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10.10.2026
3:2! HSV gewinnt komplett irres Spiel im Kraichgau
Nach früher Führung und zwischenzeitlichem Rückstand drehen die Rothosen bei der TSG Hoffenheim in Überzahl eine turbulente Partie und sichern sich dank zweier später Treffer einen spektakulären Auswärtssieg. Muheim sorgt in der Nachspielzeit mit seinem ersten Bundesliga-Tor für den finalen Punch.
Der Hamburger SV hat am Sonnabend (10. Oktober) im Zuge des 5. Bundesliga-Spieltags sein Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim auf spektakuläre Art und Weise mit 3:2 (1:1) gewonnen. Vor 25.929 Zuschauern in der SNP Arena in Sinsheim begannen die Rothosen engagiert und belohnten sich früh durch ein Abstaubertor von Poulsen (12.). Nachdem Kapitän Remberg aufgrund einer Knieverletzung ausgewechselt werden musste (41.), kamen die Gastgeber kurz darauf durch ein Bornauw-Eigentor (45.+6) zum Ausgleich und gingen nach dem Wiederanpfiff durch Conte (53.) mit 2:1 in Führung. Nach einem Platzverweis gegen Bernardo (65.) fand der HSV zurück ins Spiel und drehte die Partie noch komplett zu seinen Gunsten. Zunächst Moffi (83.) und schließlich Muheim in der Nachspielzeit (90.+4) setzten dem Spektakel mit ihren Treffern die Krone auf.
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Erst Poulsen-Treffer und Remberg-Schock …
Im Vergleich zum 2:1-Heimsieg im vorangegangenen Ligaspiel gegen den 1. FC Köln veränderte Coach Polzin die Anfangsformation auf vier Positionen: Anstelle von Grönbaek (Muskelfaserriss), El Ouahdi (Erkältung), Moffi und Torunarigha (zunächst beide auf der Bank) starteten Adeline, Bornauw, Poulsen und Lemke, der vor zwei Tagen seinen 17. Geburtstag gefeiert hatte. Die Hamburger kamen in dieser Konstellation mit viel Engagement und Initiative ins Spiel, die erste Großchance gehörte allerdings den Gastgebern. Daghim brach im Duell mit Capaldo über die linke Seite durch und suchte per Flachpass am zweiten Pfosten Lemperle, dessen Abschluss vom rechten Fünfmeterraum-Eck noch entscheidend von Omari übers Tor abgefälscht wurde (4.). In der 12. Minute kam auch der HSV erstmals richtig gefährlich vors gegnerische Tor und belohnte sich prompt für die gute Anfangsphase: Eine Freistoßflanke von Sambi Lokonga auf den zweiten Pfosten setzte Capaldo an den rechten Pfosten, Mittelstürmer Poulsen staubte eiskalt zum 1:0 ab! Wenig später verhinderte Heuer Fernandes im Eins-gegen-eins mit Lemperle spektakulär den Ausgleich, wenngleich eine Abseitsstellung vorgelegen hatte, die anschließend auch geahndet wurde (18.).
In der Folge verbuchten die Hoffenheimer mehr Spielanteile, während die Hamburger – mit rund 10.000 lautstarken HSV-Fans und damit Heimspielatmosphäre im Rücken – kompakt verteidigten und auf Konterchancen lauerten. Die nächsten Torchancen ließen in dieser Gemengelage auf sich warten, stattdessen schrieb eine Verletzung auf HSV-Seite die nächste Geschichte des Spiels. Kapitän Remberg musste nach einer unglücklichen Drehbewegung am Knie behandelt und kurze Zeit später unter Tränen ausgewechselt werden. Für ihn kam Muheim ins Spiel, feierte damit sowohl sein Comeback als auch sein Saisondebüt. Der gelernte Linksverteidiger reihte sich im defensiven Mittelfeld an der Seite von Sambi Lokonga ein. Da kurz nach dem Remberg-Schock auch Vieira im Zweikampf mit Coufal einen heftigen Check hinnehmen musste, war die Partie kurz vor dem Pausenpfiff extrem zerfahren. In der fünfminütigen Nachspielzeit traf Conte zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich (45.+1), doch im Vorfeld des Treffers war Omari klar von Lemperle gefoult worden, sodass Referee Osmers nach einem VAR-Eingriff das Tor einkassierte. Die Hoffenheimer markierten dann wenige Zeigerumdrehungen später in den Nachwehen eines Eckballs durch ein Eigentor von Bornauw (45.+6) dennoch das 1:1 – dieses Mal regelkonform.
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…, dann Rückstand und Finale furioso
Personell unverändert kamen beide Teams aus der Kabine. Vieira verzeichnete den ersten Abschluss des zweiten Durchgangs, verzog aber deutlich nach links (50.). Insgesamt schienen die Rothosen den verlorenen Faden wieder aufnehmen zu können, ehe Conte sein gegen Ende des ersten Durchgangs verpasstes erstes Bundesliga-Tor sehenswert nachholte: Der Neu-Nationalspieler zog von der Strafraumkante per Flachschuss ab und setzte die Kugel mithilfe des rechten Innenpfostens punktgenau ins Tor – das 2:1 in der 53. Minute. Nach einer Stunde nahm Coach Polzin den nächsten Wechsel vor, brachte Stange für Poulsen ins Spiel. Auch die Hausherren reagierten, brachten mit Kramaric und Hlozek eine neue Doppelspitze.
Anschließend gab es den nächsten Schlüsselmoment des Spiels: Möller Wolfe drohte an der rechten Strafraumkante durchzubrechen, konnte von Bernardo aber nur durch ein Foul gestoppt werden, für das dieser seine zweite Gelbe Karte sah. Der Brasilianer wurde folglich mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen, der HSV war für die letzten rund 30 Minuten in Überzahl. In dieser drängten die Rothosen vehement auf den Ausgleich, Polzin reagierte nochmals mit einem Dreifachwechsel, verhalf Rössing-Lelesiit nach langer Verletzungspause zu seinem Comeback. Zudem kamen Amaoko und Moffi. Letztgenannter schickte Stange auf die Reise, der zum extrem umjubelten und vermeintlichen 2:2 traf, doch der HSV-Mittelstürmer hatte sich zuvor mit einem Schubser gegen Coufal sowie einem Handspiel einen Vorteil verschafft, sodass das nächste Tor an diesem Tag einer VAR-Korrektur zum Opfer fiel (80.). Und ebenso wie die TSG kurz vor der Pause legte der HSV nur kurze Zeit später regelkonform nach: Nach einer Muheim-Flanke köpfte Moffi die Kugel zum 2:2 in die Maschen (83.). Doch damit nicht genug: Der HSV spielte auf Sieg! Vieira scheiterte nach Capaldo-Zuspiel zunächst im Eins-gegen-eins an Baumann (88.), holte dann in der Nachspielzeit aber den entscheidenden Eckball heraus. Der Portugiese führte diesen selbst aus, Hranac klärte per Kopf in Richtung Strafraumkante und Muheim traf per Direktabnahme ins linke Eck zum 3:2! Der absolute HSV-Wahnsinn gegen Hoffenheim war mit dem ersten Bundesliga-Tor des Schweizers endgültig perfekt.
Das Spiel im Stenogramm
TSG Hoffenheim: Baumann – Coufal, Kabak, Machida (74. Hranac), Bernardo – Avdullahu, Burger, Conte (87. Gandrey), Daghim (74. Prass) – Lemperle (63. Kramaric), Asllani (63. Hlozek)
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo, Bornauw, Omari – Möller Wolfe, Sambi Lokonga (76. Amoako), Remberg (41. Muheim), Lemke (76. Rössing-Lelesiit) – Adeline (76. Moffi), Fabio Vieira – Poulsen (60. Stange)
Tore: 0:1 Poulsen (12.), 1:1 Bornauw (45.+6, ET), 2:1 Conte (53.), 2:2 Moffi (83.), 2:3 Muheim (90.+4)
Zuschauer: 25.929
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Gelb-Rote Karten: Bernardo / -
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