
HSV-Frauen
11.08.26
Torhüterinnen im Fokus: Vier Profile, eine Einheit
Frischer Wind zwischen den Pfosten: Zur neuen Saison gibt es im Keeperinnen-Team der Rothosen einige Veränderungen. Mit Jule Baum und Kinga Szemik gibt es gleich zwei Neuzugänge auf der Torhüterinnen-Position, auch Torwarttrainer Philipp Meister ist neu im Team.
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Ein ungewöhnliches Bild bot sich vergangene Woche auf dem Trainingsplatz im niederländischen Arnheim: Statt Fußbällen flogen plötzlich Volleybälle über den Kasten. Die vier Keeperinnen standen sich beim Warm-Up bei einer kleinen Challenge gegenüber. Es ging um Reaktionsschnelligkeit, Geschicklichkeit und für die Siegerin um einen Schokoriegel. Den sicherte sich Neuzugang Kinga Szemik. Der eigentliche Gewinn war aber der gemeinsame Spaß. Es wurde gelacht, angefeuert und mitgefiebert. Ein kleiner Moment aus dem sechstägigen Trainingslager, der zeigte: Das neu formierte Torhüterinnen-Team findet bereits zusammen.
Insgesamt acht Neuzugänge verzeichnen die Rothosen in der aktuellen Transferphase. Unter ihnen sind mit Jule Baum und Kinga Szemik gleich zwei Torhüterinnen, die zusammen mit Laura Sieger und Nachwuchs-Keeperin Clemetine Engel das neue Torhüterinnen-Quartett bilden. Auch auf der Trainerposition gibt es ein neues Gesicht: Philipp Meister wechselte im Sommer vom Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart zu den HSV-Frauen.
„Ich nehme die Stimmung im Torhüterinnen-Team als sehr gut wahr, weil die verschiedenen Charaktere der Mädels sehr gut zusammenpassen. Sie haben Bock, sich weiterzuentwickeln und geben Gas. Wir sind im Trainingslager nochmal enger zusammengewachsen, sodass wir als starke Einheit in die Saison starten werden“, verriet Meister am Rande des Trainingslagers. Meister kann dabei auf ein Keeperinnen-Team mit unterschiedlichen Profilen, reichlich Erfahrung und viel Entwicklungspotenzial setzen.

Zwei Neuzugänge und ein Comeback
Mit Kinga Szemik wechselte zuletzt eine international erfahrene Keeperin an die Elbe. Die 29-Jährige kommt vom englischen Erstligisten West Ham United an die Elbe und ist polnische Nationaltorhüterin. 2025 nahm sie mit Polen erstmals an einer Europameisterschaft teil. Auch im Training ist der frischste Neuzugang der Rothosen bereits präsent: „Kinga ist erst seit gut einer Woche bei uns, bringt aber bereits viel von ihrer Erfahrung ein. Sie hat eine sehr gute Präsenz, kommuniziert viel auf dem Platz und pusht das Team im Training“, schätzt Meister die Neu-Keeperin der Rothosen ein.
Weniger internationale Erfahrung, dafür umso mehr Potenzial bringt Jule Baum mit. Die 26-Jährige wechselte vom Zweitligisten SC Sand nach Hamburg und überzeugte dort in der vergangenen Saison mit starken Zahlen: In 26 Spielen kassierte sie lediglich 26 Gegentore – zweitbester Wert der Liga. „Jule ist auf der Linie sehr stark und mutig in der Spieleröffnung, was wir auch einfordern. Sie hat eine gute Übersicht und ist sehr lernwillig“, befindet Meister nach den ersten Trainingswochen.
Laura Sieger kennt den HSV dagegen bereits bestens und arbeitet nach ihrem Kreuzbandriss am zweiten Spieltag der abgelaufenen Saison an ihrem Comeback. Nach langer Verletzungspause stand die 26-Jährige im Trainingslager wieder bei allen Mannschaftstrainings auf dem Platz. In den Testspielen kam die Keeperin, die ihren Vertrag bei den Hamburgerinnen im Sommer verlängert hat, bislang noch nicht zum Einsatz. „Laura ist sehr ehrgeizig. Sie will sich immer weiter entwickeln und dazulernen. Ihre Stärke ist auf jeden Fall die Torverteidigung, trotz ihrer Größe hat sie eine wahnsinnige Sprungkraft und schnelle Reflexe“, so Meister.
Komplettiert wird das Quartett von Clemetine Engel. Die U20-Keeperin des HSV schnuppert aktuell bei den Profis rein und konnte sich in den Testspielen bereits auszeichnen. Die frischgebackene U17-Europameisterin parierte zuletzt im Test gegen Bundesliga-Konkurrent Mainz 05 mehrfach stark. „Clem ist unser Küken“, weiß auch Torwarttrainer Philipp Meister. „Wir wollen ihr so viel wie möglich mitgeben. Sie soll Erfahrung sammeln auf dem Niveau und macht das aktuell richtig gut.“
Vier Torhüterinnen, vier unterschiedliche Profile und mit Philipp Meister ein neuer Mann an der Seitenlinie: Das Torhüterinnen-Team der Rothosen ist neu formiert und hat im Trainingslager in Arnheim bereits gezeigt, dass nicht nur auf dem Platz die Richtung stimmt. Am 23. August geht es für die Keeperinnen dann beim Heimspielauftakt gegen den SC Freiburg im Volksparkstadion um die ersten Punkte der neuen Saison.
