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05.10.2026
Zwischen Kopenhagen und Hoffenheim: HSV gewinnt die Tage
Der 2:0-Testspielerfolg gegen den FC Kopenhagen liefert dem HSV nicht nur ein besonderes Erlebnis vor mehr als 55.000 Zuschauern, sondern auch sportlich wichtige Erkenntnisse mit Blick auf das kommende Bundesliga-Spiel in Hoffenheim.
„Win the day“, lautet eine der Maximen in der HSV-Kabine. Entsprechend positiv bewertetet HSV-Cheftrainer Merlin Polzin den gestrigen 2:0-Erfolg im Freundschaftsspiel gegen den FC Kopenhagen: „Komplett zufrieden bist du als Trainer ja nie, aber wir wollen jeden einzelnen Tag gewinnen und das haben wir heute getan.“ Die herausragenden Rahmenbedingungen eines nicht alltäglichen Testspiels mit mehr als 55.000 Zuschauern, bewegten Gedenkmomenten für HSV-Legende Peter Nogly und FCK-Fan Mathias sowie zwei Fanlagern, die ihre mehr als 20-jährige Freundschaft gebührend feierten, hallten zu diesem Zeitpunkt in den Katakomben des Volksparkstadions noch nach. „Das war natürlich unfassbar, eine tolle Performance von beiden Seiten“, erklärte Polzin, „und auch von den Mannschaften.“
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In der Tat war auch der sportliche Wert dieses Kräftemessens für den HSV nicht zu vernachlässigen. Das Team knüpfte gegen den aktuellen Tabellenführer der Dänischen Superliga, der von seinen ersten neun Ligaspielen acht gewann, weitgehend an das letzte Pflichtspiel in der Bundesliga gegen den 1. FC Köln (2:1) an. Ebenso wie gegen die Kölner, als der HSV nach zwei 0:5-Niederlagen in Folge zu seinen defensiven Grundtugenden der Vorsaison zurückkehrte, fokussierten sich die Rothosen zunächst auf ihre defensive Stabilität, ließen im ersten Durchgang nur eine nennenswerte Chance zu, als Heuer Fernandes gegen Olsen parierte (13.). Der HSV-Abwehrverbund begrüßte mit Sebastiaan Bornauw (fehlte zuletzt in Leipzig und gegen Köln mit muskulären Problemen) als zentralen Innenverteidiger und Miro Muheim (Aufbautraining nach WM-Teilnahme) als linken Schienenspieler zwei Akteure zurück im Team. „Für Miro war es extrem wichtig, dass er wieder ein Spiel macht, um körperlich wieder die nächsten Schritte zu gehen. Er hatte jetzt eine relativ lange Pause, hat sich bereits unter der Woche intensiv auf seinen Einsatz vorbereitet und dann sein typisches Miro-Spiel gemacht“, erklärte Fußballlehrer Polzin. „Er will sich dem Konkurrenzkampf stellen und hat heute gezeigt, dass er voll da sein kann.“
Vor allem in der Vorwärtsbewegung setzte der Schweizer im Zusammenspiel mit Martin Adeline im halblinken Korridor gehäuft Akzente, hatte kurz vor seiner Auswechslung sogar noch einen Treffer auf dem Fuß. „Es war schön, mal wieder längere Zeit zu spielen, vor allem vor solch einer Kulisse. Ein fast ausverkauftes Testspiel, das kann man kaum glauben und so etwas habe ich noch nie erlebt. Zugleich nervt es mich im Moment ziemlich, dass ich das Tor am Ende nicht gemacht habe“, erklärte der 28-Jährige, äußerte sich insgesamt aber positiv zu seinem Comeback und der neuen Konkurrenzsituation auf seiner Position: „Ich habe mich sehr gut gefühlt, hätte noch länger spielen können. Konkurrenz belebt das Geschäft. Es kann mir guttun und ich nehme die Situation an. Ich muss jede Woche im Training zeigen, was ich kann und fit bleiben.“
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Youngster sorgen für Aufsehen
War die linke HSV-Seite um Muheim im ersten Durchgang noch die aktivere, fielen in Hälfte zwei letztlich beide Treffer über die rechte Seite, darunter das 1:0 durch den kurz zuvor eingewechselten Sommer-Zugang und Youngster Kofi Amoako (83.), der erstmals im HSV-Dress traf. Erneut hatte Adeline per Hockey-Assist seine Füße im Spiel. Der ebenfalls eingewechselte U21-Spieler Kelvin Ojo (Foto) sorgte letztlich für die Torvorlage und die nächste tolle Story aus dem HSV-Nachwuchs. Während Eigengewächs Shafiq Nandja in der Startelf stand und als einziger HSV-Akteur neben Kapitän und Torschütze zum 2:0-Endstand Nicolai Remberg sowie Adeline durchspielte, feierte der 18-jährige Fernando Dickes in der zweiten Hälfte nach Schulterverletzung sein Comeback zwischen den HSV-Pfosten. Und dann war da ja noch Otto Stange. Das 19-jährige Eigengewächs war nach seiner Rückkehr um 11.45 Uhr von seiner Reise mit der deutschen U20-Nationalmannschaft gefühlt aus dem Flieger auf das Spielfeld geflogen, als er in der 19. Minute für Yussuf Poulsen ungeplant schnell ins Spiel kam. Der Bundesliga-Routinier hatte einen Schlag auf die Wade bekommen, im Anschluss an das Spiel aber erste Entwarnung gegeben. „Er hat ein bisschen was gespürt und kennt auch meine Denkweise dazu. Sobald etwas unklar ist, soll er sofort etwas sagen, das hat er getan. Wir hoffen, dass er am Dienstag wieder einsteigen kann“, sagte Polzin, der im Sturmzentrum derzeit auf Patson Daka (Muskelfaserriss) und Terem Moffi (Knieprobleme) verzichten muss.
Alles in allem verließ der Headcoach der Rothosen das Volksparkstadion wie die 55.000 Zuschauer eines denkwürdigen Testspiels mit einem guten Gefühl. Sein Team hat in der Länderspielpause, in der zwischenzeitlich neun Nationalspieler auf Reisen waren, weitere Schritte in die richtige Richtung gemacht: Bornauw, Muheim und Dickes feierten ihr Comeback, Unterschiedsspieler Fabio Vieira konnte sein Fitnesslevel weiter hochfahren und auch zuletzt weniger berücksichtigte Akteure wie Amoako, Nandja oder Bilal Nadir sammelten gegen Kopenhagen wertvolle Spielminuten. Am morgigen Dienstagnachmittag (15 Uhr) wird Polzin seine Schützlinge zum Start in die Trainingswoche vor dem nächsten Bundesliga-Spiel am Sonnabend bei der TSG 1899 Hoffenheim versammeln. Ab dann heißt es weiter: „Win the day“.
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