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13.10.2026
„Ich will so viel Positives wie möglich daraus ziehen“
Nicolai Remberg wird dem HSV verletzungsbedingt lange fehlen. Beim Training am Dienstag stellte er sich den Fragen der anwesenden Journalisten zu seinem Kreuzbandriss. Im Detail sprach er über …
… den Moment der Verletzung: Es war ein heftiges Gefühl in der ersten Aktion. Bei dem Schritt mit rechts ist etwas passiert. Man merkt, dass da etwas ist. Aber man steht einfach unter Schock. Ich habe gemerkt, dass das Knie instabil ist und mich deswegen hingelegt. Ich habe mich aufgerafft und konnte nicht laufen. Ich wollte es versuchen. Das liegt in meiner Natur. Das ist kaum zu beschreiben. Niemand kann sich vorstellen, was in diesem Moment bei einem im Kopf vorgeht. Ich hatte schon viele Aktionen wie diese, die mein Körper aufgefangen hat. Sogar schlimmere. Manchmal entscheiden nur Sekunden oder Schritte. Ich mache mir keinen Vorwurf.
… seinen Umgang mit der Verletzung: Ich habe mir vorgenommen, die erste Nacht nach der Diagnose zu trauern und viel herauszulassen. Es wäre falsch, wenn ich nach so einer Verletzung nicht traurig wäre. Es tut weh, wenn du abends im Bett liegst oder morgens nach dem Aufstehen realisierst, was passiert ist. Ich bin jedoch ein Typ, der versucht, so viel Positives wie möglich daraus zu ziehen. Bislang habe ich es gut hinbekommen. Ich habe auch mit Spielern gesprochen, die schon einmal einen Kreuzbandriss hatten. Beispielsweise Noah Katterbach oder Simon Scherder. Ich habe nach Rat gefragt und was ihnen geholfen hat. Es ist wichtig, sich damit zu beschäftigen. Ich habe mir auch bei YouTube Videos von Spielern und ihren Geschichten anguckt, wie sie wieder zurückgekommen sind. Außerdem ist meine Oma sofort nach Hamburg, obwohl ich meinte, dass sie noch warten soll. Sie ist jetzt so lange da, wie ich sie brauche. (lacht)
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… den weiteren Verlauf: Wir schauen noch, was das Beste ist. Wir stehen tagtäglich im Austausch. Ich höre sehr genau auf Götz Welsch (Mannschaftsarzt; d. Red.) und den Verein. Ich bin hier in den besten Händen und wir werden die richtige Entscheidung treffen. Es ist noch nicht final entschieden, wann und wo wir operieren werden. Das Knie ist noch dick, die Schwellung muss zurückgehen. Aber es geht in die richtige Richtung.
… die Unterstützung seiner Mitspieler: Das bedeutet mir viel, weil ich weiß, dass die Spieler es nicht einfach nur sagen, sondern mit Überzeugung meinen. Dafür habe ich mich bei ihnen auch bedankt. Es war unglaublich, dass sie in Hoffenheim noch mit 3:2 gewonnen haben. Alle haben gesehen, wie sich jeder hineingeworfen hat. Das hat mir gezeigt, was für einen Charakter dieses Team hat. Ich bin sehr stolz, Kapitän dieser Mannschaft zu sein.
… den Austausch mit den Teamkollegen: Ich werde weiterhin für alle ansprechbar sein. Ich werde so oft wie möglich versuchen, da zu sein. Ich habe den jungen Spielern und auch ein paar von den gestandenen gesagt, dass ich ihnen in den Arsch treten werde, wenn sie nicht Gas geben. Ich hoffe, dass die Energie, die ich tagtäglich versucht habe hereinzubringen, auf mehreren Schultern verteilt wird. Ich mache mir aber keinen Kopf, dass die Jungs es wuppen werden. Ich möchte ein bearbeitetes Bild von mir im Kraftraum hängen haben, auf dem ich blöd gucke, damit die jungen Spieler wissen: Der ist da, der nervt mich, also muss ich etwas tun. (lacht)
… seine Prognose zur Ausfallzeit: Es ist nicht wichtig, zu sagen, ob die Saison vorbei ist oder nicht. Wir werden es so abstimmen, dass ich wieder da sein werde, wenn ich mich gut fühle. Ich bin sehr stolz auf meinen Körper, der bis hierhin gut mitgezogen hat. Mein Krafttraining hat mich vor vielen Verletzungen geschützt. Ein Körper kann nicht alles aushalten. Ich glaube, dass ich es gut wegstecken werde. Es ist wichtig, nicht zu überpacen. Bestimmt muss ich mich aber selbst bremsen.
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