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14.10.2026
Bernd Gruttkes emotionale Ironman-Reise
Ein Lebenstraum ist wahr geworden: Nach über zwölf Stunden überquerte HSV-Triathlet Bernd Gruttke die Ziellinie der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii – einem der emotionalsten und anstrengendsten Wettkampf seines Lebens.
Ein letzter Schritt, dann ist es geschafft. Bernd Gruttke mobilisiert die letzten Kräfte, die nach mehr als zwölf Stunden voller Anstrengung noch in ihm stecken, und streckt die Arme in den Nachthimmel von Hawaii. Erleichterung, Stolz und überwältigende Emotionen stehen ihm ins Gesicht geschrieben. Nach 3,86 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern auf dem Rad und einem Marathon über 42,195 Kilometer hat der HSV-Triathlet die Ziellinie der Ironman-Weltmeisterschaft überquert - und sich damit einen großen Traum erfüllt.
„Der Start auf Hawaii war unglaublich emotional. Da wusste ich, dass mein Lebenstraum gleich beginnt. Zu wissen, dass ich es geschafft habe, hier mit den Besten der Welt an den Start gehen zu dürfen, hat ein echtes Gefühlschaos in mir ausgelöst“, erzählt der 55-Jährige.
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Gruttke auf der 180 km langen Radstrecke.
Von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle
Doch sobald der Startschuss am vergangenen Sonnabend (10. Oktober) um 7.45 Uhr gefallen war, musste sich Gruttke voll auf den Wettkampf konzentrieren. Schon das wellige Wasser und der Massenstart mit rund 250 Athleten forderten volle Aufmerksamkeit. Auf dem Rad wurde es bei Temperaturen um 35 Grad zunehmend heiß. Nachdem dem Hamburger auf dem unebenen Straßenbelag mehrere Trinkflaschen aus den Halterungen gerutscht waren, musste er seine Energieversorgung an den Verpflegungsstationen neu organisieren.
Auch der Marathon verlangte ihm alles ab. Zunächst fehlte die Energie, nach der Halbmarathon-Marke fand Gruttke mit Kohlenhydraten, Gels und Cola wieder besser in den Rhythmus. „Ich habe mich teilweise von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle geschleppt. Bei einem Rennen über zwölf Stunden gibt es immer Höhen und Tiefen. Da musst du dich durchkämpfen und ganz bei dir bleiben.“
Je näher die Ziellinie rückte, desto größer wurden die Emotionen. „Mir gingen unglaublich viele Gedanken durch den Kopf. Da wurde mir erst richtig bewusst, was ich gerade geschafft hatte. Es war der anstrengendste Wettkampf meines Lebens. Ich bin mega stolz, dass ich den Willen aufgebracht habe, bis zum Ende durchzuziehen.“
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Auf dem abschließenden Marathon musste Gruttke nochmal richtig durchbeißen.
Ein Moment für die HSV-Geschichte
Nach 12:19:50 Stunden war es geschafft. Gruttke belegte den 147. Platz seiner Altersklasse M55–59 unter 271 Athleten und Rang 1.613 im Gesamtklassement der 2.252 Finisher. Eine besondere Überraschung wartete im Ziel: Die Siegerin der Profi-Frauen Taylor Knibb gratulierte ihm persönlich und hängte ihm den traditionellen hawaiianischen Blumenkranz um.
Für Gruttke, der seit 2011 Triathlon betreibt und als Abteilungsleiter den HSV-Triathlon vertritt, ist dieser Zieleinlauf weit mehr als eine sportliche Leistung. Als erst zweiter HSV-Triathlet überhaupt hat er sich den Traum von der Weltmeisterschaft auf Hawaii erfüllt. Einst saß er als Jugendlicher vor dem Fernseher und dachte angesichts der Bilder vom Ironman: „Die sind bekloppt!“ Schon damals wusste er aber: Das möchte ich irgendwann auch einmal machen. Nun ist dieser Traum wahr geworden. Und die Gefühle, die er am Zielstrich erlebt hat, dürften noch lange nachwirken.
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