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08.10.2026
Immanuel Pherai: „Das wollten und konnten wir nicht akzeptieren“
Der Nationalspieler Surinames ist zurück in Hamburg. In einer Medienrunde sprach der 25-jährige Mittelfeldspieler über seine Länderspielreise, die für ihn sportlich gesehen positiv verlief, zum Ende hin aber von einem Rassismus-Eklat überschattet wurde.
Seit Sommer 2024 trägt Immanuel Pherai das Nationaltrikot von Suriname, dem Heimatland seines Vaters. Der in Amsterdam geborene Mittelfeldspieler, der die Junioren-Nationalmannschaften der Niederlande durchlief und aufgrund seiner brasilianischen Mutter für eine dritte Nation hätte auflaufen können, hat seither 15 Länderspiele für den Staat an der Nordostküste Südamerikas absolviert. Zuletzt war er im Rahmen der CONCACAF Nations League auf Reisen, kam in den Partien gegen Honduras (2:3), Martinique (2:1) und Guatemala (0:0, 0:1) jeweils zum Einsatz, zweimal in der Startelf. So auch im abschließenden Spiel in Guatemala, als Pherai in der 94. Minute ausgewechselt wurde und Suriname einen späten Gegentreffer (90.+6) zum 0:1 hinnehmen musste.
Nicht nur aufgrund der Niederlage, sondern vor allem wegen der Begleitumstände – Spieler Surinames wurden während des Spiels rassistisch beleidigt, unter anderem mit Affenlauten, nach dem Schlusspfiff kam es zu einer heftigen Rudelbildung auf dem Platz – erlebte Pherai ein äußerst unschönes Ende seiner Länderspielreise. Dazu bezog er am Donnerstag nach seiner Rückkehr in Hamburg in einer Medienrunde Stellung: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Wenn man die Begleitumstände bewertet, war es das schlimmste Spiel in meiner bisherigen Karriere“, fasst Pherai zusammen.

Archivfoto
Dabei schildert der 25-Jährige, dass die Probleme bereits vor dem Anpfiff begonnen hätten: „Es gab schon am Vortag des Spiels erste Schikanen, indem wir etwa nicht im Stadion trainieren durften, oder in der Nacht vor dem Spiel vor dem Hotel Krach gemacht wurde.“ Das sei für Pherai ebenso wie die Pfiffe bei der Platzbegehung allerdings noch im Rahmen dessen gewesen, worauf man sich eingestellt habe. „Mit Pfiffen und Zwischenrufen bei unserer Nationalhymne wurde es dann aber unsportlich und respektlos. Anschließend ging es mit dem Anpfiff los, dass gefühlt 25.000 Leute ‚Negro, Negro, Negro‘ gerufen haben.“
Weiter zugespitzt habe sich die Situation beim Platzverweis gegen Surinames Mittelstürmer Richonell Margaret in der 63. Minute. „Unserer Spieler wurde mit Rot vom Platz gestellt und dann gab es alles Mögliche in seine Richtung: Beschimpfungen, Flaschenwürfe, Affengeräusche. Das wollten und konnten wir als Mitspieler nicht akzeptieren. Wir sind zum Schiedsrichter gegangen und haben gesagt, dass das nicht okay ist.“
Der junge Schiedsrichter habe eine solche Situation laut Pherai wohl auch „zum ersten Mal“ erlebt und folglich die Partie „nicht ganz im Griff“ gehabt. „Er stand da am Ende auch alleine in einem fremden Land und das hat man gemerkt.“ Nach dem Platzverweis ging es zwischen den Spielern auf dem Platz zunehmend hitziger zur Sache, ehe die Situation nach dem Schlusspfiff mit einer heftigen Rudelbildung endgültig eskalierte. „In dieser Situation waren wirklich alle involviert. Natürlich muss man in solch einer Situation immer zweimal über sein Verhalten aus der Emotion heraus nachdenken. Wir hätten uns alle besser verhalten können, aber ich würde nie akzeptieren, wenn meine Mitspieler angegriffen werden. Ich bin gespannt, was jetzt in Zukunft passieren wird, wenn wir wieder aufeinandertreffen“, so Pherai, der nun froh ist, wieder in Hamburg zu sein und den Fokus zurück auf das Sportliche lenken zu können.
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