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22.10.2026
Eta: „Mein Ehrgeiz ist gleich geblieben, die Perspektive heute eine andere“
Am Sonntag, 25 Oktober (17 Uhr), treffen die HSV-Frauen im Volksparkstadion auf den 1. FC Union Berlin. Nur sechs Tage später sind die Hauptstädterinnen erneut zu Gast in Hamburg – dann treffen die beiden Teams im DFB-Pokal-Achtelfinale aufeinander. Vor dem Doppelpack gegen Union blickt Ex-HSVerin und Gästetrainerin Marie-Louise Eta auf ihren ersten Auftritt im Volksparkstadion voraus.
Die Wege von Marie-Louise Eta und dem HSV kreuzten sich bereits früh in ihrer Karriere: Am 15. März 2009 erzielte die gebürtige Dresdnerin – damals im Trikot von Turbine Potsdam – ihr erstes Bundesliga-Tor beim 3:1-Sieg gegen die Rothosen und hinterließ damals wohl einen positiven Eindruck bei den HSV-Verantwortlichen. Denn rund zwei Jahre später unterschrieb die damals 20-Jährige einen Vertrag beim HSV und erzielte in 22 Spielen für den Verein zwei Treffer.
Auch nach ihrer aktiven Karriere als Fußballerin blieb Eta dem Sport treu und schrieb im Frühjahr dieses Jahres Geschichte als erste Cheftrainerin der deutschen Männer-Bundesliga, als sie die Mannschaft von Union Berlin interimsweise von Steffen Baumgart übernahm. Inzwischen steht Eta für die Frauenmannschaft der Köpenicker an der Seitenlinie. Vor der Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte sprach sie im HSV.de-Interview über ihre Zeit in der Hansestadt, die Entwicklung des Frauenfußballs und die anstehenden Duelle in der Liga und im Pokal im Volkspark.
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HSV.de: Marie-Louise, vor 15 Jahren bist du für den HSV als Spielerin in der Bundesliga aufgelaufen – mit welchen Gefühlen blickst du auf diese Zeit zurück?
Marie-Louise Eta: Ich blicke insgesamt gerne auf die Zeit zurück. Ich habe mich sehr wohlgefühlt und außerdem meinen jetzigen Ehemann in Hamburg kennengelernt. Umso schwieriger war es, dass die erste Mannschaft damals aus der Bundesliga abgemeldet wurde und ich mich nach nur einem Jahr sportlich neu orientieren musste.
Wie hast du den HSV seitdem verfolgt?
Natürlich habe ich auch den HSV über die Jahre immer wieder verfolgt, gerade weil ich selbst dort gespielt habe. Ich freue mich, dass sich der Frauenfußball beim HSV positiv entwickelt hat und der Verein inzwischen wieder in der Bundesliga spielt.
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Wie blickst du auf die Entwicklung im Frauenfußball insgesamt?
Die Entwicklung ist sehr positiv. Es hat sich in den vergangenen Jahren viel getan, sowohl bei der Aufmerksamkeit als auch bei den Rahmenbedingungen und der Professionalität. Trotzdem gibt es noch Potenzial, gerade was die Strukturen und die langfristige Förderung vor allem auch im Nachwuchs angeht. Ich hoffe, dass wir diesen Weg konsequent weiterverfolgen.
Union führt die Liga beim Zuschauerschnitt an, der HSV landete vergangene Saison auf Platz zwei. Was machen beide Vereine aus deiner Sicht gerade richtig?
Beide sind große Traditionsvereine mit einer starken Fanbasis und einer hohen Identifikation mit dem Verein. Dazu kommt, dass wir im gleichen Stadion wie die Männer spielen, was das Erlebnis für die Zuschauer besonders attraktiv macht. Ich glaube, dass es beiden Vereinen gelingt, den Frauenfußball fest in der Vereinsstruktur zu verankern und ihm die entsprechende Aufmerksamkeit zu geben.
Wie unterscheidet sich Marie-Louise Eta als Trainerin von der Spielerin Marie-Louise Eta?
Als Spielerin war ich in aller erster Linie vor allem für meine eigene Leistung verantwortlich. Als Trainerin muss ich das große Ganze im Blick behalten und viele Themen berücksichtigen, die über den Fußball auf dem Platz hinausgehen. Dazu gehören Führung und Kommunikation in allen Bereichen. Mein Ziel ist es einzelne Spielerinnen und gleichzeitig die Mannschaft als Ganzes weiterzuentwickeln. Mein Ehrgeiz und mein Anspruch an mich selbst sind dabei gleich geblieben, aber die Perspektive ist heute eine andere.
Neun Punkte, Tabellenplatz neun – wie zufrieden bist du mit dem ersten Viertel der Saison?
Der Saisonstart war nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Ergebnisse waren nicht gut, aber auch in dieser Phase war nicht alles schlecht. Genauso war in den letzten Spielen trotz der Siege nicht alles perfekt. Insgesamt sehen wir eine positive Entwicklung und sind auf einem guten Weg. Das ist uns wichtig und entscheidend. Wir wollen weiter fleißig arbeiten und die nächsten Schritte als Team machen.
“Beim HSV denke ich an Tradition, Emotion und Ambition. Union verbinde ich mit Leidenschaft, Zusammenhalt und Authentizität.”
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Nun seid ihr zweimal hintereinander zu Gast im Volkspark: Ist es eher ein Vorteil oder ein Nachteil, so kurz hintereinander gegen denselben Gegner zu spielen?
Zwei Pflichtspiele direkt hintereinander gegen denselben Gegner im selben Stadion habe ich so noch nicht erlebt. Das ist sicher etwas Besonderes. Wir fokussieren uns aber ganz auf das kommende Ligaspiel. Vor- oder Nachteile sehe ich dadurch nicht. Für den HSV gilt ja das Gleiche.
Was erwartest du für ein Spiel?
Ich erwarte ein intensives Spiel mit einer besonderen Atmosphäre im Volkspark. Beide Mannschaften werden versuchen, ihre Stärken auf den Platz zu bringen. Für uns wird es wichtig sein, von Beginn an präsent zu sein und mit hoher Intensität und Energie zu spielen.
Abschließend: Du kennst beide Clubs. Wie würdest du den HSV und Union Berlin in je drei Worten beschreiben? Was macht die Charakteristik der beiden Clubs aus?
Beim HSV denke ich an Tradition, Emotion und Ambition. Union verbinde ich mit Leidenschaft, Zusammenhalt und Authentizität. Beide Clubs leben von ihrer starken Fanbasis und der großen Identifikation mit dem Verein, auch wenn jeder seine eigene Kultur hat.
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