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17.10.2026
1:0! Später Muheim-Hammer zwingt den VfB Stuttgart in die Knie
Die Rothosen feiern gegen den Champions-League-Teilnehmer einen emotionalen Heimsieg: Miro Muheim avanciert erneut mit einem späten Traumtor in der 88. Minute zum Matchwinner.
Der Hamburger SV hat am Sonnabend (17. Oktober) sein Heimspiel im Zuge des 6. Bundesliga-Spieltags gegen den VfB Stuttgart mit 1:0 (0:0) gewonnen. Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion erwischten die Gäste den besseren Start, ließen aber zahlreiche Chancen, darunter einen Pfostenschuss Undavs, ungenutzt. Da auch der HSV seine beste Möglichkeit durch Vieira verstreichen ließ, blieb die erste Hälfte torlos. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch auf Augenhöhe, in dem auch die Rothosen durch Poulsen einen Aluminiumtreffer verbuchten und Heuer Fernandes unter anderem gegen Undav die Null hielt. Als alles auf eine Punkteteilung hindeutete, schlug Muheim in der Schlussphase zu und schoss den HSV mit einem Traumtor zum dritten Bundesliga-Sieg in Folge.
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Zunächst spielstarke Schwaben …
Im Vergleich zum 3:2-Last-Minute-Sieg bei der TSG Hoffenheim veränderte Coach Polzin seine Anfangsformation gezwungenermaßen auf zwei Positionen: Nadir und Muheim rückten für den angeschlagenen Sambi Lokonga (Oberschenkelprobleme) und den verletzten Remberg (Kreuzbandriss) neu ins Team. Gleich nach dem Anpfiff kamen die Gäste zum ersten Abschluss: Stiller nahm die Kugel nach einer Kopfballabwehr von der Strafraumkante aus volley und verfehlte das Gehäuse knapp rechtsseitig (1.). Auf der Gegenseite nahm Vieira nach einer hohen Balleroberung Adelines aus gleicher Entfernung Maß, schoss seines Zeichens aber mittig über das Tor (5.). Nur eine Zeigerumdrehung später war beim nächsten Torschuss dann auch erstmals ein Schlussmann gefragt, als Heuer Fernandes einen Vagnoman-Fernschuss nach vorn abwehrte und HSV-Kapitän Capaldo VfB-Mittelstürmer Demirovic entscheidend am Nachschuss hinderte (6.). Erneut nur kurz später tauchte der Argentinier unter einem Flankenball von El Khannouss durch, Undav lauerte in seinem Rücken, beförderte den Ball aber aus kurzer Distanz mit der Schulter knapp über den Querbalken (9.). Auch die nächste VfB-Chance ließ Demirovic aus aussichtsreicher Position per Kopf verstreichen (15.).
Anschließend bekamen die Hamburger in ihrer 5-3-2-Grundordnung gegen den Ball die Angriffsbemühungen der spielstarken Schwaben besser in den Griff, verlagerten ihrerseits das Geschehen in die gegnerische Hälfte und kamen zu einer XXL-Chance: Eine Muheim-Ecke von links köpfte Bornauw aus zehn Metern aufs VfB-Gehäuse, Vieira fälschte aus kurzer Distanz mit dem Oberschenkel noch tückisch ab, doch Seimen kratzte die Kugel per Flugparade aus dem linken Eck (26.). In den nächsten zehn Minuten neutralisierten sich beide Teams zunächst, ehe Undav nach Leweling-Vorlage per Flachschuss aus 13 Metern am linken Pfosten scheiterte (39.). In der nächsten Torraumszene faustete Heuer Fernandes einen Demirovic-Kopfball sicherheitshalber über die Latte (41.). Angesichts der Vielzahl an VfB-Chancen ging es für die Rothosen mit einem durchaus schmeichelhaften 0:0 in die Pause.
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… und dann wieder Muheim ins Glück!
Beide Teams kehrten personell unverändert auf den Rasen zurück. Vieira holte früh einen Freistoß aus aussichtsreicher Position heraus, zog selbigen dann nach kurzem Antippen von Muheim per Fernschuss aber klar links am Tor vorbei (47.). Keine Minute später war Poulsen dem 1:0 deutlich näher, setzte eine Flanke von Möller Wolfe von der linken Fünfmeterraumkante per Kopf wenige Zentimeter neben den linken Pfosten (48.). Dann kam es hüben wie drüben zu Top-Chancen: Zunächst vergab Demirovic aus fünf Metern per Kopf, dann knallte Poulsen nach Vieira-Zuspiel praktisch im Gegenzug den Ball an die Latte (53.). Die Kugel prallte daraufhin mehrere Meter in die Höhe ab, VfB-Keeper Seimen schaltete zunächst ab, ehe er den Rebound noch so gerade über den Querbalken fingerte – wilde Szenen im Volkspark! Und damit nicht genug: Auf der Gegenseite verhinderte Heuer Fernandes den Einschlag, indem er einen Undav-Drehschuss per Glanzparade zunichte machte (58.). Rund um den Stundenschlag nahm Polzin den ersten Wechsel vor, brachte Eigengewächs Stange für den entkräfteten Poulsen aufs Grün.
Im Volkspark hatte sich längst ein offener Schlagabtausch entwickelt, in dem Capaldo die nächsten beiden Abschlüsse verzeichnete, jedoch einmal an Schlussmann Seimen und einmal an einer Kopfballabwehr Chabots scheiterte. Nachdem Nadir aus der Distanz verzogen hatte (64.), nahm auch Gäste-Trainer Hoeneß die ersten Wechsel vor, schickte Führich und Prömel in die Partie. Anschließend beruhigte sich die Partie etwas, ehe sie in der Schlussviertelstunde nach insgesamt fünf weiteren Wechseln auf beiden Seiten wieder an Fahrt aufnahm: Den Auftakt machte der eingewechselte Pejcinovic, der nach einer Führich-Flanke rechts neben das Tor köpfte (80.). In einem Spiel, in dem beide Teams ihre Körner gelassen hatten, war der VfB dem Siegtreffer nun etwas näher, während der HSV mit großem Kampf den Punkt zu verteidigen wusste, da erneut Pejcinovic vom Elfmeterpunkt eine XXL-Chance liegenließ (86.). Doch damit nicht genug: Die Rothosen setzten zu einem finalen Konter an und Miro Muheim schweißte die Kugel mit einem Strahl aus rund 25 Metern in die Maschen ein – ein Wahnsinnstreffer zum 1:0 und der Volkspark ein Tollhaus! Die Rothosen überstanden im Anschluss auch die letzte Drangphase der Schwaben und begruben Matchwinner Muheim mit dem Abpfiff auf Höhe des Mittelkreises in einer Jubeltraube. Unterm Strich fuhr der HSV erstmals seit der Saison 2010/11 wieder drei Bundesliga-Siege in Folge ein.
Das Spiel im Stenogramm
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo, Bornauw, Omari – Möller Wolfe, Adeline (77. Grönbaek), Nadir (84. Amoako), Muheim , Lemke (77. El Ouahdi) – Fabio Vieira (77. Moffi) – Poulsen (61. Stange)
VfB Stuttgart: Seimen – Vagnoman, Jeltsch, Chabot, Hendriks (89. Assignon) – Karazor (67. Prömel), Stiller – Leweling (77. Sauer), Undav, El Khannouss (67. Führich) – Demirovic (77. Pejcinovic)
Tore: 1:0 Muheim (88.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen im Allgäu)
Gelb Karten: Omari, Capaldo, Stange / -
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