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Die HSV-Frauen und der 1. FC Union Berlin lieferten sich am vergangenen Sonntag (25. Oktober) einen torreichen Schlagabtausch, der Cheftrainer Rodolfo Cardoso gewissermaßen in der Zeit zurückversetzt hat. Auf der Anzeigetafel stand ein 4:4-Unentschieden, bei dem Svea Stoldt dreifach und Camilla Linberg für die Rothosen trafen. 4:4? Stopp, da klingelt doch etwas!
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Na klar: Vor mehr als 25 Jahren, genauer gesagt am 13. September 2000, war Cardoso bei einem anderen 4:4-Unentschieden im Volksparkstadion als Spieler involviert. Der HSV erlebte in der Champions-League-Gruppenphase gegen Juventus Turin einen seiner spektakulärsten und emotionalsten Abende. Bis heute wird die Partie gegen den italienischen Traditionsclub von vielen als „Jahrhundertspiel“ bezeichnet. Auch bei Cardoso, der in der Startelf stand und in der 16. Minute den 1:1-Ausgleich von Anthony Yeboah vorbereitete, sind die Erinnerungen an diese Partie präsent wie eh und je. „Das Spiel am Sonntag gegen Union war für mich sehr emotional. Nach Abpfiff habe ich viel darüber nachgedacht und mich an andere besondere Spiele meiner Laufbahn erinnert. Bei diesem Ergebnis kam mir auch die Partie gegen Juventus in den Kopf, die sicherlich nicht nur mir, sondern vielen HSV-Anhängern in Erinnerung geblieben ist“, sagt der Argentinier mit funkelnden Augen. Die Rothosen drehten damals einen zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand und führten nach Toren von Mehdi Mahdavikia (65.), Hans Jörg Butt (72./FE) und Niko Kovac (82.) spektakulär mit 4:3. Dann glich Filippo Inzaghi in der 88. Minute vom Punkt doch noch aus.
Nun hielt auch das Spiel der HSV-Frauen am vergangenen Sonntag mehrere Wendungen bereit. Die Hamburgerinnen hatten mit 2:0, 3:1 und 4:3 geführt und sich doch nur mit einem Punkt begnügen müssen. Trotzdem schloss sich für Trainer Cardoso ein Kreis: Was ihn einst als Spieler prägte, erlebte er nun selbst von der Seitenlinie. „Als Spieler kannst du ein Spiel selbst beeinflussen und in die Hand nehmen. Als Trainer stehst du am Seitenrand und kannst nicht direkt eingreifen, das macht es noch emotionaler. Die Mädels haben alles reingeworfen und als Mannschaft zusammengekämpft. Das macht mir Hoffnung für Samstag“, sagt der 58-Jährige. Dann empfangen die Rothosen um 13 Uhr die Berlinerinnen erneut – diesmal allerdings zum Duell im DFB-Pokal-Achtelfinale (Tickets hier). Ein weiteres Unentschieden-Déjà-vu ist ausgeschlossen: Im K.o.-Spiel kann es nur einen Gewinner geben.
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