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10.09.2026
Poulsen vor Jubiläum: „Ziele werden nicht zurückgestellt, weil man älter wird“
Der 32-jährige Däne steht vor seinem 250. Bundesliga-Spiel. Bei HSV.de spricht er darüber, was für ihn typisch Bundesliga ist, wer sein unangenehmsten Gegenspieler war und wie er auf das Wiedersehen mit RB Leipzig am Sonntag blickt.
Es sei Yussuf Poulsen verziehen, dass er den Überblick verloren hat. Wer so lange in der Bundesliga spielt wie der Däne, muss nicht unbedingt die genaue Zahl seiner Einsätze kennen. Als ihn die Medienabteilung des Hamburger SV darauf hinweist, dass er beim Auswärtsspiel in Leipzig am Sonntag (Anpfiff: 15.30 Uhr) ein Jubiläum feiern könnte, schaut der 32-Jährige zunächst fragend. Sein 250. Bundesliga-Spiel steht bevor. Fast scheint er selbst ein wenig überrumpelt von dieser großen Zahl, wie er im Interview mit der HSV.de-Redaktion offenbart.
HSV.de: Yussi, dir fehlt noch ein Spiel zu 250 Bundesliga-Einsätzen. Was löst diese Zahl in dir aus, und wie viel Beachtung schenkst du solchen Jubiläen noch nach so vielen Jahren im Profigeschäft?
Yussuf Poulsen: Ich wusste das gar nicht, ich habe es erst beim Briefing zu diesem Interview erfahren. (schmunzelt) Das ist natürlich eine schöne Sache. Wenn man Meilensteine erreicht, muss man sie auch feiern. Natürlich würde sich ein Kreis schließen, wenn dieses Jubiläum ausgerechnet gegen meinen alten Club zustande käme. Ich habe aber beim 250. Bundesliga-Spiel nicht so viel Bauchkribbeln wie noch beim ersten.
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Du hast dein Bundesliga-Debüt im August 2016 als Spieler von RB Leipzig auswärts in Hoffenheim gefeiert. Du hast 82 Minuten bei einem 2:2-Unentschieden auf dem Platz gestanden. Was hat es dir damals mit 22 Jahren bedeutet, zum ersten Mal in der Bundesliga zu spielen?
Mit dem Spiel war ich da, wo ich sein wollte. Man hat immer Träume und Ziele – und wenn man noch jung ist, sind die Ziele sogar sehr groß. Ich bin damals nach Deutschland gewechselt, weil ich in der Bundesliga spielen wollte, aber ich wusste, dass es ein paar Jahre dauern würde, weil Leipzig noch in der 3. Liga spielte. Es dauerte drei Jahre.
Wenn du damals schon dein Ziel erreicht hast, wie ist es dann, jetzt die elfte Bundesliga-Saison in Folge zu spielen?
Die Träume und Ziele werden nicht zurückgestellt, weil man älter wird. Dann gibt es einfach neue. Ich würde auch gerne noch 300 Bundesliga-Spiele schaffen. (schmunzelt) Eine Zahl ist eine Zahl, aber trotzdem zeigt sie, was man in seiner Karriere bisher erreicht hat. Für mich geht es immer darum, was als Nächstes kommt. Dieses Mindset zieht sich durch meine gesamte Karriere.
Im März 2019 hast du beim 5:0-Sieg gegen Hertha BSC deinen einzigen Hattrick erzielt. War es deine individuell beste Leistung oder fällt dir ein anderes Spiel ein?
Ich glaube, dass es nicht meine beste Leistung war. Ich erinnere mich, dass ich drei gute Tore geschossen habe. Ich messe mich aber nicht nur an Toren, sondern an der Gesamtleistung. Da gab es andere Spiele, in denen ich vom Gefühl her besser war. Du kannst nämlich ein schlechtes Spiel haben und trotzdem ein Tor schießen sowie der Matchwinner sein. Dann würde ich mich aber über meine persönliche Leistung ärgern.
Wo ordnet sich dein 3:2-Siegtreffer im Nordderby gegen Werder Bremen im vergangenen Dezember in deinen persönlichen Bundesliga-Highlights ein?
Weit oben! Ich würde sagen, dass es aus emotionaler Sicht in den Top-3 ist. Was hier im Stadion abging, war vergleichsweise außergewöhnlich. Das schließt alles ein, was ich bis dahin erlebt oder erreicht hatte.
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Wer war dein bisher unangenehmster Gegenspieler in der Bundesliga?
Es gab viele gute Verteidiger in der Bundesliga, aber ich würde hier Jonathan Tah nennen. Ich habe gegen ihn schon in der 2. Bundesliga gespielt, als er noch bei Fortuna Düsseldorf war. Er ist ein cooler Typ und ein sehr guter Verteidiger. Wir hatten immer sehr gute Fights. Und was ich an ihm schätze: Diese Fights sind immer fair. Es darf zur Sache gehen, aber wenn alle vom Platz gehen, gibt man sich die Hand.
Und mit welchem Mitspieler hattest oder hast du eine besondere Verbindung?
Ich hatte ein sehr gutes Verständnis mit Emil Forsberg. Er ist für mich einer der technisch besten Spieler, mit denen ich zusammengespielt habe. Wir haben uns über die Jahre blind verstanden, wir mussten uns gar nicht angucken, wir wussten immer, wie unsere Laufwege waren. So eine Connection kann man nicht mit jedem Spieler aufbauen?
Wie funktioniert so etwas?
Als Erstes muss man grundlegend als Spieler zusammenpassen. Zweitens: Reden, sich immer wieder gegenseitig anschauen, Muster erkennen und merken. Dann kommt es mehr oder weniger von alleine. Das sind die wichtigsten Dinge.
Was ist eigentlich für dich typisch Bundesliga?
Umschaltfußball! Deswegen fallen auch so viele Tore. Der Fußball ist zudem risikoreicher im Vergleich zu anderen Ligen oder auf Nationalmannschaftsebene. Aber natürlich zählt auch die Stimmung in den Stadien dazu – die Bundesliga hat die beste. Ich habe schon in anderen Stadien auf der Welt gespielt, aber die Bundesliga steht für mich über allem.
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Dass du das Jubiläum jetzt bei deinem ehemaligen Club RB Leipzig feiern könntest, wäre natürlich eine passende Geschichte. Bei deiner Rückkehr im vergangenen Oktober wurdest du offiziell verabschiedet, es gab es sogar eine Choreo für dich. Welche Gefühle verbindest du mit diesem Tag, und was glaubst du, wie emotional wird es für dich beim zweiten Mal?
Der emotionalste Moment ist immer dann, wenn man etwas zum ersten Mal erlebt. Der Tag damals war sehr emotional. Hut ab für die Leipzig-Fans, was sie für mich vorbereitet hatten. So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich habe so etwas auch noch nirgendwo anders gesehen. Dieses Jahr dort wieder zu spielen, ist einen Tick weniger emotional, aber es wird trotzdem schön, und ich freue mich darauf, die anderen Jungs zu sehen.
In der vergangenen Saison endeten beide Spiele mit knappen 1:2-Niederlagen für den HSV. Was müsste diesmal anders laufen, damit Zählbares herausspringt?
Wir waren im ersten Spiel sehr gut. Die gemeinsame Leistung war sehr gut, es lag mehr an der Effizienz bei unseren Torchancen. Daran müssen wir anknüpfen. Das zweite Spiel hat Leipzig verdient gewonnen. Man kann ein paar Dinge aus den Spielen mitnehmen, aber es wird am Sonntag eine andere Mannschaft auf uns zukommen. Es ist eine neue Saison, auf beiden Seiten stehen neue Spieler. Leipzig hat sogar auch einen neuen Trainer. Wir schauen, wie uns die Trainer in dieser Woche auf das vorbereiten, was auf uns zukommt.
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