)
07.10.2026
„Das ist einer der Gründe, warum ich zum HSV gewechselt bin“
Sebastiaan Bornauw hat seine muskulären Probleme auskuriert und stand beim Freundschaftsspiel gegen den FC Kopenhagen wieder auf dem Platz. Im Interview spricht er über seine Zwangspause, Verantwortung und den Support der HSV-Fans in Hoffenheim.
HSV.de: Seb, du konntest die Länderspielperiode nutzen, um dich von muskulären Problemen zu erholen und im Freundschaftsspiel gegen den FC Kopenhagen (2:0) wieder auf dem Platz zu stehen. Kam diese Bundesliga-Unterbrechung also zum für dich bestmöglichen Zeitpunkt?
Sebastiaan Bornauw: Es ist natürlich nicht verkehrt, zwei bis drei Wochen zu haben, um wieder reinzukommen. Tatsächlich hätte es gegen Köln fast gereicht. Ich war nah dran. Ich hätte sehr gern gespielt, weil Köln ein ehemaliger Club von mir ist. Aber es ist, wie es ist. Die Länderspielpause war nicht nur für mich wichtig, sondern auch für die gesamte Mannschaft, weil wir mehrere Trainingswochen hatten, um uns noch mehr einzuspielen.
Bei der 0:5-Niederlage in Leipzig und beim 2:1-Sieg gegen Köln warst du zum Zuschauen gezwungen. Mit welchen Emotionen verfolgst du ein Spiel, in dem du selbst nicht mitwirken kannst?
Ich bin mehr gestresst, wenn ich nicht mitspielen kann. (lacht) Ich möchte dann einfach eingreifen. Zum Beispiel war das Stresslevel gegen Köln hoch, ich wollte dann einfach, dass das Spiel zu Ende geht. Nach dem Abpfiff kamen dann die Emotionen heraus und wir haben den Sieg gefeiert. Es waren drei wichtige Punkte für uns.
)
Bei deiner Verpflichtung haben Vorständin Kathleen Krüger und Sportdirektor Claus Costa neben deinen sportlichen Qualitäten auch deine Führungsstärke hervorgehoben. In welcher Form konntest du diese Stärke bereits in deinem neuen Umfeld einbringen?
Ich helfe, wo ich kann. So bin ich einfach. Ich handle nach meinen Werten, weil ich damit der Mannschaft helfen möchte. Ich scheuche mich nicht davor, Verantwortung zu übernehmen. Besonders nicht in Drucksituationen. Wenn es nicht so gut läuft, bin ich ein Typ, der vorangehen möchte. Sonst verhalte ich mich ruhiger und beobachte mehr, als dass ich spreche.
Was gehört für dich dazu, Verantwortung zu übernehmen?
Wir haben als Mannschaft ein gemeinsames Ziel und dafür müssen alle an einem Strang ziehen. Wenn zum Beispiel jemand nicht mitzieht, würde ich ihn direkt ansprechen. Ich habe keine Angst davor, respektvolle Diskussionen anzustoßen. Am Ende des Tages ist für mich immer am wichtigsten, dass wir gemeinsam die beste Lösung für die Mannschaft finden. Auf dem Platz übernehme ich Verantwortung vermutlich schon aufgrund meiner Position. Als Innenverteidiger siehst du mehr vom Spiel und kannst Situation noch einmal anders bewerten.
Das Team zeigte bei den Siegen gegen Kopenhagen und Köln ein stabileres Gesicht. Wie hat das geklappt?
Die Spiele gegen Kopenhagen und Köln haben uns ein gutes Gefühl gegeben. Wir wissen, welche Qualität wir in der Mannschaft haben. Wir sind fest davon überzeugt, dass es mit der Zeit noch besser laufen wird. Wir sind eine Mannschaft, die versucht zu pressen. Das mag ich, weil ich ein Spieler bin, der gern aggressiv von hinten heraus verteidigt. Pressing ist jedoch eines der schwierigsten Dinge im Fußball. Alles muss genau abgestimmt sein. Wenn zum Beispiel einer nur eine Sekunde zu spät reagiert, kann man leicht überspielt werden. Wir sind viele neue Spieler und es nimmt Zeit in Anspruch, bis es alle so verinnerlicht haben, dass wir ohne weiter nachzudenken pressen. Darum hat es bei uns noch nicht ganz so funktioniert, wie wir es uns gewünscht hätten. Aus diesem Grund mussten wir erst einmal wieder kompakter stehen.
)
Wie hast du dich bisher beim HSV eingelebt?
Natürlich musste ich mich auch erst einmal zurechtfinden, weil ich in eine neue Mannschaft gekommen bin und die anderen Spieler kennenlernen musste. Das benötigt genauso Zeit wie beim Pressing. Aber ich habe mich vom ersten Tag sehr wohl gefühlt. Ich habe mich bewusst für den HSV entschieden und meine Erwartungen wurden bislang erfüllt. Das freut mich.
Du hast in deiner Karriere nur gegen zwei andere Mannschaften häufiger gespielt als gegen die TSG Hoffenheim (10-mal). Inwiefern kann dir diese Erfahrung am Sonnabend helfen?
Das spielt tatsächlich keine Rolle für mich. Fakt ist, dass ich noch nie mit meinem jetzigen Trainer gegen deren aktuellen gespielt habe. Wäre das bereits so oft der Fall gewesen, wäre es vermutlich etwas anderes, weil ich dann genau wissen würde, was mich erwarten würde. Ich weiß aber, dass Hoffenheim eigentlich eine gute Mannschaft ist. Derzeit sind sie jedoch nicht im Flow. Es wird sicherlich kein einfaches Spiel für uns. Aber wir werden unser Bestes geben, um etwas zurück nach Hamburg zu nehmen.
Und wie viel Wert legst du auf Serien und Statistiken? Du bist seit vier Spielen gegen Hoffenheim ungeschlagen.
Wenn es andersherum wäre, würde ich vermutlich sagen, dass eine Serie dafür da ist, um gebrochen zu werden. Also das ist auch nicht so wichtig für mich. Wir haben einen Plan, und ich hoffe, dass wir ihn gut ausführen werden. Ich hoffe darauf, dass wir ein gutes Spiel abliefern werden. Das zählt für mich.
Es werden wieder viele Tausend HSV-Fans in Hoffenheim erwartet. In der vergangenen Saison waren 15.000 Hamburger zu Gast. Was hältst du davon?
Das ist überragend! Das ist einer der Gründe, warum ich zum HSV gewechselt bin. Dieser Support zeichnet einen Traditionsverein aus. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn du bei einem Auswärtsspiel denkst, dass du zu Hause spielst. Als Spieler gibt dir das ganz viel Energie und Motivation. Ich freue mich also sehr darauf.
Anzeige
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)