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15.10.2026
„Es schossen unglaublich viele Gedanken durch meinen Kopf“
Flügelflitzer Fabio Balde war an einem der denkwürdigsten Momente der vergangenen Saison beteiligt: dem 2:1-Siegtreffer gegen den VfB Stuttgart. Im Interview spricht er über das Tor und seine Vorlage, den Kontakt zu seinen alten Teamkollegen und den Start bei seinem neuen Club Racing Straßburg.
Fabio Balde stand im Spotlight, als sich ein ganzes Stadion erhob. Das Flutlicht strahlte auf den jungen Flügelflitzer, der mit fast 35 Kilometern pro Stunde die Seitenlinie entlangsauste. Dann schlug er einen Haken und der Ball gelangte zu Fabio Vieira. The rest is history. Der 2:1-Siegtreffer gegen den VfB Stuttgart gehörte zu den Highlights der vergangenen Saison. Wenn die Rothosen die Schwaben am Sonnabend um 15.30 Uhr erneut empfangen, besteht die Fabio-Fraktion nur noch aus Vieira. Balde ist im Sommer zu Racing Straßburg in die französische Ligue 1 gewechselt und trifft fast zeitgleich zum HSV-Spiel auf Paris Saint-Germain. Bei HSV.de spricht er über den spektakulären Moment gegen den VfB, die Ekstase im Volksparkstadion und den Start bei seinem neuen Club.
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HSV.de: Fabio, schön, dich zu sehen! Du warst beim 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart mittendrin statt nur dabei. War der Siegtreffer in der vierten Minute der Nachspielzeit der spektakulärste Moment der vergangenen Saison?
Fabio Balde: Das war eindeutig der beste Moment! Nichts konnte das Stuttgart-Spiel toppen. Wir waren in Unterzahl und haben trotzdem noch gewonnen. Das ist gegen diesen Gegner alles andere als selbstverständlich. Aber: Es war auch krass, als Ransi (Ransford Königsdörffer; d. Red.) noch spät das 1:1 gegen Dortmund erzielt hat. Und natürlich war mein Tor gegen Freiburg eines meiner persönlichen Highlights.
Was geht einem durch den Kopf, wenn man in der letzten Minute 80 Meter zum anderen Tor sprintet, die Fans im Stadion aufstehen und der Ball nach der eigenen Vorlage im Tor einschlägt?
Es schossen unendlich viele Gedanken durch meinen Kopf. Eines war mir aber klar: Das muss ein Tor werden. Ich hatte zwei Optionen: Entweder schieße ich oder ich versuche etwas anderes. Als ich nach innen zog, der Ball durch die Beine des Gegners ging und Fabio (Vieira; d. Red.) bereitstand, war mir klar: Das wird ein Tor.
Fühlt sich diese Vorlage wie ein eigenes Tor an?
Ja! Passenderweise heißen wir beide Fabio. Dadurch fühlte ich mich natürlich ein wenig angesprochen, als der Name gerufen wurde. (lacht) Es gibt doch dieses eine virale Video von dem Tor, weil der DAZN-Kommentator dabei so ausrastet. Auch er sagt den Vor- und Nachnamen.
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Du warst sechs Jahre beim HSV und trägst die Raute im Herzen. Wie verfolgst du den HSV seit deinem Abgang und mit wem hast du am meisten Kontakt?
Ich verfolge den HSV intensiv. Wenn es zeitlich passt, schaue ich mir die Spiele live an. Es ist natürlich ungewohnt, weil ich so lange selbst für den Verein aktiv war. Ich bin jetzt nur noch Fan und kein Spieler mehr. Es ist aber auch aufregend, weil ich die Jungs gut kenne und genau weiß, wie sie ticken. Ich stehe noch mit fast allen in Kontakt. Am meisten wahrscheinlich mit Otto und Shafiq. Aber auch mit Louis und Sambi schreibe ich oft. Ich bin immer da, um sie zu supporten.
Zuletzt warst du beim Freundschaftsspiel gegen den FC Kopenhagen zu Besuch im Volksparkstadion und bei deinen alten Teamkollegen. Wie kam es dazu?
Ich hatte das Wochenende frei und wusste, dass das Spiel vor der Tür steht. Diesen Moment wollte ich nutzen, um wieder vorbeizuschauen. Ich konnte mich leider nicht richtig von den Jungs verabschieden. Außerdem habe ich den Volkspark vermisst. Als ich wieder ins Stadion gegangen bin, spürte ich auch, warum. Die Fans sind der Wahnsinn. Ich war bestimmt noch eine Stunde nach dem Abpfiff da und habe mit den Spielern und den Trainern gesprochen. Alles in allem war es sehr schön.
Was denkst du über deinen Start in Straßburg?
Eigentlich bin ich gut gestartet, aber vor kurzem habe ich im Abschlusstraining eine Gehirnerschütterung erlitten und war ein paar Spiele außer Gefecht gesetzt. Das war unglücklich. Ich bin aber wieder fit und habe am vergangenen Wochenende Minuten gesammelt. Ich hoffe, dass es jetzt richtig bergauf geht.
Nun geht es am Sonnabend gegen niemand Geringeres als Paris Saint-Germain.
Es ist natürlich etwas Besonderes für mich, mit den besten Spielern der Welt auf dem Platz zu stehen, die man sonst nur im Fernsehen sieht. Gegen solche Mannschaften musst du mehr investieren als in jedem anderen Spiel. Das sind Spiele, in denen du noch mehr Vollgas geben musst als ohnehin schon. Das beste Beispiel ist für mich das 2:2 mit dem HSV gegen Bayern in der vergangenen Saison. Ich glaube sogar, dass wir hätten gewinnen können. Wenn man alles investiert, kann man solche Teams besiegen.
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Ihr spielt um 17.15 Uhr, der HSV um 15.30 Uhr. Wie viel Zeit bleibt da, um die alten Kollegen zu anzufeuern?
Ich werde wahrscheinlich die ersten Minuten gucken können, aber dann muss ich mich auf mein eigenes Spiel fokussieren. Ich werde mir danach auf jeden Fall die Highlights anschauen und mit den Jungs vom HSV sprechen. Ich werde also nichts verpassen! (schmunzelt)
Dein Straßburger Mitspieler Karim Coulibaly kommt ebenfalls aus Hamburg und wurde eine Zeit lang beim HSV ausgebildet. Wie ist es für euch, gemeinsam als Hamburger Jungs den Weg im internationalen Fußball zu gehen?
Wir mussten gefühlt zehn Minuten lachen, als wir uns hier das erste Mal gesehen haben, weil wir uns so sehr gefreut haben. Es macht mich glücklich, dass er auch hier ist. Ich kenne Karim schon lange. Er ist ein guter Spieler und ein guter Junge. Wir pushen uns jeden Tag gegenseitig. Es ist etwas Besonderes, einen anderen Hamburger hier zu haben.
Aus dem HSV-Nachwuchs ins Profiteam und jetzt raus in die weite Welt – wie klingt das?
Ich bin stolz auf mich, weil es nicht selbstverständlich ist. Es gab viele gute Spieler vor mir, die den gleichen Weg gehen wollten und bei denen es nicht ganz so geklappt hat. Ohne den HSV wäre das alles nicht möglich gewesen. Ich habe viel Unterstützung vom Verein erfahren und bin dafür sehr dankbar. Ich weiß, was in mir steckt. Ich muss hart arbeiten und es auf den Platz bringen.
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