen und worauf sie sich in der Hansestadt besonders freut. Außerdem erklärt die 26-Jährige, was für eine Spielern sie ist und welche Erfahrung sie auf internationaler Bühne gesammelt hat.
HSV.de: Sylwia, warum hast du dich für den HSV entschieden?
Sylwia Matysik: Der HSV ist ein großer Verein mit einer beeindruckenden Geschichte, großen Ambitionen und fantastischen Fans. In den vergangenen Jahren hat sich insbesondere der Frauenfußball beim HSV sehr positiv entwickelt, was mich sehr beeindruckt hat. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass dies der richtige Ort ist, um mich weiterzuentwickeln und den nächsten Schritt in meiner Karriere zu machen.
Der HSV kann auf eine außergewöhnliche Fanbasis bauen. Mit welchem Gefühl blickst du auf die kommende Saison und wie sehr freust du dich darauf, im Volksparkstadion vor einer großen Kulisse zu spielen?
Ich kann es kaum erwarten. Vor vielen Zuschauerinnen und Zuschauern in einem großen Stadion zu spielen, gibt immer zusätzliche Energie und Motivation. Im Volksparkstadion habe ich bisher noch nicht gespielt, aber beim letzten Ligaspiel zwischen Köln und Hamburg haben die HSV-Fans einen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Es war beeindruckend zu sehen, wie viele Fans die Mannschaft auswärts unterstützt haben und wie sie das Team während des gesamten Spiels begleitet haben. Das zeigt, wie besonders dieser Verein ist. Auch direkt nach der Bekanntgabe meines Wechsels habe ich viele persönliche Nachrichten von HSV-Fans erhalten. Das hat mich sehr positiv überrascht. Es war unglaublich schön und hat mir gezeigt, wie sehr die Menschen hier mit ihrem Verein mitfiebern und ihre Mannschaft unterstützen.

Warst du vor deinem Wechsel schon einmal in Hamburg?
Ja, ich war bereits in Hamburg, allerdings hauptsächlich in Norderstedt. (lacht) Mit Leverkusen haben wir dort ein Pokalspiel und mit Köln ein Testspiel vor der Saison bestritten. Die Stadt selbst konnte ich deshalb noch nicht wirklich kennenlernen. Aber dafür wird jetzt sicherlich genügend Zeit sein. Ich habe bisher nur Positives über Hamburg gehört und freue mich darauf, die Stadt besser kennenzulernen.
Wie würdest du deinen Spielstil beschreiben und welche Stärken zeichnen dich als Spielerin besonders aus?
Ich bin vor allem eine klassische Verteidigerin. Ich kann sowohl auf der Außenverteidigerposition als auch in der Innenverteidigung spielen. Eins-gegen-eins-Duelle machen mir Spaß und ich scheue keine körperbetonte Spielweise. Ich gebe immer alles für die Mannschaft und möchte eine Spielerin sein, auf die sich meine Teamkolleginnen verlassen können.
Wie bist du zum Fußball gekommen? Welche Erinnerungen verbindest du mit deinen ersten Jahren im Fußball?
Ich komme aus einem kleinen Dorf, und die meisten Kinder in meiner Nachbarschaft waren Jungen. Deshalb habe ich von klein auf mit ihnen Fußball gespielt. Man könnte sagen, dass ich gar nicht viele Alternativen hatte – aber sehr früh wusste ich, dass Fußball meine Leidenschaft ist. Mit 13 Jahren habe ich mich deshalb entschieden, von zu Hause wegzugehen und auf ein Sportinternat zu wechseln, weil ich dort die besten Möglichkeiten gesehen habe, mich sportlich weiterzuentwickeln.
Du wurdest U17-Europameisterin mit Polen. Welche Erinnerungen hast du an diesen Erfolg?
Das ist ohne Zweifel einer der größten Erfolge meiner bisherigen Karriere. Es sind Erinnerungen, die mich mein Leben lang begleiten werden. Dieser Titel hat mich nicht nur sportlich geprägt, sondern mir auch gezeigt, dass Herkunft keine Rolle spielt. Wenn man große Träume hat und bereit ist, hart dafür zu arbeiten, kann man viel erreichen. Für Polen war dieser Titel etwas Historisches, und ich bin sehr stolz darauf, Teil dieser Mannschaft gewesen zu sein.

Inwieweit haben dich Spiele auf internationaler Bühne reifen lassen?
Der internationale Fußball hat mir vor allem beigebracht, mit Druck und Verantwortung umzugehen. Ich hatte die Möglichkeit, gegen Spielerinnen aus verschiedenen Ländern anzutreten, und habe dabei gelernt, wie wichtig Details und tägliche harte Arbeit sind. Diese Erfahrungen haben mich zu einer bewussteren Spielerin gemacht. Außerdem haben sie mir Demut, Geduld und die Erkenntnis vermittelt, dass man unabhängig von seinen Erfolgen immer weiter an sich arbeiten muss.
Was machst du, um nach intensiven Trainingseinheiten oder Spielen abzuschalten?
Nach intensiven Trainingseinheiten oder Spielen genieße ich vor allem Ruhe. Ich verbringe gerne Zeit mit meinen Liebsten, gehe spazieren oder fahre Fahrrad. Manchmal schaue ich auch einen guten Film oder einfach ein anderes Fußballspiel. Regeneration ist ein sehr wichtiger Teil des Lebens als Profisportlerin, deshalb versuche ich immer, die richtige Balance zwischen Training und Erholung zu finden.
Wenn du dich den HSV-Fans in einem Satz vorstellen müsstest, wie würde er lauten?
Ich bin eine Spielerin, die immer bis zum letzten Pfiff kämpft, nie aufgibt und alles für die Mannschaft und die Fans auf dem Platz lässt.
