
Interview
30.07.26
„Wir wollen die Zuschauer begeistern“
Unter Cheftrainer Rodolfo Cardoso befinden sich die HSV-Frauen mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison. Nun geht es für sie gegen Everton. Der Coach spricht im Interview.
Rodolfo Cardoso macht einen zielstrebigen Eindruck, als er zum Interview mit der HSV.de-Redaktion in den Katakomben des Volksparkstadions erscheint. Der 57-jährige Argentinier hat keine Zeit zu verlieren: Aktuell bereitet er die HSV-Frauen auf die Saison 2026/27 vor. Die Mannschaft befindet sich mitten in der Vorbereitung, und am Sonnabend (1. August) wartet mit dem Volksparkfestival und dem Testspiel gegen den FC Everton ein Highlight auf sie. Im Gespräch spricht Cardoso über das Kräftemessen mit den Engländerinnen, zieht eine Bilanz der bisherigen Testspiele und verrät, was die Ziele für die neue Spielzeit sind. Außerdem gibt er Einblicke, wie sich die acht Neuzugänge bislang eingelebt haben.

HSV.de: Rodolfo, am Sonnabend werden sich die HSV-Frauen beim Volksparkfestival erstmals wieder im Stadion zeigen und ein Testspiel gegen den FC Everton bestreiten. Worauf können sich die Fans freuen?
Rodolfo Cardoso: Das Volksparkfestival ist wie der Tag der offenen Tür. Wir erwarten viele Zuschauer. Wir wollen gegen Everton selbstbewusst auftreten. Wir nehmen uns vor, uns nicht zu verstecken, vorne draufzugehen und den Gegner zu Fehlern zu zwingen. Das hat in den bisherigen Testspielen gut geklappt. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Fans uns pushen werden. Wir wollen ein gutes Bild von uns abgeben und die Zuschauer von unserem Fußball begeistern, damit noch mehr von ihnen in unser Stadion kommen. Wir wissen, dass es für uns eine große Hilfe in der neuen Saison sein wird.
Ihr steckt mitten in der Vorbereitung. An welchem Punkt steht ihr gerade?
Wir sind bereits in einer guten Verfassung und machen gute Schritte nach vorne. Die Spielerinnen wissen, dass eine Vorbereitung intensiv ist. Sie beißen sich durch und geben jeden Tag Gas.
Die HSV-Frauen haben bisher acht Neuzugänge begrüßt. Wie haben sie sich bislang eingelebt?
Die neuen Spielerinnen finden sich gut zurecht und ziehen voll mit. Einige von ihnen müssen noch ihren Rhythmus finden, weil sie länger nicht gespielt haben. Aber es wird immer besser und das ist ein gutes Zeichen. Kinga Szemik ist erst seit heute dabei, sie ist aber topfit, weil sie vorher bei West Ham die ganze Zeit im Training war.
Wie unterscheidet sich die aktuelle Mannschaft von der aus der Vorsaison?
Wir sind mit den Neuzugängen einen Schritt nach vorne gegangen. Dazu steht unser Grundgerüst, weil wir viele Spielerinnen haben, die schon länger bei uns sind. Es bedeutet also, dass sich die Identifikation mit dem HSV durch unsere Mannschaft zieht. Die bisherigen Testspiele verliefen positiv. Wir wollen daran anknüpfen und die Mannschaft noch besser machen.

Apropos Testspiele: Ihr habt keines eurer fünf Testspiele verloren.
Wir sind bislang sehr zufrieden. Wir wollen in den Testspielen einerseits gute Ergebnisse erzielen und andererseits ein gutes Gefühl im Team aufbauen. Die Vorbereitung ist die Grundlage für eine gute Saison. Das habe ich in meiner eigenen Karriere als Spieler oft genug erlebt. Deshalb lege ich einen sehr großen Wert auf diese Zeit.
Wie weit seid ihr schon eingespielt?
Wir stecken noch mitten in der Vorbereitung, also haben wir noch genug Zeit bis zu unserem ersten Punktspiel. Bis dahin müssen sich die Neuzugänge noch voll einleben und die eine oder andere Spielerin benötigt noch etwas Zeit, um körperlich bei Hundert Prozent zu sein. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir einen konkurrenzfähigen Kader haben.
Was konntest du durch deine Zeit als Interimstrainer zum Ende der vergangenen Saison bereits aufbauen?
Wir haben eine Basis geschaffen, auf der wir aufbauen können. Wir wollen keinen Tabellenplatz versprechen, aber wir können versprechen, dass wir eine Mannschaft zusammenstellen werden, die alles geben wird, um Punkte zu sammeln.
Was hast du herausgefunden, was für den Klassenerhalt in der Bundesliga notwendig sein wird?
Teamgeist! Ich lege sehr viel Wert darauf, weil ich im Fußball selbst erlebt habe, wie sich die Leistung verbessert, wenn die Mannschaft intakt ist. Deswegen betone ich immer wieder, dass es ein ganz wichtiger Punkt ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir noch neu in der Bundesliga sind. Es ist erst unser zweites Jahr. Zum Ende der vergangenen Saison haben wir es geschafft, dass wir alle an einem Strang gezogen haben. Das war in den Trainings und in den Spielen bemerkbar.
Am 23. August steigt der 1. Bundesliga-Spieltag mit einem Heimspiel gegen den SC Freiburg. Wie sehr freust du dich schon darauf?
Ich freue mich schon sehr darauf! Wir haben ein Heimspiel in unserem Volksparkstadion – und dann noch im Flutlicht. Außerdem geht es mit dem SC Freiburg gegen einen meiner ehemaligen Clubs. Also für mich persönlich ist es der perfekte Start.
