
Für die Rothosen wird es wieder ernst: Sieben Wochen Vorbereitung gehen zu Ende, wenn am Montagabend (24. August) um 18 Uhr im Pokalduell mit dem Drittligisten SC Verl der Ball rollt und der Hamburger SV in die Pflichtspielsaison startet. Vorab nahm sich Kapitän Nicolai Remberg in den Katakomben des Volksparkstadions Zeit für HSV.de, um über die Partie in Ostwestfalen, die vergangenen Wochen und sein neues Amt als Spielführer zu sprechen.
HSV.de: Rambo, 101 Tage nach dem letzten HSV-Pflichtspiel geht am Montag in Verl die Saison wieder los. Wie sehr kribbelt es schon?
Nicolai Remberg: Bei uns allen ist die Vorfreude groß! Eine Vorbereitung ist wichtig, und es ist genau richtig, dass es sie gibt und dass sie intensiv ist. Aber man trainiert, um sich genau auf Spiele wie am Montag vorzubereiten. Man ist froh, wenn es wieder losgeht.

Nach dem jüngsten 2:1-Testspielsieg beim FC Toulouse hattest du davon gesprochen, dass ihr für den Pflichtspielstart bereit seid. Wie fühlt sich dieses „bereit sein“ genau an?
Wir haben uns in den Testspielen dieses gute Gefühl geholt. Es fühlt sich so an, dass wir gerade auf einem guten Niveau sind. Dann spürst du es einfach, dass du bereit dafür bist, wieder in den Wettkampf zu treten.
Hinter euch liegen dann sieben Wochen Vorbereitung, in denen ihr dreimal im Trainingslager wart und fünf Testspiele bestritten habt – zuletzt eben in Toulouse. Welche Erkenntnis hast du aus der Vorbereitungszeit gewonnen?
Die Erkenntnis ist, dass wir Dinge schnell umgesetzt haben. Wir haben im Training sehr intensiv gearbeitet und die Inhalte auf die Spiele übertragen. Alle haben gut mitgezogen. Auch deswegen fühlen wir uns bereit. Auch bei den Ergebnissen haben wir Schritte nach vorn gemacht als im Vergleich zur vergangenen Saison.
Cheftrainer Merlin Polzin hatte Ende Juli im Interview erzählt, dass ihr im Vergleich zum vergangenen Jahr bereits auf Grundlagen aus der Vorsaison aufbauen konntet – die Basis für die Vorbereitung stand also. Inwieweit hat das geholfen, die nächsten Entwicklungsschritte machen zu können?
Das ist tatsächlich der größte Unterschied. Im vergangenen Sommer kamen viele neue Spieler, denen die Idee für die Bundesliga erst einmal beigebracht werden musste. Mich eingeschlossen. Diese Idee konnte – mit leichten Anpassungen – wiederum in diesem Jahr an die Neuzugänge „einfach“ weitergegeben werden, wodurch sie sich deutlich schneller adaptiert haben. Dadurch sind wir auf einem anderen Level.
Du gehst in die Saison nicht mehr nur als Abräumer, sondern als Kapitän des HSV. Wie fühlten sich die ersten Woche in der neuen Rolle an und welche Veränderungen hast du dadurch wahrgenommen?
Ich bin ganz stolz und es ist eine absolute Ehre für mich, HSV-Kapitän zu sein. Ich musste dadurch aber nichts auf links drehen, weil ich einfach so bin, wie ich bin. Ich bin von meiner Art her schon in der vergangenen Saison vorangegangen. Genauso möchte ich auch bleiben. Ich brauche nicht damit anzufangen, Ansagen zu machen, die nicht zu mir als Typ passen. Ich kann den anderen Jungs auch nicht sagen, dass sie mehr geben sollen, wenn ich es selbst nicht tue. Es steht an oberster Stelle, dass ich weiter Gas gebe. Es steht außer Frage, dass durch die Kapitänsrolle mehr Verantwortung dazu gekommen ist. Ich fühle mich jedoch gut damit und ich spüre das Vertrauen der anderen Jungs.

Was geht dir durch den Kopf, wenn du an der „Captains Wall“ im VIP-Bereich der Osttribüne entlang gehst und weißt, dass du dort zeitnah ebenfalls zu sehen sein wirst?
Ich finde die Wand sehr cool. Als ich sie das erste Mal gesehen habe, habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, eines Tages dort selbst abgebildet zu sein. Ich freue mich jetzt darauf, wenn es soweit ist. Das wird bestimmt ein besonderer Moment – oder wenn die Familie das nächste Mal im Stadion ist und es sieht.
Während es der HSV am Montag zum ersten Mal mit dem SC Verl zu tun bekommt, bist du so etwas wie ein ausgewiesener Experte für die Ostwestfalen: In deiner Bilanz stehen zwei Spiele, zwei 3:0-Siege und ein Tor. Welche Erinnerungen hast du an die Duelle mit Verl?
Nur gute! Die Verler verfolgen gefühlt schon immer den Ansatz, zocken zu wollen. Das können sie wirklich gut. Verl ist ein Club, in dem gute Arbeit geleistet wird. Ich freue mich aufs Spiel. Ich weiß, dass wir als Bundesligist eine Verantwortung haben. Wir fahren mit Selbstbewusstsein dorthin und wollen natürlich die nächste Runde erreichen.
Eine andere Statistik verrät, dass du bei deinen vier Anläufen im DFB-Pokal mit deinen Teams stets über die 1. Runde gekommen bist. Was ist das Geheimnis, um seiner Favoritenrolle gerecht zu werden?
Im Pokal hat es schon so viele besondere Momente geben – beispielsweise Arminia Bielefeld und den Einzug ins Finale. Du darfst niemanden unterschätzen. Du musst dieses Spiel komplett annehmen, mit vollem Fokus hereingehen und von Anfang da sein. Wir wollen uns nicht noch einmal so schwertun wie im vergangenen Jahr in Pirmasens, sondern unser eigenen Spiel aufziehen. Ich spüre, wie jeder von uns auf dieses Spiel und den Start in die Saison brennt.
Und zum Abschluss: Welche Worte möchtest du den Fans zum Start in die Pflichtspielsaison mit auf den Weg geben?
Wir brauchen wieder eure volle Unterstützung – genauso wie in der vergangenen Saison. Es hat uns viel Energie gegeben, wie ihr uns supportet habt. Es kann aber nur Hand in Hand funktionieren, deshalb müssen wir es euch zu gleichen Teilen zurückgeben. Ich habe den neuen Spielern bereits gesagt, wie besonders es hier mit euch Fans ist.
Kapitäne des HSV

Nicolai Remberg (seit 2026)
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