
LEIDENSCHAFT UND EMOTIONEN SEIT 1887
Mehr als 135 Jahre Emotionen und Leidenschaft – im Zeichen der Raute. Der Hamburger SV blickt stolz auf eine mehr als 135-jährige Geschichte voller Emotionen, Triumphe und unvergesslicher Momente zurück, in der sich der Verein im Zeichen der Raute zu einem der traditionsreichsten Vereine Deutschlands entwickelt hat. Unvergessen bleibt dabei die Ära des Ehrenspielführers Uwe Seeler, der den HSV als treuer Torjäger und absolute Identifikationsfigur zur Deutschen Meisterschaft 1960 sowie zum DFB-Pokalsieg 1963 schoss und den Weg als Bundesliga-Gründungsmitglied ebnete.
Das goldene Zeitalter des HSV prägen die späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre unter Günter Netzer und Trainer Ernst Happel. Weltstars wie Kevin Keegan sowie Ikonen wie Horst Hrubesch und Felix Magath holen drei Deutsche Meisterschaften nach Hamburg und hieven den Verein 1983 mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister auf den europäischen Thron. Durch die jahrzehntelange Zugehörigkeit zur Elite des deutschen Fußballs verdient sich der HSV im Volksparkstadion den stolzen Status als „Bundesliga-Dino“. Auch wenn der Verein in den vergangenen Jahren schmerzhafte sportliche Umbrüche durchstehen musste, machen ihn die unerschütterliche Loyalität seiner Fans und seiner 150.000 Mitglieder bis heute zu einem der lebendigsten und emotionalsten Clubs Europas.

ENTSTEHUNG
Am 29. September 1887 wurde mit dem Sport-Club Germania von 1887 einer der Stammvereine des heutigen Hamburger SV gegründet. Der Verein entstand aus dem Zusammenschluss des Wandsbek-Marienthaler SC und des Hohenfelder SC.
Knapp ein Jahr später, am 1. Juni 1888, folgte mit dem Hamburger Fußball-Club der erste reine Fußballverein der Hansestadt, der später ebenfalls zu den Gründervereinen des Hamburger Sport-Verein e.V. werden sollte. Gegründet wurde der HFC vor allem von Eltern und Lehrern von Schülern des Wilhelm-Gymnasiums, die sich dem damals noch jungen Fußballsport widmeten. Nach Inkrafttreten des Reichsvereinsgesetzes wurde der Verein 1909 in das Vereinsregister eingetragen und führte fortan den Zusatz „e.V.“. Bereits 1914 ließ der HFC seinen Namen in Hamburger Sport-Verein ändern, nachdem sich neben dem Fußball auch die Leichtathletik fest im Vereinsleben etabliert hatte und die Bezeichnung als reiner Fußball-Club den Vereinsstrukturen nicht mehr gerecht wurde.
Im Frühjahr und Sommer 1919 nahm der Hamburger Sport-Verein zunächst den FC Falke 06 und anschließend den SC Germania von 1887 in den Verein auf. Hintergrund waren die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs, die viele Sportvereine in ihrer Handlungsfähigkeit erheblich eingeschränkt hatten. Der offizielle Vereinsname lautete zunächst Hamburger Sport-Verein von 1888 (HFC-Germania-Falke). Der Zusatz in Klammern erwies sich jedoch als wenig praktikabel und wurde schon bald wieder weggelassen, sodass der Verein fortan als Hamburger Sport-Verein von 1888 auftrat.
Im Jahr 1932 entschied der Hamburger SV, in Anerkennung der längeren Tradition des SC Germania von 1887 dessen Gründungsdatum, den 29. September 1887, als offizielles Gründungsjahr des Vereins zu übernehmen. Seitdem trägt der Verein offiziell den Namen Hamburger Sport-Verein e.V. und verweist auf das Gründungsjahr 1887.
Fußball und Leichtathletik bildeten über viele Jahrzehnte die prägenden Sportarten des Vereins. In beiden Disziplinen dominierte der Hamburger SV nach 1919 das sportliche Geschehen in Hamburg und feierte auch auf nationaler Ebene große Erfolge. Die Fußballmannschaft erreichte in den 1920er-Jahren mehrfach das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft und gewann die Titel in den Jahren 1923 und 1928. Vier weitere Deutsche Meisterschaften folgten 1960, 1979, 1982 und 1983. Auch in zahlreichen anderen Sportarten errangen HSV-Athletinnen und -Athleten nationale Titel – besonders erfolgreich waren die Leichtathletik sowie in den 1970er- und 1980er-Jahren die Volleyballabteilung. Bereits ab 1919 wurde das Sportangebot kontinuierlich erweitert. Einen besonderen Entwicklungsschub zum Universalsportverein erlebte der HSV in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren, als allein zehn neue Sportarten in den Verein aufgenommen wurden.

NACHKRIEGSZEIT
Nachdem der HSV am 16. Juli 1945 mit einem 2:0-Sieg gegen Altona 93 erfolgreich sein erstes Spiel nach dem Zweiten Weltkrieg bestritten hatte, startete der Verein im September 1947 siegreich in die neugegründete Oberliga Nord. Dort sicherten sich die Rothosen im Mai 1948 durch ein 2:1 gegen den FC St. Pauli die Meisterschaft und dominierten die Liga in den Folgejahren mit insgesamt 14 weiteren Titeln. Ein historischer Meilenstein gelang zudem im Mai 1950, als der HSV als erster deutscher Club nach dem Krieg in die USA reiste und dort alle sechs Spiele gewann.

DIE ÄRA UWE SEELER
Mit dem Debüt Uwe Seelers begann 1953 beim HSV eine Ära, die den Verein untrennbar mit einer der größten Legenden des deutschen Fußballs verknüpfte. Der von den Fans liebevoll „Uns Uwe“ getaufte Torjäger prägte über Jahre das Gesicht des Clubs und führte die Mannschaft unter anderem zur Deutschen Meisterschaft 1960 sowie zum DFB-Pokalsieg 1963. Durch seine sportliche Genialität, seine beispiellose Vereinstreue und seine bodenständige Art wurde Seeler weit über die Grenzen Hamburgs hinaus zur unvergesslichen Identifikationsfigur.
Die Ära des modernen HSV wurde im August 1953 mit dem ersten Einsatz des damals erst 16-jährigen Uwe Seeler eingeläutet. Während die Vereinskollegen Jupp Posipal und Fritz Laband im Sommer 1954 beim „Wunder von Bern“ mit Deutschland sensationell Weltmeister wurden, startete Seeler auch im Verein und in der Nationalmannschaft voll durch: Er debütierte in der Oberliga Nord mit einem Premierentor, feierte kurz darauf seinen Einstand im DFB-Dress und sicherte sich in der Saison 1954/55 die erste von insgesamt sieben Torjägerkanonen im Norden. Trotz dieser Offensivstärke blieb dem HSV in den Folgejahren der große Wurf zunächst verwehrt, da sowohl das DFB-Pokalfinale 1956 gegen den Karlsruher SC als auch die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft 1957 gegen Borussia Dortmund und 1958 gegen den FC Schalke 04 verloren gingen. Inmitten dieser Rückschläge verbuchte Seeler im Dezember 1957 gegen Bremerhaven den einzigen Platzverweis seiner gesamten Karriere.
Der große Triumph folgte schließlich am 25. Juni 1960, als die Rothosen – mit sieben Spielern aus der eigenen Jugend – den 1. FC Köln in einem dramatischen Finale mit 3:2 bezwangen und die dritte Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte feierten. Uwe Seeler wurde daraufhin im November als erster „Fußballer des Jahres“ in Deutschland ausgezeichnet, und der Club feierte mit einem 5:0-Sieg gegen die Young Boys Bern eine gelungene Premiere im Europapokal der Landesmeister. In diesem Wettbewerb stellte der HSV im April 1961 beim Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona im alten Volksparkstadion mit 77.600 Zuschauern einen bis heute gültigen Vereinsrekord auf, verpasste das Finale nach einem knappen Entscheidungsspiel jedoch denkbar knapp.
Das Jahr 1963 brachte tiefgreifende Veränderungen: Im Januar erhielt der HSV ohne Auflagen die Lizenz für die neu gegründete Bundesliga. Nur wenige Tage vor dem Bundesliga-Start schoss Uwe Seeler den Verein mit einem Hattrick beim 3:0 gegen Borussia Dortmund zum ersten DFB-Pokalsieg der Clubgeschichte. Am 24. August 1963 bestritt der HSV bei Preußen Münster sein erstes Bundesliga-Spiel und erreichte durch ein Tor von Gerd Dörfel ein 1:1. Gleichzeitig zog der Verein dauerhaft vom Traditionsplatz am Rothenbaum in das modernisierte Volksparkstadion um, da nur dieses die neuen Auflagen hinsichtlich Zuschauerkapazität und Flutlicht erfüllte.
In den ersten Jahren der neuen Bundesliga-Ära, in denen Uwe Seeler 1964 erneut zum Fußballer des Jahres gewählt wurde, etablierte sich der HSV zwar im Spitzenfußball, musste jedoch im DFB-Pokalfinale 1967 gegen den FC Bayern München (0:4) sowie im Europapokalfinale der Pokalsieger 1968 in Rotterdam gegen den AC Mailand (0:2) trotz der Unterstützung von 25.000 mitgereisten Fans bittere Endspielniederlagen hinnehmen.

Özcan Arkoc

DER HSV IN DEN 70ERN - EINE LEBHAFTE ZEIT
Der Hamburger SV eroberte Europa und Günter Netzer übernahm die Zügel. Die 1970er-Jahre markierten für den Hamburger SV einen tiefgreifenden Epochenwechsel, der mit dem endgültigen Abschied einer Legende begann. Nachdem Uwe Seeler 1970 zum dritten Mal als Deutschlands „Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet worden war, beendete er am 1. Mai 1972 vor 72.000 Zuschauern im Volksparkstadion mit einem Spiel gegen eine internationale Auswahl seine aktive Karriere. Nur ein Jahr später, am 24. April 1973, verabschiedete sich auch Willi Schulz vor 32.000 Zuschauern gegen eine Weltauswahl vom Hamburger Publikum.
Sportlich setzten die Rothosen im Juni 1973 mit einem deutlichen 4:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach und dem damit verbundenen Gewinn des Deutschen Ligapokals ein erstes Ausrufezeichen. Im November desselben Jahres übernahm Dr. Peter Krohn das Amt des Vereinspräsidenten und läutete damit eine Ära der Modernisierung ein, während das Volksparkstadion zwischen 1972 und 1974 für die bevorstehende Weltmeisterschaft umgebaut wurde.
Trotz einer bitteren 1:3-Niederlage nach Verlängerung im DFB-Pokalfinale 1974 gegen Eintracht Frankfurt, bei der Ole Björnmose den HSV erst in die Verlängerung gerettet hatte, ließen die Titel nicht lange auf sich warten. Am 26. Juni 1976 feierten die Hamburger durch Tore von Peter Nogly und Ole Björnmose einen 2:0-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern und sicherten sich zum zweiten Mal den DFB-Pokal.
Der ganz große Meilenstein auf internationaler Bühne folgte am 11. Mai 1977 in Amsterdam: Durch späte Treffer von Georg Volkert und Felix Magath bezwang der HSV den RSC Anderlecht mit 2:0 und feierte mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger den ersten großen europäischen Triumph der Vereinsgeschichte. Nur zwei Wochen später bewies Manager Dr. Peter Krohn großes Geschick und verpflichtete den englischen Weltstar Kevin Keegan vom FC Liverpool, der nicht nur sportlich eine neue Ära prägte, sondern auch einen bis dahin ungekannten Popstar- und Werbekult in den deutschen Fußball brachte.
Mit dem Wechsel in der Vereinsführung am 1. Januar 1978, als Günter Netzer den Posten des Managers übernahm, wurde das Fundament für die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte gelegt. Unter Netzers strategischer Leitung fand die sportliche Entwicklung am 9. Juni 1979 ihren vorläufigen Höhepunkt, als der HSV am letzten Bundesliga-Spieltag der Saison die erste Deutsche Meisterschaft seit Einführung der Bundesliga – und den vierten Meistertitel der Vereinsgeschichte insgesamt – perfekt machte.

KÖNIGE EUROPAS IN DEN 80ERN
Das goldene Jahrzehnt der Vereinsgeschichte begann in den frühen 1980er-Jahren mit einer Phase voller sportlicher Superlative und wegweisender Neuzugänge. Nachdem sich der HSV im Mai 1980 im Finale des Europapokals der Landesmeister noch bitter mit 0:1 gegen Nottingham Forest geschlagen geben musste, feierten kurz darauf vier HSV-Profis mit der deutschen Nationalmannschaft den Europameistertitel. Horst Hrubesch, Felix Magath, Caspar Memering und Manfred Kaltz gehörten zum Aufgebot, wobei Hrubesch Deutschland im Finale gegen Belgien mit zwei Treffern zum Titel schoss. Für einen echten Paukenschlag sorgte im November desselben Jahres Präsident Dr. Wolfgang Klein, dem mit der Verpflichtung des „Kaisers“ Franz Beckenbauer eine absolute Sensation gelang, die in Hamburg einen beispiellosen Ausnahmezustand auslöste.
Am 1. Juli 1981 übernahm der Österreicher Ernst Happel den Trainerposten. Mit 240 Pflichtspielen blieb er bis heute Rekordtrainer des HSV und leitete eine Ära der absoluten Dominanz ein. Zwar musste sich der HSV im Mai 1982 auch im UEFA-Pokal-Finale nach zwei Niederlagen gegen den IFK Göteborg geschlagen geben, doch der Gewinn der Deutschen Meisterschaft am Ende desselben Monats entschädigte für diese Enttäuschung. Horst Hrubesch wurde mit 27 Treffern Torschützenkönig. Zugleich startete der HSV eine historische, saisonübergreifende Serie von 36 ungeschlagenen Bundesliga-Spielen, die erst im Januar 1983 riss und über drei Jahrzehnte als Bundesliga-Rekord Bestand hatte.
Auf dem absoluten Zenit des Erfolgs durfte der HSV am 25. Mai 1983 jubeln: Durch das legendäre Tor von Felix Magath bezwang die Mannschaft in Athen den favorisierten Weltclub Juventus Turin mit 1:0 und feierte mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister den bis heute größten Triumph der Vereinsgeschichte. Nur wenige Tage später, am 6. Juni 1983, machte der HSV die Titelverteidigung in der Bundesliga perfekt und wurde zum sechsten Mal Deutscher Meister, auch wenn sich die Mannschaft im Dezember beim Weltpokal-Finale in Tokio Grêmio Porto Alegre knapp nach Verlängerung geschlagen geben musste.
Der glanzvolle Schlusspunkt dieser goldenen Ära folgte am 20. Juni 1987 im Berliner Olympiastadion, als der HSV durch ein 3:1 gegen die Stuttgarter Kickers zum dritten Mal den DFB-Pokal gewann und damit den vorerst letzten ganz großen Titel nach Hamburg holte.

HSV IN DEN 90ERN
Die 1990er-Jahre standen für den HSV im Zeichen des Wandels. Im Jahr 1991 generierte der Wechsel von Thomas Doll zu Lazio Rom eine damalige Bundesliga-Rekordablöse von 17 Millionen DM. Zwei Jahre später revolutionierte die Gründung des HSV Supporters Clubs die Fanarbeit in Deutschland und wirkte erfolgreich rechtem Gedankengut in der Fanszene entgegen.
Nach dem schmerzhaften Abriss der Traditionsstätte am Rothenbaum im September 1994 übernahm Vereinsikone Uwe Seeler 1995 das Präsidentenamt. In diesem Zuge wurde auch ein Aufsichtsrat eingeführt. Ab 1998 baute der HSV das Volksparkstadion grundlegend zu einer hochmodernen Arena um und krönte diesen Aufbruch in die Moderne in der Saison 1999/2000 mit dem dritten Tabellenplatz sowie der Qualifikation für die UEFA Champions League.

DIE 00ER IM NEUEN HEIMATHAFEN
Das neue Jahrtausend begann für den HSV im August 2000 mit einem Meilenstein, als sich der Verein gegen Brøndby IF erstmals für die UEFA Champions League qualifizierte und kurz darauf beim legendären 4:4-„Jahrhundert-Unentschieden“ gegen Juventus Turin für internationales Aufsehen sorgte. Auf dem Vereinsgelände machte der HSV im Februar 2004 mit der Eröffnung des HSV-Museums seine Tradition erlebbar, während sportlich die Verpflichtung von Rafael van der Vaart im Sommer 2005 eine starke Phase einleitete, die den Verein in der Saison 2005/06 dank elf Auswärtssiegen auf den dritten Tabellenplatz und zurück in die Königsklasse führte.
Nachdem der HSV im Sommer 2006 stolzer Mitgastgeber des WM-Sommermärchens gewesen war, erlebte der Verein in der Folgesaison eine sportliche Achterbahnfahrt, bei der Trainer Huub Stevens die Mannschaft nach einer schwierigen Hinrunde noch sensationell auf Platz sieben und in den UI-Cup führte. Das Ende des Jahrzehnts brachte jedoch emotionale Rückschläge:
Die dramatischen „Werder-Wochen“ im Frühjahr 2009 endeten mit dem traumatischen Halbfinal-Aus im UEFA-Cup und DFB-Pokal gegen den Nordrivalen. Trotz der spektakulären Verpflichtung von Weltstar Ruud van Nistelrooy im Januar 2010 folgte kurz darauf eine weitere bittere Pille, als der HSV im Halbfinale der Europa League gegen den FC Fulham den Einzug ins Endspiel im eigenen Stadion verpasste – eine schmerzhafte Niederlage, die bis heute den letzten Europapokal-Auftritt des Vereins markieren sollte.

TURBULENTE 10ER JAHRE
Die 2010er-Jahre entwickelten sich für den HSV zu einer hochemotionalen Berg- und Talfahrt, die von großen Abschieden, strukturellen Weichenstellungen und dramatischen Existenzkämpfen geprägt war. Nachdem der Verein im September 2012 noch feierlich sein 125-jähriges Vereinsjubiläum zelebriert hatte, musste er im Februar 2014 den schmerzhaften Verlust seines Kult-Masseurs und Fan-Idols Hermann Rieger beklagen, dem er zu Ehren später eine Bronzestatue am Stadion enthüllte.
Im Mai 2014 wählten die Mitglieder mit einer historischen Mehrheit von 86,9 Prozent die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in die HSV Fußball AG, während die Mannschaft auf dem Platz in die erste von zwei aufeinanderfolgenden Relegationen gezwungen wurde: Setzte sich der HSV 2014 noch hauchzart gegen Greuther Fürth durch, folgten im Juni 2015 dramatische Rettungstore in der Verlängerung gegen den Karlsruher SC.
Einen emotionalen Erfolg feierte der HSV abseits des Rasens im Juli 2015, als das Stadion durch Investor Klaus-Michael Kühne seinen traditionellen Namen „Volksparkstadion“ zurückerhielt, sowie im Juni 2017 mit der offiziellen Einweihung des neuen Nachwuchsleistungszentrums, des HSV-Campus inklusive der Alexander-Otto-Akademie.
Dennoch fand der sportliche Überlebenskampf am 12. Mai 2018 sein bitteres Ende, als der HSV als letztes Bundesliga-Gründungsmitglied nach 55 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit den erstmaligen Abstieg der Vereinsgeschichte hinnehmen musste.
Trotz dieses tiefsten Einschnitts hielten die Anhänger dem Verein unerschütterlich die Treue, was sich in einem rasanten Wachstum auf über 81.000 Mitglieder und einem neuen Vereinsrekord widerspiegelte, auch wenn der HSV im Mai 2019 als Tabellenvierter den direkten Wiederaufstieg knapp verpasste und auch weitere sechs Jahre den Verbleib im Unterhaus antreten musste.

ZURÜCK IN DER BUNDESLIGA
Nach sieben Jahren in der 2. Liga machte der HSV am 10. Mai 2025 mit einem 6:1-Heimsieg gegen den SSV Ulm die lang ersehnte Rückkehr in die Bundesliga perfekt. Und damit nicht genug: Nur 15 Stunden später zogen die HSV-Frauen mit einem 3:0-Sieg gegen den SC Freiburg II nach, feierten ihrerseits nach 13 Jahren die Rückkehr ins Oberhaus. Mit jenem in dieser Form noch nie dagewesenen Doppelaufstieg schrieb der HSV ein historisches Kapitel im deutschen Profifußball.
Dieser Meilenstein versetzte ganz Hamburg in einen kollektiven Ausnahmezustand, den am 19. Mai rund 80.000 begeisterte Fans bei einer gemeinsamen Aufstiegsparty auf den Straßen der Stadt und am Rathausmarkt ausgelassen feierten.
In der Folgesaison meisterten beide Teams auf Anhieb den Klassenerhalt und begeisterten das Publikum im Volksparkstadion. So stellten die Herren mit 17 ausverkauften Bundesliga-Heimspielen und 56.912 Besuchern pro Spiel einen neuen Vereinsrekord auf. Ungebrochen dabei auch der Support der HSV-Mitglieder, der im Sommer 2026 mit mehr als 150.000 einen neuen Höchststand erreichte.
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