)
15.10.2026
Aus Hamburg in die Welt
Von der Janhnkampfbahn auf die große Leichtathletik-Bühne: Owen Ansah hat als Europameister und erster deutscher Sprinter über 100 Meter unter zehn Sekunden Geschichte geschrieben. Die Wurzeln seiner Karriere liegen in Hamburg – und die Raute trägt er bis heute im Herzen.
Pünktlich zur Rückkehr des schnellsten Sohnes der Stadt zeigt sich Hamburg von seiner besten Seite. Bei 14 Grad und feinem Nieselregen kehrt Owen Ansah Anfang Oktober an einen Ort zurück, der für ihn eng mit dem Beginn seiner Karriere verbunden ist: die Jahnkampfbahn im Hamburger Stadtpark.
„Ist nicht so schlimm, wenn man mal ein bisschen nass wird“, sagt Ansah mit einem Lachen, während sein Blick von der Tribüne über die Laufbahn schweift. Es ist die Trainingsstätte, auf der er viele Jahre verbracht hat. „Hier waren wir jeden Sommer“, erinnert sich der amtierende Europameister über 200 Meter. „Der Blick auf das Planetarium und die Natur drumherum war immer etwas Besonderes. Es war einfach schön, hier zu trainieren.“
Ansah ist ein echter Hamburger Jung. Im Stadtteil Farmsen-Berne geboren, kommt er durch seinen Jugendfreund und noch heutigen Trainingspartner Junior Boateng zur Leichtathletik. “Ich habe ihn damals bei Facebook angeschrieben“, erzählt Ansah. “In den ersten Trainingsstunden haben wir nur Merkball gespielt (lacht). Dann kam später ein neuer Trainer und es wurde ein wenig ernster”. Im Alter von 17 Jahren wechselt er in die Nachwuchsabteilung der HSV-Leichtathletik und trainiert fortan mit der Raute auf der Brust im Herzen des Stadtparks. An diesem kühlen Oktobertag steht er wieder an seiner alten Wirkungsstätte und lässt die Erinnerungen aufleben.
„Wir hatten immer viel Spaß“, erzählt der 25-Jährige über seine ersten Jahre beim HSV. Die Lockerheit von damals habe er bis heute nicht verloren. „Wer locker ist, läuft meistens auch schneller“, sagt er schmunzelnd.
)
Zurück an alter Wirkungsstätte: Auf der Jahnkampfbahn verbrachte Owen Ansah viele Jahre in seiner Jugend.
Dass Ansah schnell laufen kann, hat er in den vergangenen Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt. 2021 feierte er in Braunschweig seinen ersten Deutschen Meistertitel über die 200 Meter, seine Paradedisziplin. Kurz darauf folgte der nächste große Schritt in seiner Karriere: der Wechsel an den DLV-Bundesstützpunkt nach Mannheim zu Trainer Sebastian Bayer.
Eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte. In den folgenden Jahren sammelte Ansah zahlreiche weitere Medaillen, schrieb als erster deutscher Sprinter Geschichte, indem er die 100 Meter in weniger als zehn Sekunden lief, und krönte seine bisherige Laufbahn schließlich mit dem Gewinn der Goldmedaille bei den Europameisterschaften.
Trotz seiner sportlichen Erfolge ist der Wahl-Mannheimer bodenständig geblieben. Die Raute und seine Heimatstadt trägt er bis heute im Herzen. Erst im vergangenen Sommer besuchte er das traditionelle „Fest der 1.000 Zwerge“ der HSV-Leichtathletik, nahm sich Zeit für Autogramm- und Fotowünsche der Nachwuchsathleten.
Auch Hamburg begleitet ihn weiterhin auf Schritt und Tritt. Ein Anker-Tattoo auf seiner Hand erinnert ihn täglich an seine Heimatstadt. Während Ansah auf den Sitzschalen der Tribüne Platz nimmt und von den Trainingseinheiten im Stadtpark erzählt, huscht ihm immer wieder ein Lächeln übers Gesicht. Man spürt: Er kommt gerne zurück an diesen Ort. Dorthin, wo seine Geschichte mit der Raute begann. Selbst bei Hamburger Schietwetter.
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)