
27.05.2023
Schonlau: „Wenn eine Chance da ist, wollen wir sie ergreifen“
Vor dem Saisonfinale spricht HSV-Kapitän Sebastian Schonlau über das Auswärtsspiel in Sandhausen, das psychologische Momentum im Endspurt und seine Sicht auf die Helden von 1983.
Die Ruhe und Souveränität, die er ausstrahlt, kommt nicht von ungefähr: Sebastian Schonlau hat im Laufe seiner Profikarriere schon viel erlebt – und mit dem SC Paderborn 07 vor vier Jahren genau das geschafft, was er jetzt mit dem HSV erreichen will: den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Damit dieser Meilenstein bereits am morgigen Sonntag (28. Mai, Anstoß: 15.30 Uhr) in Sandhausen gelingen kann, sind ein eigener Sieg und ein Ausrutscher des 1. FC Heidenheim allerdings die Grundvoraussetzung. „Wenn es klappen sollte, werden wir uns sehr freuen“, erklärt der Rothosen-Kapitän – verweist aber im selben Atemzug auch auf die Chance in der Relegation, die dem HSV so oder so nicht mehr zu nehmen ist. Dementsprechend zurecht hält „Bascho“ fest: „Wir können nur noch gewinnen.“ Warum genau dieses psychologische Momentum am finalen Spieltag eine wichtige Rolle spielen könnte, welche Erfolgsparallelen er zwischen dem SCP und HSV sieht und was die Europapokalhelden von 1983 über die Tradition des Vereins aussagen, das erklärte der 28-Jährige im Interview.
Bascho, wie fühlt sich diese Woche für dich an und wie nimmst du die Stimmung im Team wahr?
Es ist schon eine besondere Woche, für uns geht es um einiges. Das steht über allem, daher drehen sich auch viele Gespräche rund um das Spiel in Sandhausen. Wir setzen alles daran, dass wir einen Sieg einfahren.
Ein großes Thema ist dieser Tage auch das 40-jährige Jubiläum der Europapokalsieger. Wie hast du die Feierlichkeiten rund um das Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth wahrgenommen und was sind deine initialen Gedanken dazu?
Es war natürlich schön, dass einige Helden vor Ort waren und nochmal einen wohlverdienten Applaus bekommen haben. Bei dem Thema wird mir einfach wieder klar, wie viel Tradition in diesem Verein steckt und was den Fans dieser Triumph immer noch bedeutet, obwohl es schon 40 Jahre her ist.
Zurück ins Hier und Jetzt. Vor zwei Wochen wart ihr beim UFC-Training, am vergangenen Mittwoch wurde erneut eine externe Trainingseinheit eingestreut. Wie wichtig sind solche Out-of-the-Box-Akzente in dieser entscheidenden Phase?
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, da wir zuletzt lange Wochen hatten und einfach mal ein Break brauchten. Du musst in dieser Phase nicht immer auf dem Platz sein, weil völlig neue Dinge jetzt ohnehin nicht mehr einstudiert werden. Wichtig ist, im Rhythmus zu bleiben und auch mal auf andere Gedanken zu kommen.
Du weißt, wie Aufstieg geht, hast 2018/19 mit dem SC Paderborn die Liga nach oben verlassen. Was waren damals die Ways to win und welche davon kann man auf den HSV übertragen?
Die Situationen kann man nicht Eins-zu-eins vergleichen. Vom HSV erwartet jeder den Aufstieg, wir sind im Prinzip in jedem Spiel der Favorit. Das war mit dem SCP schon eine andere Herangehensweise. Die Gier nach Siegen und den Spaß am Kicken haben beide Teams aber gemeinsam.
Stichwort Sieg. Diesen brauchen wir am Sonntag in Sandhausen, gleichzeitig muss der 1. FC Heidenheim in Regensburg patzen. Wie groß ist deine Hoffnung, dass das Szenario eintritt?
Wir haben eine Chance. Und solange diese da ist, werden wir alles dafür tun, um sie zu ergreifen. Wir wollen unsere Aufgabe erledigen und danach schauen, ob Heidenheim Federn gelassen hat. Wenn es am Sonntag schon klappen sollte, werden wir uns sehr freuen. Wenn es nicht hinhaut, freuen wir uns aber auch über zwei weitere Spiele und damit verbundene Chancen.
Wie wichtig wird das psychologische Momentum am Sonntag? Konkret: Inwiefern ist es ein Vorteil für uns, dass wir die Jäger sind?
Wir können nur noch gewinnen. Der Druck ist bei Heidenheim, da sie den zweiten Platz verteidigen wollen. Das spielt für uns aber keine große Rolle, denn wir wollen unser bestes Spiel auf den Platz bringen und dann schauen, für was das reicht.
Es ist zu erwarten, dass im BWT-Stadion am Hardtwald eine Heimspiel-Atmosphäre für euch herrschen wird. Was macht das mit dir, wenn du - auch auf die ganze Saison gesehen - an den Support der HSV-Fans denkst?
Die Unterstützung der Fans ist einfach phänomenal. Egal ob bei Heim- oder Auswärtsspielen, die Menschen haben immer hinter uns gestanden. Das ist einfach erstklassig.
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