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22.10.2026
„Alle haben Bock und machen es mir sehr schwer“
In der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim SC Paderborn sprach Merlin Polzin über den Konkurrenzkampf im Kader, die Qualitäten seiner Einwechselspieler und den Umgang mit der jüngsten Erfolgsserie.
Für den Hamburger SV steht am Sonnabend (ab 15.15 Uhr live im HSVnetradio) die nächste Herausforderung in der Bundesliga an: Im Zuge des 7. Spieltags geht’s auswärts gegen Aufsteiger SC Paderborn. Nach drei Siegen in Serie reist der HSV mit Selbstvertrauen im Gepäck nach Ostwestfalen und weiß zugleich um die Schwere der Aufgabe, wie Merlin Polzin am Donnerstag auf der Pressekonferenz umriss. Dabei sprach der 35-Jährige im Detail über …
… das Personal: Wir haben zwei klare Ausfälle für das Wochenende: Nicolai Remberg und Mario Vuskovic aus den jeweils bekannten Gründen. Ansonsten gibt es viele erfreuliche Nachrichten: Patson Daka, Albert Sambi Lokonga und Bakery Jatta haben im Training viel mitgemacht und stehen entsprechend für das Wochenende wieder zur Verfügung. Wir haben eine intensive Trainingswoche, gestern war die Belastung deutlich höher als heute. Da gibt es immer mal ein paar Wehwehchen. Nicolas Capaldo haben wir etwa heute drinnen belastet, um zwei Tage vor dem Spiel kein Risiko einzugehen. Gleiches gilt für Jordan Torunarigha, der heute etwas gespürt hat, sodass wir ihn rausgenommen haben.
… den Gegner: Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit Co-Trainer Pit Reimers, der lange Zeit hier beim HSV ganz tolle Arbeit geleistet hat. Er kennt den HSV in- und auswendig. Der SC Paderborn wird sich wie in den vergangenen Wochen top auf den Gegner vorbereiten und viele Lösungen parat haben. Es geht darum, dass wir uns nicht auf diese vorbereiteten Momente einlassen und klar in unserem Spiel bleiben. Gerade in den Zwischenmomenten müssen wir total aggressiv und scharf bleiben. Das haben wir sowohl in Hoffenheim als auch gegen Stuttgart geschafft. Alle auf dem Platz wussten: Das brauchen wir heute von der Art und Weise her. Wir können jetzt nicht einfach normal in das Spiel reingehen. Wir haben viele neue Spieler dabei, die noch nie in Paderborn gespielt haben. Jedes Spiel ist anders. Wir müssen genau wissen, was in Paderborn benötigt wird, um erfolgreich zu sein, ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen. Horst (Hrubesch, Anm. d. Red.) hat mir die Tage noch einmal gesagt, was in Paderborn wichtig ist. Auch seinen Rat werden wir natürlich berücksichtigen, um dort erfolgreich zu sein.
“Die Konkurrenzsituation macht etwas mit der Mannschaft. Sie sorgt dafür, dass du besser, schärfer und aufmerksamer trainieren musst, um dir deine Spielzeit zu verdienen.”
… den Konkurrenzkampf und die Joker-Qualitäten: Für uns ist das eine herausragende Situation, in der wir uns befinden: Wir haben viele Jungs, die aktuell performen und der Mannschaft helfen, erfolgreich zu sein. Für mich als Trainer und für uns als Mannschaft ist das eine ganz tolle Situation. Die Konkurrenzsituation macht etwas mit der Mannschaft. Sie sorgt dafür, dass du besser, schärfer und aufmerksamer trainieren musst, um dir deine Spielzeit zu verdienen. Zugleich haben wir ein gutes Gefühl, dass unsere Finisher ein Spiel nach hinten heraus beeinflussen können, wie zuletzt in Hoffenheim und gegen Stuttgart. Es ist von unfassbarem Wert, sich erarbeitet zu haben, dass die gegnerische Mannschaft weiß, dass der HSV gegen Ende eines Spiels noch einmal zulegen und Partien zu seinen Gunsten drehen kann. Das ist ein ganz besonderes Gefühl: Alle haben das Gefühl, dass die Jungs von der Bank das Spiel finishen werden. Alle haben Bock und machen es mir sehr schwer, zu entscheiden, wer beginnen wird.
… die aktuelle Situation: Mir war nach den ersten drei Spielen ganz wichtig, dass wir nicht den Kopf verlieren oder die Nerven blank liegen. Wir sind dort total klar geblieben mit Blick auf unsere inhaltlichen Ziele und unsere Herangehensweise. Und das machen wir jetzt auch nach den drei gewonnenen Spielen plus dem gewonnenen Testspiel gegen Kopenhagen. Wir sind die Woche ganz normal angegangen, haben das Spiel ganz normal im Video aufbereitet und Themen besprochen, die dafür gesorgt haben, dass wir das Spiel gewonnen haben. Das ist wichtig, um unsere Spielidee weiter zu stärken. Und zugleich haben wir auf Themen hingewiesen, die uns nicht so gut gefallen haben. Das sind immer wieder mannschafts- und gruppentaktische Dinge sowie positionsspezifische Details.
… das Zentrum um Bilal Nadir: Wir werden Rambo nicht ersetzen können, weil er ein ganz spezieller Spieler und Typ ist. Das wird jetzt anders werden. Warum die Entscheidung gegen Stuttgart auf Bilal gefallen ist, haben alle im Stadion und an den TV-Bildschirmen gesehen: Er ist ein Spieler, der über sehr viel Qualität am Ball verfügt und gleichzeitig auch diese Gier hat, nachzujagen und in den Zweikämpfen sehr präsent zu sein. Das hat uns in den vergangenen Monaten schon gut gefallen. Genauso gibt es auch bei ihm Themen, an denen er weiterarbeiten muss und bei denen wir ihn unterstützen. Das gilt auch für die anderen Jungs im Zentrum. Wir verfügen dort über viel Qualität und jeder hat seine eigene Art und Weise, Fußball zu spielen. Wir müssen sehen, welche Profile gut zueinander passen. Das ist eine tolle Aufgabe.
Die Pressekonferenz mit Merlin Polzin gibt es in voller Länge hier im Video.
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