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15.09.2026
„Das beschreibt den HSV ganz gut“
Vier Jahre lang standen Sebastian Schonlau und Jonas Meffert ihrem ehemaligen Teamkollegen Mario Vuskovic zur Seite. Nun erlebten sie seine Rückkehr in den Volkspark hautnah mit – und sprechen im Doppel-Interview über Freundschaft, außergewöhnliche Willenskraft und die besondere Rolle des HSV.
Die Loge 37 im Volksparkstadion war bei der heutigen Trainingsrückkehr von Mario Vuskovic mit besonderen Gästen gefüllt. Nicht nur Marios Eltern Daniel und Sanja waren vor Ort, sondern auch einige Weggefährten des 24-jährigen Kroatens, darunter neben Ex-Trainer Tim Walter die ehemaligen HSV-Führungsspieler Sebastian Schonlau (115 HSV-Pflichtspiele) und Jonas Meffert (146). Der frühere HSV-Kapitän und sein Vize nahmen sich in diesem Rahmen Zeit für ein kurzes Gespräch über die Rückkehr ihres ehemaligen Teamkollegen, dem sie während seiner Dopingsperre in den vergangenen vier Jahren zur Seite standen und der in dieser Zeit zu einem echten Freund geworden ist.
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HSV.de: Bascho, Meffo, schön, dass ihr zurück im Volkspark seid und der heutigen Einladung gefolgt seid. Was hat es mit euch gemacht, als Mario hier eben eingelaufen ist?
Jonas Meffert: Man hat einfach Gänsehaut bekommen. Das war ein richtig schöner Moment. Ich habe auf Mario geschaut und weiß, dass es ihm eher unangenehm ist, so im Rampenlicht zu stehen. Zugleich weiß ich, dass er jedem einzelnen Fan, der heute hier ist, ihn in den vergangenen vier Jahren unterstützt hat oder ihn in Zukunft noch anfeuern wird, total dankbar ist. Ihm bedeutet das viel, das weiß ich.
Sebastian Schonlau: Es war schon sehr emotional. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sich für den Jungen angefühlt haben muss. Auch für uns, die ihn jetzt über vier Jahre begleitet haben, ist es schön zu sehen, dass er es bis zu diesem Zeitpunkt geschafft hat und wiedergekommen ist.
Ihr wart nicht nur Teamkollegen auf dem Platz, sondern habt Mario auch in den vergangenen Jahren seiner Sperre immer unterstützt. Kann man von einer Freundschaft sprechen oder wie würdet ihr euer Verhältnis beschreiben?
Schonlau: Ja, das ist definitiv eine Freundschaft. Er war in der Mannschaft vielleicht mit einigen noch enger als mit mir, wenn ich jetzt an Meffo, Bobby, Ludo oder Miro denke. Unser Kontakt ist über die Jahre trotzdem nie abgerissen. Wenn man sieht, wie er sich vier Jahre selbst fit gehalten hat und dabei immer an diesen heutigen Tag geglaubt hat, dann ist das wirklich beeindruckend. Vor allem in diesem Alter – das ist einfach schön.
Meffert: Mario ist in jedem Fall ein Freund geworden. Wir haben ihn damals ja auch in Split besucht, haben viel Padel-Tennis hier in Hamburg gespielt oder waren abends mit Bascho, Miro, Bobby, Ludo oder Baka unterwegs. Wir haben es uns als Ziel gesetzt, ihm die Zeit so einfach wie möglich zu machen. Man hat gemerkt, wie sich jeder um ihn gekümmert hat, auch die sportlich Verantwortlichen um Jonas Boldt und Tim Walter sowie Merlin Polzin, Eduard Riesen und viele mehr. Umso schöner ist es zu sehen, wie er da unten gerade rumläuft.
“Es hat den Verein einfach noch enger zusammengeschweißt und geprägt.”
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Wie habt ihr Mario erlebt, gerade in den letzten Monaten und Wochen, als dieser Moment immer näher rückte?
Meffert: Gestern saßen wir lange mit ihm beim Essen zusammen und man hat gemerkt, dass er aufgeregt und nervös war. Aber man hat auch die ganze Zeit über gemerkt, wie klar er geblieben ist. Das hat mich tief beeindruckt. Es war unfassbar, wie er sich immer für uns mitgefreut hat, als wir etwa Spiele gewonnen haben. Dabei hätte er allen Grund gehabt, traurig zu sein. Das sagt ganz viel über ihn als Menschen aus.
Schonlau: Ich glaube schon, dass er vor heute ein bisschen nervös war, aber das ist doch klar. Er weiß auch nicht, wo er steht und kann es nicht wirklich abschätzen. Aber es sieht so aus, als ob er gut in Form wäre. Man kann ihm nur wünschen, dass er sich jetzt selbst auch die nötige Zeit gibt und sich nicht zu viel unter Druck setzt, dass er irgendwas schaffen muss. Er sollte genießen, mit seinen Jungs wieder auf dem Platz zu stehen. Darüber freut er sich brutal.
Was sagt der ganze Fall Vuskovic über den HSV als Club aus?
Schonlau: Ich kenne ehrlicherweise nicht viele Vereine, die in so einer Phase zu einem Spieler halten. Und das von Tag 1 an. Wenn ich an Jonas Boldt und Tim Walter denke, wie sie das von Anfang an vorgelebt haben und es die handelnden Personen im Verein über Jahre durchgezogen haben, ist das wirklich etwas Einmaliges. Auch die Fans haben sich immer zu Mario bekannt. Dass heute so viele von ihnen zu seinem ersten Training gekommen sind, beschreibt den HSV ganz gut.
Meffert: Es hat den Verein einfach noch enger zusammengeschweißt und geprägt. Ein Spieler wie Luka Vuskovic ist hauptsächlich wegen Mario hierhergekommen und hatte in der Vorsaison einen großen Anteil am Klassenerhalt. Der HSV, Mario und die Familie Vuskovic – das passt einfach und aus dieser schlimmen und unfassbaren Situation wurde das Beste herausgeholt. Es freut mich, dass so viele Menschen noch Empathie haben, denn nicht nur der ganze Verein und diejenigen, die es mit dem HSV halten, haben zu ihm gehalten, sondern auch viele andere Menschen haben erkannt, dass er unfair behandelt wurde.
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